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Leben, Lieben, Lachen

Ich erschrecke manchmal, wenn ich jemanden frage, wann er zum letzten Mal einen bewussten Moment erlebt/gelebt hat, wann er zuletzt geliebt oder gelacht hat. Und ich bekomme als Antwort ein „Warte mal, da muss ich kurz überlegen, also das war …“. Hui!

Dabei sind das 3 der Dinge, die ganz oben auf jeder To-Do-Liste stehen sollten? Fehlt übrigens auch fast immer auf den berühmten „Das muss ich alles noch erleben, bevor ich 20/30/40 werde / sterbe“ … Schade eigentlich. Das mache ich mir tagtäglich bewusst. Unser wertvollstes Gut ist jeder einzelne Tag des Lebens, keiner von uns kann Erfolg, Geld, Macht oder Ruhm mit ins Grab nehmen. Bewusst leben, Augenblicke erleben, statt sie vertreichen lassen, auch die weniger und nicht so guten. Das Gute gehört zum Leben wie weniger Gutes. Lieben und geliebt zu werden, es gibt kein schöneres Gefühl? Es macht uns rundum glücklich, verleiht dem Leben einen Zauber, gibt Kraft und viel Freude. Angeblich verleiht uns die Liebe auch mehr Gesundheit. Genauso wie es gut für die Gesundheit und ein langes Leben ist, viel und gern zu lachen.

Ich habe eine Freundin, die mittlerweile in Brasilien lebt, sie hat das ansteckendste Lachen der Welt. Fröhlich, laut, mitreißend. Immer, wenn ich wie eben dieses Lachen im Ohr habe, denke ich: lebe, liebe, lache! Und schon lächle ich, es macht mich glücklich!

„Live every moment, laugh every day, love beyond words.“ (J. Johnson)

Spruch zum Wochenende: Momente

Weil er mir so gut gefällt verabschiede ich mich mit einem Spruch, der meine Woche wunderbar zusammenfasst, ins Wochenende:
Die schönsten Momente im Leben sind die, die dir beim Nachdenken ein Lächeln schenken.
Wünsch ein schönes und erholsames Wochenende – und schicke ein strahlendes Lächeln an die Welt 🙂

Themenwoche Sterben

Gerade lese ich auf Spiegel Online einen Brief an die ARD zur aktuellen Themenwoche „Tod und Sterben“ – und merke einmal mehr: so unterschiedlich ist das Empfinden von Menschen. Jeder von uns kommt mit seiner spezifischen Befindlichkeit, fühlt sich von Themen abgeholt oder überrumpelt, mag das Thema oder eben nicht, kann seine eigenen Gedanken dadurch ordnen oder kommt erst ins Nachdenken oder oder oder. Ganz je nachdem, wie und wo man gerade steht.

Tatsächlich habe ich kaum Werbung mitbekommen, bin nicht von einem Aktions-Plakat darauf hingewiesen worden, dass Sterben zum Leben gehört, es jederzeit vorbei sein kann – denn das trifft auf mich wie auf jeden anderen Menschen in meinem Umfeld zu. Schwer zu akzeptieren vor allem bei all denen, die mir wichtig sind.

Mir persönlich hat ein Beitrag in dieser Woche wieder sehr stark die Rolle der „Gesellschaft“ vor Augen geführt. Tod wird in unserer Gesellschaft gerne aus dem Leben ausgeschlossen. Am liebsten würden wir gar nicht damit konfrontiert werden. Dass Menschen alt und bettlägrig werden, senil, krank, auf Hilfe angewiesen sind: am liebsten nicht zu sehr thematisieren. Passt nicht zu unserer Leistungsgesellschaft. Dass Kinder unheilbar krank sind und damit den natürlichen Kreislauf der Generationsabfolge durchbrechen geht gar nicht, Unfälle oder Krankheiten, die ein Leben fordern, machen uns wütend, traurig, sprachlos.

