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Spruch zum Wochenende: Das ganze schrecklich schöne Leben

Mein Spruch zum Wochenende ist ein Liedtext, den ich heute auf der Facebook-Seite des großen Konstantin Weckers entdeckt habe. Ich mag seine Stimme, seine Musikalität, seine Gedankengänge, seinen Kampfgeist, seine Art zu denken. Und auch ich würde jederzeit ja sagen, ja, ich würde dieses ganze schrecklich schöne Leben gerne noch mal leben. In all seinen Facetten. Manches lieber, manches nicht so gerne. Und ich bin dankbar, dieses, mein schrecklich schönes Leben, erleben zu dürfen. Mit allem, was dazugehört.

„Man müsste noch mal fünf, sechs Jahre alt sein und das vergessen, was danach geschehn.
Gleich hinterm Haus würde ein Zauberwald sein mit bösen Hexen, Rittern und mit Feen.

Man würd‘ um Gutenachtgeschichten betteln und könnt‘ nicht wirklich lange ruhig sein.
Man könnte sich minütlich neu verzetteln und plötzlich sinnlos durch die Gegend schrein.

Der Vater wär´der stärkste Mann der Welt, die Mutter schöner als der schönste Morgen.
Und jeden Tag erwachte man als Held, und jede Nacht wär‘ man im Lieben Gott geborgen.

Und wenn man fällt, kann man sich fallen lassen. Du weißt ja, dass dich immer einer fängt.
Kein Sommersonntag würde je verblassen. Das Leben wär‘ von sanfter Hand gelenkt.

Vor lauter Lebenwollen könnte man nicht schlafen. Man würde immer viel zu früh ins Bett gebracht.
Gesetze, Konten und auch Paragraphen würden ganz einfach ausgelacht.

Man sähe Riesen mit den Wolken ziehen, und hinterm Stadtpark parkte schon das Meer.
Und wenn es dunkel wird, muss man vor Monstern fliehen, und alles Schöne endete nie mehr.

Man würd´ auch schreien, strampeln, toben, weinen. Das Leben wäre auch sehr ungerecht.
Doch kurz darauf würde die Sonne wieder scheinen. Am nächsten Morgen wär´ der Tisch gedeckt.

Noch einmal sich vorm Nikolaus erschrecken, auch wenn er eigentlich wie Papa spricht,
dem Christkind Hand und Herz entgegenstrecken, auch wenn es sich verbirgt im Kerzenlicht.

Und all die Streitigkeiten und die Tränen? Und das was man so schmerzlich doch vermisst?
Man wär´ verzweifelt. Doch man würde sich nicht schämen, nur weil die Welt noch nicht entzaubert ist.

Willst du das wirklich? – höre ich mich fragen. Noch einmal neu erleben, was danach geschah?
Das ganze Abenteuer noch mal wagen? Das ganze schrecklich schöne Leben? – Ja!“ (Quelle WWW.Wecker.de, Text Das ganze schrecklich schöne Leben von Konstantin Wecker)

Ich wünsche allen ein tolles, farbenfrohes, herbstliches, goldenes Oktober-Wochenende, genießt es.

Mein Erich-Kästner-Nachmittag

Jeder hat so seinen Liebling, man ist Fan, findet jemanden, Sänger, Schauspieler, Typen einfach nur toll! Bin wahrscheinlich keine große Ausnahme, wenn ich hier offen bekenne: mein besonderer Mensch ist Erich Kästner. Schon seit meiner Kindheit begleitet mich seine Art zu beschreiben, seine Bücher haben mich begeistert – und sein Gedanke, sich immer daran zu erinnern, die Welt mit Kinderaugen zu sehen, das Kindsein nicht zu vergessen, sich ein Stück Kindsein zu bewahren, das ist auch mein Gedanke: nicht alles ist immer so entsetzlich ernst. Das Leben hat eine Seite, die gerne wie ein Kind, vergnügt und ohne an morgen zu denken, ganz im Jetzt und hier gelebt werden darf. Und Punkt.
Wie ich darauf komme? Ich habe einen Nachmittag mit Erich Kästner in einem Haus verbringen dürfen, das heute ein eher ungewöhnliches Museum beherbergt. Kästner hat im Haus seines Onkels als Kind viel Zeit verbracht, spielend, beobachtend, glücklich.
Glücklich hat es mich gemacht, Briefe zu lesen, Bilder zu sehen, die Bücher meiner Kindheit alle vorzufinden. Ich habe viel Neues erfahren, mich an vieles erinnert, gelächelt, gelacht, mich gefreut. Es war toll, ich bin mit einem fröhlichen Herzen rausgegangen – und mit guten Vorsätzen: bald mal wieder Emil, die doppelten Lottchen und vor allem den kleinen Jungen lesen!!!!