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Spruch zum Wochenende: Gute Besserung

Heute gibt’s statt einem Spruch einen guten Wunsch für die bezaubernde Nichte: ich wünsch dir von Herzen, dass du schnell wieder gesund wirst. Leider dauern die Windpocken ein paar Tage, zu doof, denn du teilst dir ja mit mir das eher ungeduldige Naturell. Jetzt musst du noch ein bisschen warten, dazwischen kommt noch das große Jucken … aber dann bist du wieder pumperlgsund. Gute Besserung!!!!

Zusammenfassung aus Kindersicht

Zur Hochzeitsfeier waren ja doch eine ganze Reihe kleiner Besucher anwesend, mir bietet sich damit eine gute Möglichkeit, noch mal alles aus ihrem Blickwinkel zusammenzufassen:

  • Wer die Chance hat, einer Braut am Hochzeitsmorgen beim Schminken und Anziehen zuzusehen, sollte es tun – auch wenn das für fast 7jährige irgendwann langweilig wird. Zum Glück gibt’s zwischendrin Jobs wie Fön holen und Onkel oder Goßeltern ärgern …
  • Die doofe Tante hat die Nichte eine Stunde länger schlafen lassen, das konnte nur durch ein Frühstück auf dem Kanapee mit Blick auf die werdende Braut gutgemacht werden.
  • Das Ringmädchen ist beim ersten Erscheinen des Brautpaars auf der Treppe vor der versammelten Hochzeitsgesellschaft die eigentliche Attraktion …
  • In der Kirche ist fast alles, was vorne passiert, ziemlich langweilig – außer der Herr Pfarrer reißt einen Witz (zum Glück hatte er davon ein paar mehr auf Lager). Wenn man nicht nach hinten schauen darf, dann muss man notgedrungen Bruder/Schwester schubsen, kneifen, sich gegenseitig ärgern …
  • Die Kirche dauert viel zu lang – auch wenn’s wie vom Herrn Pfarrer gewünscht „zackzackzack“ ging.
  • Fürbitten lesen bietet eine willkommene Abwechslung.
  • Kann die bezaubernde Nichte doch nicht ahnen, dass sie gemeint ist, wenn der Herr Pfarrer fragt, wer das Ringkissen halten will … ?
  • Die Dorfkinder halten die Hochzeitsgesellschaft auf und sahnen schon bei Hochzeit 1 richtig gut ab, nach Hochzeit 2 ist dann Wohlstand ausgebrochen (ein Dorfjunge hat seinen Papa genötigt, noch mal mit ihm in den Supermarkt zu fahren, um ein zuvor fürs Taschengeld zu teures Magazin zu erstehen …)
  • Vor lauter „wann sind wir endlich dran“ hat die bezaubernde Nichte ihre Brauttante doch beinah zu Fall gebracht, diese Gratulation war im wahrsten Sinn des Wortes umwerfend.
  • Im Hochzeitsstadl ist weniger wichtig, wo alle sitzen – wirklich wichtig ist, wo man spielen kann. Was, nur leere Blätter und Buntstifte? Pah – zum Glück haben Sohn und Tochter des Cousins ihre Federmäppchen (rosa und blau) dabei, mit Filzies !!! Papier wird gnädigst das vom Brautpaar bereitgelegte verwendet.
  • So können alle erst mal ein Bild fürs Brautpaar malen … und ein paar mehr für die Braut 🙂
  • Endlich essen, was ist das? Und das? Und das? Egal, erst mal alles, was Schinken oder Gselchtes ist, den anderen am Tisch weghappsen … ein Schnitzel in Hasenform? Haps! Obatzda – nein, nein, nein, bloß kein Brot dazu. Bei uns gibt’s kein Gselchtes mehr – ich schau mal bei den anderen …
  • Zum Glück kommt die Sonne raus, eeeeendlich – auf den Spielplatz, yiiippiiiieeehhhh!
  • Achso, erst noch ein Gruppenbild machen, maul, aber gut, wenigstens dürfen wir hüpfen, spingen, Grimassen schneiden, hahaha, die Fotografin ist lustig – manno, warum dürfen wir jetzt nicht gegen das Brautauto, den Bulli treten, ist doch auch sooooo lustig???
  • Mit Springseilen durchs Dorf hüpfen, auja – und Kastanien vom Baum werfen, Hurra!
  • An der Fotoboxen kann man x saudumme Bilder machen, toll!
  • Zum Gästebuch gibt’s x Stempel, kann man für alle Gäste schon mal im ganzen Buch vorarbeiten ….
  • Mit Mama und Papa und der kleinen Schwester schon vor Tanzbeginn eine Runde auf der Tanzfläche drehen, geht. Gut.
  • Immer der Braut hinterher, egal bei was. So ein bisserl verliebt dürfen wir auch in die Braut sein, oder Herr Bräutigam?
  • Kuchenhunger – warum müssen wir jetzt noch mal genau auf das doofe Anschneiden der Hochzeitstorte warten …?
  • Wenn man mit stolzgeschwellter Brust allen erzählen kann, dass man an der Grafik zur Werbung auf der letzten Seite der Hochzeitszeitung mitgearbeitet hat (und dann ist man auch gleich getröstet und nicht mehr gar so arg irritiert, dass nur zwei Zeichnungen es ins Blatt geschafft haben, der gestrengen Frau Schlusskorrektorin ist nämlich durchaus aufgefallen, dass ein weiteres Wie-ein-Kind-malt Zeichenwerk nicht der Feder der bezaubernden Nichte, sondern der ihrer Frau Mama entstammte …)
  • Wenn sonst alles langweilig ist hat die supertolle „Tante“, die sowieso einfach viel tollerer als alle anderen Anwesenden ist, weil sie schon so toll geboren wurde (sorry für den Sarkasmus, aber nach eingängigem Studium ihrer Website ist das die Zusammenfassung ihrer Vita) jede Menge hochinteressanter YouTube-Videos … kein Wunder, dass Abendessen und Tanzen hochwillkommene und doch etwas spannendere Programmpunkte waren.
  • Die bezaubernde Nichte war schon vor dem Abendessen stehend k.o., weshalb die ganze Familie nach Hause gefahren ist, was bei den erwachsenen Familienmitgliedern keinerlei Begeisterung hervorrief, obwohl bekanntermaßen an so einem Festtag genug Nahrungsaufnahme für mehrere Tage stattfindet …
  • In der Kids-Lounge, die mein Bruder für die kleinen Gäste aufgebaut hatte, sollen einige kleine, aber auch größere beim Nickerchen gesichtet worden sein …
  • Tochter und Sohn meines Cousins und ein paar andere Kids haben sogar noch bis spät auf der Tanzfläche mitgetobt, aber alle haben sie auf der Heimfahrt schon nach wenigen Metern seligst geschlummert.

