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Sonntagsfreude: Herbst im Altmühltal


Für was heute keine Zeit war? Ich hatte zwar das Fotografenauge dabei, aber keine Minute Zeit, um sie vielen Bilder, statt nur im Herzen, auch aufs Bild zu bannen … deshalb zwei ältere Sinnbilder, zur Stimmungsverdeutlichung.
Die Geschichte dazu: ich hab heute sehr früh meine Eltern ins Auto gepackt und wir haben einen Ausflug gemacht. Erst zu den Nichten, erstmals vollkommen ohne Arbeitsaufträge, dafür ging’s erst in den Erntedankgottesdienst (die bezaubernde Nichte hat bewährt souverän eine Fürbitte vorgetragen, der Pfarrer ist nett – und ein weiterer Drittklässler hat sich eine Hostie abgeholt, die ihm von seiner Oma wieder „abgenommen“ wurde, man kann nicht von Langeweile sprechen!), anschließend waren wir samt den Urlaubsrückkehrern (kleiner Bruder und Schwägerin) zum Essen geladen. Nach etwas Nichten-Entertainment, 2.0 stibitzt die letzten Trauben, die „Große“ beschäftigt alle anderen mit sportlichen Wettbewerben, gabs sogar einen winzig kurzen MäAbend-Moment, zweisam zurückgezogen oben im MäZimmer …

Danach machten mir uns auf den Heimweg – auf Wunsch meines Papas sind wir durchs Altmühltal gefahren. Und das war wirklich Schwelgen in Kindheitserinnerungen: mit der Strecke zwischen Riedenburg und Kelheim verbinden wir Geschwister Falken auf der Rosenburg, Mittelalter-Impressionen auf Burg Prunn und Fahrten rund um den Donaudurchbruch … und das heute mit diesen satten Herbstfarben im strahlenden Sonnenschein. Hach.

Zum Anhalten haben Senioren aber keine Geduld, deshalb keine Bilder – hol ich nach, wenn’s passt. Und ich hatte mal wieder einige Schutzengel dabei: an einer vielbefahrenen Straße hielt der Fahrer vor mir, um links abzubiegen. Ich und der hinter mir hielten an, der Kleinbus dahinter hat’s nicht gebremst und fuhr auf den Hintermann auf … und ich bin mehr als dankbar und wirklich sehr entspannt unfallfrei bis nach Hause gekommen.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“

Sonntagsfreude: Ausflug 

In unserer Familie über viele Jahre ein beliebtes Ausflugsziel: Kloster Weltenburg und der Donaudurchbruch. Als sich lieber Besuch aus Heidelberg angesagt hat haben meine Schwester nebst Schwager und Nichte deshalb beschlossen, dieses Wochenende alte Tradition wieder aufleben zu lassen. So kams, dass ich gestern eingeladen war, neben der Nichte im Bus mit Ziel Kelheim zu sitzen. Dort haben wir aufgrund des hohen Wasserstands beschlossen, nicht mit dem Boot zu fahren. Im kleinen Dorf Weltenburg dann gar nicht so leicht, das Auto abzustellen, denn der gesamte Parkplatz stand unter Wasser.

Die Donau ist über die Ufer getreten, das konnten wir überall sehen. Trotzdem haben wir einen Traumtag für einen Ausflug erwischt. Nicht zu heiß, viel Sonne, am Himmel wunderbare Wolkengebilde. Am steinigen Strand kann man Steine schmeißen, Könner lassen möglichst flache Kiesel über den Fluss flitzen, habe sogar einen Herrn im besten Alter erlebt, dessen Kiesel bis zu 7 mal „sprangen“ … Wow!

Die Asam-Klosterkirche sah ich zuletzt eingerüstet, sie wurde saniert und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Vor vielen Jahren durfte ich hier mal auf einer Hochzeit singen und kann nur schwärmen, denn der Innenraum ist ein wundervoller „Resonanzkörper“, gestern haben wir nur gesummt, weil durch eine Firmung zu viele Leute da waren. Anschließend haben wir den Innenhof-Biergarten, das schöne Sitzen unter den schattenspendenden Kastanienbäumen und die köstliche Klosterküche – abgesehen von den viel zu viel zu vielen Stechmücken – genossen. Danach durfte der Besuch dann die Schiffahrt durch den Donaudurchbruch antreten, Schwesrer, Nichte und ich bevorzugten den Landweg, um sie in Kelheim am überfluteten Landungssteg nach einem erfrischenden Fußbad wieder aufzugabeln und zur gerade eingerüsteten Befreiungshalle hochzufahren. Was für ein Ausblick hat sich uns von hoch oben geboten. Auch die bezaubernde Nichte hatte Spaß, zunächst hat sie festgestellt, dass es keine 100, sondern „nur“ 45 Stufen vom Podest zum Halleneingang and, dann der Großtante auf der Treppe einen neuen Sport beigebracht, dann auf der Plattform ein neues hüpfendes Tanzspiel entwickelt. Und ist schließlich mit der Tante mitten in die Wiese geschlichen, auf der Suche nach Millionen zirpenden Grillen. 


Nette andere Besucher haben uns auf einen seltenen blauen Schmetterling hingewiesen, leider reichte die Handykamera nicht aus, den zu erwischen, dafür hat die Nichte die Wurzeln der alten Linde am Aussichtspunkt fotografiert, im Hintergrund (setzt sich farblich etwas von den anderen, noch größeren Bäumen ab) die noch junge Eiche, die 1000 Jahre alt werden soll. Ja, das Hobby Fotografieren macht ihr immer noch Spaß!

Der Ausflug wurde mit einem Ausflug zum Kuchlbauer-Hundertwasser-Arreal nach Abensberg abgerundet. Weil die jüngste Mitreisende keine Lust auf den gemütlichen Biergarten unter dem Turm hatte, haben wir kurzerhand umdisponiert, Eis und köstliche Kuchen im sehr zu empfehlenden Kuchenhimmel besorgt – und den Ausflug auf der Terasse mit Kaffee und Süßkram ausklingen lassen.

Und zum krönenden Abschluss führte mich mein Heimweg dann durch stimmungsvolle Lichtspiele mitten durch die Hallertau, der Hopfen ist jetzt schon eine wahre Pracht. Was für ein schöner Abschluss für einen gelungenen Ausflugstag, himmlisch!

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita.