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Sonntagsfreude: Tantenpflichten

Heut bin ich ein kleines bisschen stolz, denn üblicherweise bin ich zwar eine tolle Tante, die immer Zeit für die Patenkinder findet. Wenns aber um das Thema Anlässe und Geschenke geht hab ich mich in der Vergangenheit oft genug als nicht sehr gut organisiert herausgestellt. Und musste Last Minute mehr oder weniger improvisieren … setzen, ungenügend.

Jetzt feiern bezaubernde Nichte und Mademoiselle als Drittklässlerinnen im Mai (zum Glück an zwei aufeinander folgenden Sonntagen, uffz! Große Erleichterung, hätte auch schiefgehen können!!!) ihre Kommunion – und die Geschenke zum Mitbringen sind heute Nachmittag bereits fertig verpackt und warten auf die Übergabe. Endlich mal hab ich meine Tantenpflichten so tiefenentspannt stressfrei hinbekommen – das eigentliche Geschenk wird wie für mich üblich Zeit sein. Ich muss also noch zwei Ausflüge mit ganz viel Mädelszeit planen, das bekomme ich aber bestimmt selbst spontan hin (wobei: zumindest das Ziel sollte vorher klar sein und die groben Ideen stehen auch bereits 😉).

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Sonntagsfreude: Kommuniontag

Gibt ja bei Feierlichkeiten gefühlt oft jemanden, der das Haar in der Suppe finden will … Schade eigentlich, denn mal ganz ehrlich: am Kommuniontag geht’s ums Kommunionkind, nicht um die Gäste. Schön, dass der Sohn meines Cousins und seine kleinen Mitstreiter heute von morgens bis abends im Mittelpunkt standen. Der Pfarrer hat sich beim Festgottesdienst und in seiner Ansprache ausschließlich auf die Kinder konzentriert, das Aprilwetter hat mit seinen kleineren Schneeschauern nur beim Essen gestört, sonst gabs Sonnenschein – und dass es etwas kühler war hat witzigerweise keines der Kids gestört (dafür die Damen, die durch ihr frühlingshaftes Outfit erbärmlich frieren mussten … Selber schuld?) Und was in Erinnerung bleiben wird? Die Geschenke? Das leckere Essen? Bei den Mädels, ob die Frisur gepasst hat? Bei den Jungs: die werden sicher noch lange den aufziehen, der vor lauter Nervosität 2 mal rausgehen musste und beinahe seine erste Kommunion verpasst hätte … Der arme Kerl.

Ich hatte ein sehr besonderes Erlebnis: gestern hab ich die Kacheln, die wir auf dem Speicher gefunden haben, sauber gemacht und sortiert. Dabei hab ich dieses Einzelstück gefunden und mich spontan gefragt, wie kommt die zu uns ins Haus?

 

Dann sitzen wir heute im Wirtshaus, und was meint ihr, was mir am dortigen Kachelofen ins Auge sticht? Fast der ganze Ofen aus „meiner“ Kachel. Beantwortet zwar meine Frage nicht, aber ich fands besonders.

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita, bei ihr gibt’s heute ein Blütenmeer.


Irgendwie anders

Dieses Wochenende waren die beiden Patenmädels etwas, na ja, nennen wir es mal irritiert: die bezaubernde Nichte hat sich mit den neuen Bedingungen rund um die Baustelle bestens arrangiert. Nur dass ich da jetzt arbeite, anstatt mit ihr zu spielen, dafür reicht das Verständnis definitiv nicht. Am Samstag reiste sie nebst der Mama an – es gab das bestellte Mittagessen und die Oma als Entertainment-Programm. Trotzdem wurde gemotzt. Lautstark. Ok, ich wollte auch noch unbedingt was fertigbekommen, und das hat gedauert … Wir haben also eine zeitliche Vereinbarung getroffen, sie durfte als kleine Belohnung – das dürfen kleine Kinder nämlich eigentlich nie nicht – mit auf den Dachboden klettern und beim Fenster hinausspähen. Ganz schön tief. Später gab es dann ausgedehntes Schaukeln, Fangen und Verstecken spielen – und sogar Besuch ist zum Prinzessinnen-Picknick auf der Frühlingswiese vorbeigekommen. Kuchen und Kekse von Prinzessinnen-Tellern. Und eine neue Freundin, die schon etwas älter ist und toll malen kann. Und auf alle Anweisungen reagiert, also zumindest fast. So schnell ist die Welt dann wieder ziemlich in Ordnung?

