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Sommertage

Sommer in der Stadt – Werksviertel München

Sommer in der Stadt ist ganz anders als Sommer auf dem Land – also zumindest für mich. In der Stadt bedeutet Sommer, dass man gefühlt nie allein ist. Von früh bis spät sind die Menschen in der Stadt unterwegs – schon sehr früh Jogger und Sportler, später bevölkern unzählige Fahrrad- und Vespa-Fahrer die Straßen der Stadt. jeder lechzt nach draußen sein, die einen knallen sich in die Sonne, aber auch auf den Schattenplätzen sitzt man dicht an dicht – und zwar bis in die kühleren Abend- und Nachtstunden.

In diesem Jahr merke ich noch mehr als sonst, dass mir diese Wochen draußen auf dem Land lieber sind. Da bin ich „alleiner“. Und kann das Sommergefühl genießen, ohne mich ständig in meinen „Sicherheitsabstand“ bringen zu müssen …

Deshalb nutze ich Tage wie diese. Es ist etwas kühler mit Regenschauern. Da bleibt der städtische Sommerfrischler lieber drin. Und ich kann sogar mal durch den „Sommer in der Stadt“ schlendern …

Sonntagsfreude: Sommerfrische

1d05c551-7ab3-48d5-a5b1-123696b7ea19Einst ein wundervoller Brauch: wir fahren in die Sommerfrische.

Die letzten Tage hatte ich so das Gefühl, dass ich ein bisschen besser verstehe, wie sich unsere Vorfahren dabei gefühlt haben mögen. Von Tag zu Tag sind die Temperaturen gestiegen. In der Stadt unerträglich heiß – wie glücklich bin ich jedes einzelne Mal, wenn ich mich Freitag nach der Arbeit (und das ist ja seit meinem Jobwechsel wirklich Freitag am Nachmittag :-)) auf den Weg aufs Land hinaus mache. Gefühlt ist das für mich jedes Mal: ab in die Sommerfrische. Auch wenn es durchaus gar nicht kühler ist, draußen auf dem Dorf.

Freitag sind auch schon die Nichten angereist, bedeutet: das Planschbecken war bereits befüllt und da herrschte Hochbetrieb. Gestern hab ich dann die noch etwas kühlere Morgenstimmung genutzt, um die Hälfte des Lavendels im Beet zu schneiden (in der Hoffnung, dass er im Herbst noch mal eine zweite Blüte einlegt). Die zweite Hälfte reicht noch locker aus, um tausende und abertausende von brummenden Pollensammlern mehr als glücklich zu machen.

Lang war ich nicht allein, schon saß Nichte 2.0 auf der Treppenstufe und hat mich beim Arbeiten beaufsichtigt. Trotz schweißtreibenden Temperaturen wurden wir zu dritt zum Einkaufen geschickt. Beim letzten Mal wollte 2.0 noch im großen Einkaufswagen sitzen, mittlerweile schiebt sie „meinen ganz eigenen“ Kindereinkaufswagen. Etwas herausfordernd, denn dass da auch andere Menschen sind stört sie nicht besonders … Egal, wir haben die Tour durch den Supermarkt ohne größere Blessuren überstanden. Beim Metzger musste sie plötzlich „schnell Pipi“. Puh, Tanten sind mit so was überfordert!!!! Gut, dass da auch gut organisierte Mamas unterwegs sind, die wissen, dass die Eingangstür zum Italiener und damit der Weg zum Klo offen ist.

Danach haben wir uns in den Schatten verkrümelt, Picknickdecken ausgelegt und viel Zeit im und ums Planschbecken vertrödelt. Gut, dass ich das riesengroße Wasser-Glas mit ein paar Brombeeren und Wasser gefüllt habe. So gabs immer Nachschub, weil „irgendwann muss das ja mal nach Brombeere schmecken“, oder?

Und im schattigen Garten, mit Hängematte, Liegen, Picknickdecken, Rutschen, Schaukeln und viel Platz – da fühlt es sich einfach herrlich nach Sommerfrische an. Das waren 24 Stunden, die sich ein klitzekleines bisschen wie Urlaubstage angefühlt haben.

Zwischen den Jahren

Meine Familie ist ja bekannt dafür, dass es bei uns eher nie langweilig wird, deshalb haben mein kleiner Bruder und seine Frau ihren Umzug auf die ruhige Zeit zwischen den Jahren gelegt. Sie ziehen von der Stadt zurück aufs Land. Das eingespielte geschwisterliche Umzugsteam wurde zeitweise durch ein befreundetstes Paar und weiteren Familienzuwachs ausgebaut. Weil, auch wenn die Wohnung nicht riesengroß ist und im Vorfeld viiiel ausgemistet wurde … ihr kennt das Thema 😉

Zur Stadtwohnung im wunderschönen Stadtteil Giesing geht es einige Stockwerke hoch, Altbau, niedrige, knarzende Treppenstufen. Die sind wir in den letzten beiden Tagen unzählige Male mit mehr oder weniger Ballast runter und wieder rauf. Und von vorn. Die halbe Wohnung haben wir gestern bereits zu viert umgezogen, den Rest heute zeitweise zu acht. Witzig war, dass der Cousin, der auch zum schwer mit anpacken eingeplant war, genau in dem Moment in den Hof reinfuhr, als wir gerade alles in der neuen Wohnung (Übergangslösung für die Bauzeit des eigenen Heims) oben hatten …

Gestern war Nieselregen und bäh, heute hatten wir es zwar kalt, aber sogar sonnig. Mit sehr besonderen Lichtspielen. Die Fahrt raus aufs Land war ziemlich toll, begleitet von Turmfalken, Reihern und sogar einem Bussard, der mich, seelenruhig auf einem Ortsschild sitzend, gemustert hat. Und solche Momente entschädigen mich bekanntermaßen für die jetzt schmerzenden Wadl. Meine anscheinend festsitzende Halsentzündung hab ich dazu ganz gut im Griff, Thymian und Salbei gurgeln, inhalieren und dazu Unmassen von Tee – jetzt wieder eine Mütze voll Schlaf.

Und morgen? Morgen hab ich frei. Frei. Bin sehr neugierig, ob mir morgen langweilig wird …?

Sonntagsfreude: Urlaubsgefühle


Ich muss schon etwas grinsen, denn das schlechte Gewissen, gekündigt zu haben und immer noch nicht zu wissen, wie es weitergeht – das bleibt seit Tagen aus. Ich habe die letzten Tage und Wochen – endlich mal wieder – viele Menschen getroffen, und merke: ich habe aufgehört, „es“ zu erklären. Sondern gebe einfach nur noch den Status Quo weiter. Und dass es mir damit gut geht, muss ich nicht mehr erklären. Man sieht es mir an. Schon in den ersten Urlaubstagen meinte eine Freundin: „Du siehst aus, als ob dir eine Riesenlast von den Schultern genommen wurde – du gehst wieder viel aufrechter und unbelasteter …“


Das zieht sich durch. Und ich nutze meine Zeit, es laufen Bewerbungen, ich führe Gespräche. Dazu sehe ich Freunde, die ich lange nicht getroffen habe. Ich kümmere mich um mich, tue, was ich lang nicht geschafft habe, verbringe Zeit auf dem Stadt-Balkon und im Garten auf dem Land, lese Bücher, genieße meinen Urlaub dahoam …


Und daneben entsteht gerade eine kleine Idee, aus ein paar Gedanken ist ein Konzept geworden, das ich als ersten Entwurf aufs Papier bringe. So richtig nichts tue ich also nicht, aber es ist meine Form von Auszeit – und es tut mir gut und fühlt sich deshalb richtig an.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“