Mein Eindruck war, dass es kleinen wie großen Gästen rundum gut gefallen hat, das bisschen Regen am Vormittag haben Wolken und Sonne am Nachmittag einfach weggeschoben. Und am schönsten war der nächtliche Sternenhimmel auf der Heimfahrt, würde ich doch wenigstens ein paar Sternbilder kennen, dann könnte ich berichten, so kann ich einfach nur schreiben: es war sternenklar und einfach wunderschön!

Kindheitserinnerungen #4: Kindergartenzeit

Als Dorfkind war meine Kindergartenzeit geprägt durch das Autofahren, also den Transport. Ein paar Kinder aus dem Dorf, meistens die gleichen, alle gemeinsam im hellblauen VW Käfer meiner Eltern. Oder wahlweise in anderen Kleinfahrzeugen, wie das damals eben „normal“ war. Wir hatten zwar schon so was wie Sitzkissen, die aber eh nie für alle ausgereicht hätten. Deshalb Tür auf, Sitz nach vorne kippen, alle hinten rein, einsteigen und die paar Kilometer nach Hause fahren. Wenn’s zu voll auf dem Rücksitz wurde durften auch mal einer oder zwei auf den Beifahrersitz, yeah! Alle stiegen bei uns im Hof aus und liefen nach Hause. Ja, die Kinder liefen auch einfach raus aus dem Kindergarten, es gab kein Klingeln, keinen angekündigten Abholer, wenn die anderen Eltern noch nicht da waren fuhr eben einer mehr mit …

