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Einseitige Telefonate

Dieses Wochenende hab ich mit meiner bezaubernden Nichte telefoniert. Eigentlich mit meiner Schwester, über mögliche Geschenke zum bevorstehenden 3. Geburtstag. Natürlich hat das Energiebündel im Hintergrund nach kurzer Zeit ohne wirkliche Ergebnisse energisch gefordert, mich zu sprechen. Gesagt getan, der Telefonhörer wandert zu ihr, ich beginne zu plaudern. Am anderen Ende der Leitung bleibt es unerwartet und verdächtig still. „Bist du noch dran?“ … „Hallo?“ … „Hallo, hallo, hallo…?“ Ich muss lachen, weil keiner mit mir spricht – da kichert das andere Ende des Telefonhörers. „Muss mein Eis essen…“ Alles klar: Eisschlecken und gleichzeitig Telefonieren geht nicht. Prioritäten klar verteilt. So einfach ist das in der Welt einer 3jährigen. Die sich nicht die geringsten Gedanken über Multitasking macht, aber mit mir telefonieren will. Und Eis schlecken. Und dann auch gleich wieder spielen. Geht doch auch alles problemlos. Und lachen tut schließlich immer gut, oder?

Spruch zum Wochenende: Heiterkeit

Was haben wir die letzten 3 Tage gelacht, aus ganzem Herzen, mit Tränen in den Augen. Immer wieder, oft so sehr, dass wir schon keine Luft mehr bekommen haben, Schnappatmung, der Kopf hochrot angelaufen, mit den Händen auf dem schmerzenden Bauch. Vom Lachen. Und wenn der Heiterkeitsschub Grade am Abflauen war musste wieder eine von ganz tief unten anfangen zu kichern. War das wunderbar. Ich hatte gestern morgen Bauchmuskelkater vom vielen Lachen am Freitag. Schön, wenn ein Freundinnenwochenende so lustig war? Ich hoffe, ich werde nicht vergessen, worüber wir so lachen mussten, aufschreiben kann man es nicht, denn die Komik entsteht aus der Situation, das kann keiner nachlesen und dann mitlachen. Schade eigentlich? Egal, fest steht, dass ich nach diesen Tagen den Spruch zum Wochenende meinem weisen Lieblingsdichter Herrn Goethe widmen muss:

„Das Leben lässt sich ohne Heiterkeit nicht denken.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Im Teufelsrad

Ich mag die einfachen Dinge, amüsiere mich gern und lache viel. Einer meiner Lieblingsplätze auf der Wiesn ist deshalb das Teufelsrad. Hier könnte ich Stunden verbringen, jungen und alten Männern in und ohne Lederhosen zuschauen, wie sie sich Runde für Runde übereinanderwerfen. Mädels, die gar nicht ladylike die Dirndlröcke raffen und möglichst lang auf der Drehscheibe bleiben wollen. Am besten sind die Kommentare des Moderators, der die Schiedsrichterin beim Boxkampf gleichzeitig liebevoll „Miss Potsdam“ nennt und als dummes Ganserl bezeichnet. Der nach jeder Runde „Guad is’s wieder ganga…“ sagt. Der spontan ist, sich nicht aus der Ruhe und aus seiner Show bringen lässt. Dem zu jeder Situation etwas einfällt, der immer einen passenden Spruch kennt. Der nie böse, sondern immer nur ehrlich ist. Wenn die Mädels kein Hoolahoop können macht er sich über die Gänse lustig, gibt aber auch konstruktive Tipps. Alles ist mit einem Augenzwinkern, das ganze Team passt auf, dass sich keiner verletzt. Auch, wenn alle gern als Deppen bezeichnet werden. Für mich ein Place to be, freu mich auf den letzten Wiesn-Tag, auf den Zapfenstreich im Teufelsrad, ein perfekter Abschied, mit viel Lachen und viel Vorfreude aufs nächste Oktoberfest.

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Kann man auf der Wiesn nüchtern sein und Spaß haben?

Diese Frage höre ich Jahr für Jahr. Manchmal trinke ich aus Höflichkeit mit, weil Menschen schier nicht fassen können, warum sonst man auf die Wiesn gehen sollte, als sich zu betrinken. In meinem Fall kann ich sagen: mir schmeckt Bier nicht, ich trinke generell eher selten, mein Verlangen nach Alkohol ist sehr klein. Auch außerhalb der Wiesnzeiten gehe ich nicht mit der Absicht los, mich – um mal Jugendsprache zu verwenden – wegzuschütten. Warum genau sollte ich also auf der Wiesn trinken? Weil das die meisten anderen Besucher tun? Kein guter Grund, wie ich finde. Da es mir weder Spaß macht noch ich immer das tue, was andere tun oder von mir erwarten: ich bleibe meistens nüchtern. Und hab riesig viel Spaß.

Mir gefällt das Oktoberfest, ich beobachte viel, singe und tanze gern, flirte viel, genieße die Stimmung, schmunzle, lächle die meiste Zeit. Und wo sonst gibt es die Gelegenheit, über die kleinen Unfälle anderer Menschen so aus vollem Herzen zu lachen? Die haben sich über Stunden zulaufen lassen, voll Absicht, wenn sie dann restlos betrunken einschlafen, vom Tisch fallen, torkeln, stolpern, dann lache ich sie gerne aus. Das ist nicht böse gemeint, aber es sieht einfach meistens soooo lustig aus. Und sie tun sich ja nicht weh dabei, oder spüren es zumindest nicht 😉

Klar werden viele Wiesnhits gespielt, klar ist nicht jeder Titel mein Geschmack, klar gibt es nettere Umgebungen, um zu feiern. Aber darum geht’s nicht: es ist Wiesnzeit. Klar ist es anstrengend, wenn man sich Betrunkene vom Hals halten muss, klar wird’s irgendwann schwierig mit der Kommunikation, klar bekomme ich auch die unschönen Seiten mit, sehe viel, was ich nicht sehen will. Aber: ich bin nüchtern, ich kann gehen, wann und wie ich will. Manchmal könnte sich eh keiner erinnern, ob ich mich verabschiedet hab. Und manchmal bleib ich trotzdem, weil ich Spaß habe, auch wenn keiner mehr was davon mitbekommt. Und ich bin sicher, da bin ich nicht der einzige Wiesnbesucher, der das gerne nüchtern mitmacht. Weil auch das Spaß machen kann 🙂