Für Mademoiselle war die Kommunion des großen Bruders in der Theorie ok, denn die geliebten Großeltern und alle möglichen anderen Menschen kommen. Und bringen Geschenke. Nur nicht alle hatten etwas für sie dabei. Ich ehrlich gesagt auch nicht, das hab ich einfach vergessen … Aber: es gab eine großartige Hello-Kitty-Tasche, passend zur einen Strickjacke (es mussten eine in blau und eine in rosa eingepackt werden, sie will für jede Gelegenheit passende Outfits dabei haben) mit viel Glitzer. Da passten die Kekse und die beiden Spielpackungen rein, die sie bekommen hat. Aber so ein kleines bisschen war ihr die Enttäuschung dann doch anzumerken, dass nicht jeder an sie gedacht hat. Entschuldigung! Und mein Herz hats schon etwas zerrissen, dass der Trennungsschmerz dieses Mal beide Patenkinder erwischt hat, beim Großen war ich vorbereitet. Aber auch bei der kleinen Schwester flossen die Tränen in Strömen über die Wangen, als es ans große Pfiade-Sagen ging. Das war echt traurig!

Gut, dass das nur einzelne Tage sind und längst wieder Alltag herrscht …

Das mit dem Wiedersehen nach Jahren

Als mein großes Patenkind geboren wurde, gab es ein „wir“, „wir“ wurden Paten. Als der Große noch kein Jahr alt war haben „wir“ uns getrennt. Vernünftig, weil die zwei, die zum „wir“ gehörten weder zueinander passten, noch dasselbe wollten. Nicht dasselbe fühlten, dachten, geschweige denn erlebten. Das ist schon Jahre her und meist nebensächlich. Dennoch musste ich mich gestern vor dem Wiedersehen wappnen, denn das „er“ des „wir“ hat seine Art. Die mich schon damals oft innerlich zum Kochen brachte. Nicht, was ihr denkt: „er“ hat eine Art, sich zu inszenieren. Möchte da jetzt gar nicht in die Tiefen der Psychologie einsteigen, es reicht schon, dass Eigen- und Fremdsicht oft weit auseinanderklaffen. Schein und Sein sind nicht nur als Wort, sondern auch im Sinn unterschiedlich. Jetzt ist eine Kommunion im Leben vielleicht nur ein Tag von vielen, für mein Patenkind war es ein sehr besonderer Tag. Er möchte im Mittelpunkt des Interesses stehen, hat die Menschen eingeladen, mit denen er feiern möchte. Familie und Freunde. Es ist ihm wichtig, Kommunion zu feiern. Und diesen Raum für „seinen Tag“ wünscht er sich von Herzen, er genießt Tage wie diese. Wenn ein anderer das dann nutzt, sich selbst zu vermarkten (man verzeihe mir das Wort, aber das trifft es einfach am allerbesten), das mag ich nicht. Und kann da – ganz entgegen meines sonstigen Naturells – zickig reagieren. Aber ging gut. Wie auch die Oma der Patenkinder festgestellt hat: „Schön, dass ihr so harmonisch miteinander klar kommt – nicht selbstverständlich!“

Und darauf bin ich jetzt ein winzig kleines bisschen stolz, weil 50 Prozent hab ich dann ja zur Harmonie beigetragen. Also: mindestens …. 🙂