Ich habe nicht mehr viele konkreten Erinnerungen, außer an meine ersten beiden Tage, über die ich hier schon mal geschrieben habe. Und an einen Tag, an dem es alle besonders eilig hatten, rauszukommen. Zum Kindergarten ging’s eine steile Treppe hoch, wer rauswollte, musste da runter. An diesem Tag war ein großes Gedränge und Gerangel, ich hatte Probleme beim Schuhe wechseln und war plötzlich mittendrin. Wurde selber geschubst und bin gestolpert, blieb aber irgendwie auf beiden Beinen. Eine meiner Kindergartenfreundinnen hatte nicht so viel Glück, sie ist die vielen Stufen heruntergefallen, kam auf dem Unterkiefer auf, hat übelst geblutet und sich zwei (Milch-)Zähne ausgeschlagen. Aua. Mich schüttelts heute noch, war auch damals pures Mitleid.

Und noch an eins erinnere ich mich: als Kindergartenkinder und auch in den Grundschuljahren durften wir mit auf Wallfahrt gehen. Jedes Jahr laufen aus allen Dörfern der Gemeinde Gruppen zu einem kleinen, uralten Wallfahrtskirchlein in der Nähe, ich glaube, Termin ist der Montag nach Fronleichnam. Der Fußmarsch dauert etwa eine Stunde, das schaffen auch Vierjährige-Plus. Nur: so lange und vor allem die ganze Zeit beten? Langweilig. Insofern war unsere sonst immer lächelnde Kindergartenschwester „etwas“ geplagt. Vor allem, als wir vom Weg rechts in den Wald abdrifteten, natürlich immer paarweise, so, wie wir eben nebeneinander her gehen sollten … aber das war nun mal zu verlockend. Oder quatschen, kichern, sich Beobachtungen zuflüstern. Oder beim Überqueren der Straße Dummheiten machen. Zum Glück hat die Andacht am Ziel nicht zu lange gedauert und dann waren auch schon die Eltern da, um uns am kleinen, begleitenden Jahrmarkt in Empfang zu nehmen. Sonst hätte die Ärmste sicher komplett die Kontrolle über ihre Kindlein-Schar verloren. Kindlein hat sie uns immer so liebevoll genannt, also nicht nur meinen Jahrgang, sondern alle ihre vielen Gruppen, die sie noch bis ins hohe Alter betreut hat. Ich mochte sie, richtig gerne, und hab mich immer gefreut, sie zu treffen und mit ihr zu ratschen, sie war eine ganz liebevolle Ordensfrau, hatte mich auch als Erwachsene noch ein Stück weit in ihr Herz geschlossen. Und durfte sie verabschieden, als das Kloster aufgelöst wurde.

Ja, so war sie, meine Kindergartenzeit, unbeschwert und mit zwei Jahren zum Glück überschaubar. Ich bin gerne hingegangen, war dann aber auch froh, als es nach den großen Ferien mit der Schule losging. Und freue mich, dass Nina dieses Mal in ihrer Rubrik „Kindheitserinnerungen“ nach diesem Lebensabschnitt fragt.

Macht’s Spaß?

Die letzten Tage geht es auf der Baustelle wieder richtig los, es waren große Aufgaben, viel Dreck. Nicht alles fühlt sich gut an. Wenn dann zwischendurch die bezaubernde Nichte vorbeischaut, dann hat sie für Arbeiten null Verständnis. Hält alles vom Spielen ab. War im letzten Sommer noch hin und wieder was dabei, für das man sie begeistern konnte, ist das ein Jahr später schlicht anders. Na gut, mit viel Glück machen wir in ein paar Monaten auch wieder ganz andere Sachen zusammen. Bis dahin bereitet ihr zumindest eins diebisches Vergnügen: sie läuft mit Oma, Opa oder Mama am Arbeitenden vorbei, bleibt kurz stehen, schaut skeptisch und fragt: „Macht’s Spaß?“ Und amüsiert sich königlich, wenn der Gefragte genervt die Augen verdreht …