Schlagwort-Archive: lesen

Weltbuchtag

Zum heutigen Welttag des Buches muss ich eine kleine Erinnerung festhalten, die ich sonst vielleicht vergesse: in den letzten Monaten hatte ich nämlich das Vergnügen, abends mit dem Großen immer wieder ein Kapitel zu lesen. Und zwar nicht irgendwas, sondern eines DER Bücher meiner Kindheit. Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass wir trotz ein paar Jahrzehnten Altersunterschied beide gleich gefesselt waren? Ja, ich kenne das Buch quasi in und auswendig, kann es aber immer wieder lesen. Ich imitiere die wechselnden Charaktere durch verschiedene Stimmlagen und Sprechgeschwindigkeiten. Mache effektvolle Pausen, versinke selber vollkommen gebannt in der Geschichte. Und er, also Kästner, schafft es immer wieder, dass ich trotz gefühlt „1000 x gelesen“ mitfiebere und überraschende Wendungen erlebe …

Ein Zusammenfassung spare ich mir, denn wer weder Buch noch Film kennt hat wohl kein Interesse. Gefunden habe ich aber  Arbeitsmaterial, das sich – meiner Meinung nach – gar nicht mal nur zu Schulzwecken eignet, sondern auch so manchen Erwachsenen fordert, sich mal wieder intensiv mit Stoff auseinanderzusetzen. Würde jetzt spontan am liebsten gleich damit zum Patenkind fahren – und loslegen 😉

Lebenssituation und so



Vor einigen Monaten hat dieses Bild schon mal die Runde auf FB gemacht, damals waren die ersten 3 Worte, die ich gelesen habe, ganz andere als heute. Scheint als ob das auch etwas mit Lebenssituation zu tun hätte? Damals hab ich *money*, dann *sucess* und schließlich *intelligence* identifiziert – gestern *happiness*, *friends* und *freedom*. Und, bei euch so?

Was so in Kinderbüchern drin steckt

Kürzlich habe ich bei einer Folge Lauras Stern gelernt, wie wichtig es ist, sich und anderen kleine Lügen einzugestehen, sich dafür zu entschuldigen. Vor allem, wenn man den kleinen Bruder angeschwindelt hat, um seine Ruhe zu haben. Da ertappt man sich durchaus als Erwachsene, denn kann schon mal vorkommen, dass man die Kleinen anschwindelt, um sich Ruhe zu verschaffen, um ein vorher gegebenes Versprechen nicht einhalten zu müssen, …

Und inspiriert von einem englischen Artikel habe ich nach Lebensweisheiten in Kinderbüchern gestöbert:

„Wenn wir träumen, betreten wir eine Welt, die ganz und gar uns gehört.“ (Joanne K Rawling / Albus Dumbledore in Harry Potter)

„Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit.“ (Michael Ende / Momo)

„An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur die Schuld, die ihn begehen, sondern auch diejenigen, die ihn nicht verhindern.“ (Erich Kästner / Das fliegende Klassenzimmer)

„Wenn Du wütend bist, zähl bis vier. Bist Du außer Dir vor Wut, fang an zu fluchen.“ (Mark Twain / Die Abenteuer des Huckleberry Finn)

„Aber es gibt Dinge, die man tun muss, sonst ist man kein Mensch, sondern nur ein Häuflein Dreck.“ (Astrid Lindgren / Jonathan zu Krümel in Die Brüder Löwenherz)

„After all we’re much older than we were last year.“ (Enid Blyton / George in 5 Freunde auf geheimnisvollen Spuren)

„O Bär“, sagte der kleine Tiger, „ist das Leben nicht schrecklich schön?“ „Ja“, sagte der kleine Bär, „schrecklich und schön.“ (Janosch / Oh wie schön ist Panama)

„Nichts auf der Welt ist so einfach, daß man es mit einem Satz erklären könnte.“ (James Krüss / Lefuet in Timm Thaler oder das verkaufte Lachen)

„‚Oh, das ist bestimmt sehr bequem, so ein eckiges, hartes Ding unterm Kopf‘, hatte ihr Vater gesagt, als er zum ersten Mal ein Buch unter ihrem Kissen entdeckte. ‚Gib zu, es flüstert dir nachts seine Geschichte ins Ohr.‘ – ‚Manchmal!‘, hatte Meggie geantwortet. ‚Aber es funktioniert nur bei Kindern.'“ (Cornelia Funke / Tintenherz)

„Glaub mir, Krabat, alles auf dieser Welt hat seinen Preis…“ (Ottfried Preußler / Krabat)

„Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nichts, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.“ (Antoine de Saint-Exupery / Der kleine Prinz)

Hier weiterlesen

Alte Tankstelle

Jeden Morgen fällt mein Blick auf dem Weg in die Arbeit auf eine alte Diessener Tankstelle. Im früheren Verkaufsraum befindet sich heute eine Art Wintergarten. Und jeden Morgen sitzt da wahrscheinlich der ehemalige Tankstellenbesitzer mit seinem Morgenkaffee. Am Tisch. Ganz gemütlich. Manchmal leistet ihm seine Frau Gesellschaft, aber meist sitzt er da und studiert in aller Seelenruhe die Zeitung. Für den vorbeifließenden Verkehr hat er kein Auge, er ist vollkommen konzentriert auf seinen Lesestoff. Gemütlich ist er, der so einfach geschaffene Wintergarten, Sitzgelegenheiten und ein rustikaler Küchenschrank, ein paar Pflanzen. Auch die alte Zapfsäule ist mit viel Grün verziert. In der Werkstatt werden Reifen gewechselt, da war jetzt ein paar Wochen viel los, aber mittlerweile ist es wieder ruhig, beschaulich. Schön, dass die alte Tankstelle noch so lebendig ist.

20140520-091027-33027870.jpg