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Ferienlangeweile

Im Radio habe ich einem Moderator gelauscht, der meinte, seinen Kindern sei es in den Ferien so sterbenslangweilig, dass er und seine Frau nun wirklich im Stress seien, um sie zu bespaßen … warum eigentlich? Ich kann mich nicht erinnern, dass Langeweile jemals geschadet hätte? Es hat entweder dafür gesorgt, dass ich mir etwas überlegen musste – oder ich hab irgendwann begonnen, die Langeweile zu genießen. Mich im Nichtstun gesuhlt … und das ist übrigens genau der Zustand, nach dem ich mich hin und wieder sehne. Ich kann mich schlicht gerade nicht daran erinnern, wann ich mich zum letzten Mal so richtig gelangweilt habe.

Übrigens sind auch die Profis von der Elterncouch der Meinung, dass Langeweile für Kids alles andere als schädlich ist – und ob es den Eltern gut tut, ihrem Nachwuchs immer Programm zu bieten sei in Frage gestellt?

Die Patenkinder sind ab heute alle unterwegs im Urlaub, und auf Reisen nach Cornwall und an die Havel kann es ja zum Glück gar nicht wirklich langweilig werden, weil man ja sogar beim Dummschauen was anderes sieht, als Zuhause 😉

Spruch zum Wochenende: Weil es ist, wie es ist

„I want no ordinary lover. I want a fucking storm. I want sleepless nights and endless conversations at 4 am. I want passion, I want madness. I want someone who’s able to make my whole body shiver from a distance and also pull me close to make sense of all my bones.“ (Raf B.)
Mehr Worte müssen nicht geschrieben werden …

Als ich noch Ferien hatte

Was früher die Ferien waren ist heute der Urlaub? Seh ich nicht ganz so, denn schon mal allein 6 Wochen Sommerferien machen meinen gesamten Jahresurlaub aus. Dazu hatte ich als Schülerin ja noch mal je zwei Wochen zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten … Ja, ich vermisse manchmal dieses Gefühl von mehr freier Zeit. Was mir an ein paar freien Tagen aber noch viel mehr auffällt: ich hätte gern mal wieder nichts vor. Einfach in den Tag hinein abhängen, keine Verabredungen, Erledigungen und Pflichten. Nichts zu tun, einfach mal so richtig langweilen. Kein Buch, das gelesen werden will, kein Arztbesuch, den ich am freien Tag mache, weil es sonst zu sehr stresst, kein Gerümpel, das sich durch die Renovierung angesammelt hat und mal entsorgt werden will, keine Ausflüge, keine Verpflichtungen, … Hab’s gestern versucht, hab mir so fest vorgenommen, nichts zu tun, hat morgens mit noch mal im Bett umdrehen immerhin ein kleines bisschen geklappt, das seh ich als Erfolg. Danach kam mir dieses Erwachsenending dazwischen: könnte hier ein bisschen geputzt werden, da ein paar Maschinen Wäsche machen, aufhängen, verräumen … Aber immerhin hatte ich auch etwas Zeit, den Schmetterlingen beim sich-Sonnen zuzuschauen. Und ich hab die Teenager-Kuh-Rasselbande auf der Weide und ihre Gruppendynamik studiert. Das ist zugegeben etwas, das mir als Kind gar nicht so aufgefallen wäre. Und ich hab ja noch ein paar Tage, um nichts zu tun 😉

Und weil so viele über den Sommer und das Wetter jammern habe ich mich mal erinnert, an früher, an die Ferien meiner Kindheit und Jugendzeit. Und da ist mir ein Sommer eingefallen, in dem es ähnlich warm wie dieses Jahr war, nur war es sogar permanent drückend schwül. So erlebten wir täglich oft mehr als ein Gewitter. Und das, wo wir doch am liebsten im Freibad abhingen, natürlich mit dem Fahrrad. Einmal hat es uns an einem Nachmittag sogar zweimal erwischt, für mich besonders schlimm, denn die neuen Espadrilles waren für die Regengüsse nicht geeignet, hab ich direkt wegschmeißen müssen, die nassen Sohlen wurden steinhart. Ein paar Tage später hat uns ein Gewitter sogar so heftig überrascht, dass meine Mutter meinen Vater im Auto ausschickte, uns abzuholen – die Räder blieben stehen ….

Was wir haben und nicht haben

Vor vielen Monaten habe ich auf einem meiner Blogs, die ich gern und regelmäßig besuche, mal diesen Artikel gelesen: Was wir haben und nicht haben. Den ich sehr gut und vor allem lesenswert finde. Und deshalb abgespeichert hatte, um mich in einer ruhigen Minute damit zu beschäftigen. Mit Zeit, mit Muse, mit der Möglichkeit, Gedanken zu Ende zu denken. Minuten, Zeit, freie Zeit zum Nachdenken – tatsächlich etwas, was ich nicht oft genug haben kann … Vor allem nicht mehr so oft wie früher, als das Leben noch nicht vom Beruf bestimmt wurde. Als Leben noch eine andere Bedeutung für mich hatte. Ja, das sehe ich so. Denn ein Großteil meines Lebens ist heute der „Job“. Die Gedanken kreisen um Aufgaben, um Herausforderungen, Projekte. Ich habe mir selbst einen Platz in meinem Leben eingeordnet, aber gar nicht mal so selten ist mein privater Platz geringer als der berufliche …

Meine beste Freundin, deren Weisheit und Gedankentiefe ich so sehr liebe und schätze, hat in den letzten Monaten oft gefragt: wann haben wir uns zum letzten Mal gelangweilt? Und wir philosophieren viel darüber, warum alles um uns rum so dicht gedrängt ist, warum uns ruhige Gespräche so gut tun. Wir uns im Dialog so mit uns beschäftigen? Warum Zeit so kostbar wird? Was bedeutet das überhaupt? Zeit haben, generell: Haben. Was ist das? Bedeutet das, etwas besitzen? In der Hand halten? Sich sicher sein? Mal ganz ehrlich: was haben wir? Und vor allem: was haben wir nicht?

Im Text geht es gleichermaßen um materiellen Besitz und ideelle Werte, was man mit Geld bezahlen kann? Vergänglich! Liebe, Freundschaft, Sympathie, Menschlichkeit. Leider auch an den sterblichen, vergänglichen Menschen geknüpft. Also nicht ewig und unendlich.

Was ich aus diesem Text ziehe? Ich HABE eine Fähigkeit, den Augenblick zu genießen, im Hier und Jetzt anzukommen. Statt zu lamentieren lieber die Sekunde, Minute oder Stunde genießen, in der ich bin. So wie ich bin. Und spüren, mit wem ich zusammen bin. Den Menschen wertschätzen und seine Präsenz aufnehmen. Das ist so viel wichtiger, als alle Pläne der Zukunft und Erinnerungen an Vergangenes. Was wir nicht haben ist ewiges Leben, egal, an was wir glauben, egal, was später kommen mag. Alles immer auf später verschieben? Sich so viel für irgendwann vornehmen? …

Was wir haben, jeder einzelne von uns, ist das eine eigene Leben, jeder einzelne Moment davon so unendlich kostbar. Deshalb leb ich es, bewusst, jetzt!