Neben der akuten Trauer kommen aber noch so viele andere Begleitelemente dazu: wie reagiert das Umfeld? Gibt es die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen, um Abschied zu nehmen? Ist es ein schnelles, überraschendes Sterben oder ein langer Prozess, in dem ein kranker Mensch sich Stück für Stück verabschiedet? …

Es ist schon geballt, eine volle Themenwoche zu einem Tabuthema zu machen und im wahrsten Sinn des Wortes auf allen Kanälen jeden erdenklichen Blickwinkel zu beleuchten. Aber ich sehe es anders, als der Autor des oben angeführten Briefs: ich bin froh, wenn Tabuthemen angesprochen werden. Wenn Menschen daran erinnert werden, dass Sterben zum Leben gehört. Jeder wird – und ich schreibe bewusst nicht muss – schließlich sterben. Das Leben ist begrenzt, für manche auf wenige Jahre, für manche auf viele Jahre. Will ich 100 werden? Ich weiß es nicht. Aber manchmal kann es unser Leben verbessern, wenn wir uns bewusst sind, dass es sich jederzeit ändern oder enden kann. So sehe ich das zumindest – und setze auf meine To-Do-Liste: bewusst leben. Mal sehen, wann ich das erledigt bekomme …

Vergeht die Zeit wirklich schneller, wenn wir älter werden?

Schon ist Montag, dabei war doch gerade noch Freitag abend und die Vorfreude aufs Wochenende riesig groß? Zwei ganze Tage voll Freizeit und gar nicht viel vor, trotzdem 1-2-3 wars auch schon wieder vorbei. Geht euch das auch manchmal so?

Und dann stelle ich mir mal wieder die Frage: war das schon immer so? Oder vergeht das Leben einfach nur schneller, wenn man älter wird? Als Kind waren die Tage doch viiiiieeeel länger? Oder? Also, wenn ich zurückdenke: die Sommerferien haben unendlich und noch einen Tag länger gedauert. Doof eigentlich, denn damals habe ich nichts sehnlicher herbeigesehnt als den ersten Schultag. Endlich alle Freunde wiedersehen, endlich wieder ein geregeltes Leben, gut, die Schulstunden, aber zum Start in den Tag leckeren Kaba (gabs damals wenn ich mich richtig erinnere wirklich jeden Tag), Warten auf den Bus an der Bushaltestelle, die Schulranzen ordentlich hintereinander aufgereiht, sodass die Reihenfolge des Einsteigens auch gerecht nach der Ankunft des Einzelnen geordent abläuft, die Busfahrt, ins Klassenzimmer laufen – der Gong zur ersten Pause. Hach, so ein Schultag hat endlos lange gedauert, mittags wars vorbei, die Fahrt nach Hause, Mittagessen, Hausaufgaben – udn danach endlose Stunden draußen spielen, toben. Der Abend kam nie. Die Tage haben als Kind und zu Schulzeiten definitiv unendlich lange gedauert. Muss so sein!?

Und am schlimmsten war es, auf etwas zu warten: Weihnachten, Geburtstag, Geschenke – da hat die Wartezeit noch mal mindestens dreimal so lange gedauert. Die Tage haben sich endlos hingezogen? Vor allem, wenn es der letzte Tag vor Weihnachten war? Oder der letzte Tag vor dem Geburtstag? Grausam lange …

Ich kann mich auch als Teenager erinnern, dass alles endlos gedauert hat, vor allem, bis man seinen jeweiligen Schwarm ENDLICH wiedergesehen hat. Nur Tage vor Prüfungen, die waren immer viel zu schnell um!

Vielleicht liegt es daran: vielleicht ist es als Erwachsener immer so, dass man von Terminen gejagt wird, die eher unangenehm sind? Nichts, was man herbeisehnt? Nö, kann auch nicht sein – denn den Urlaub, den sehne ich herbei, er ist schnell da, aber noch viel schneller rum. Dates, sind immer viel zu schnell da, anstatt dass man ordentlich Zeit hätte, sich umfassend vorzubereiten, täglich Sport zu machen, um die 5 Kilo wegzubekommen, die Haut zum Strahlen und das Haar zum Glänzen zu bringen …. Nein, die Zeit vergeht einfach schneller, wenn man älter ist – ob man sich auf etwas freut, oder auch nicht.

Da hilft nur, jetzt zu leben? Also im Hier und Jetzt, ganz im Augenblick – denn dann gibts keine Vorfreude und auch keine Enttäuschung? Alles, was man braucht, ist in diesem Moment da – schön, dann geh ich jetzt heim und freue mich drauf, einfach nur keine Verpflichtung zu haben. Oder wollte ich nicht putzen? Ähm, also – mal sehen ….