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Sonntagsfreude: Wochenendgenuss

Ich genieße mein „freies“ Leben in vollen Zügen. Und irgendwie ist auch die perfekte Jahreszeit dafür? In der Sonne sitzen, durch die sprießende Hopfenlandschaft laufen und in den eigenen sowie in fremde Gärten „luren“. So schön. Eine kleine Collage mit Auszügen aus meiner Sonntagsfreude:

2018-04-15
„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“

 

Spruch zum Wochenende: Wallfahrt

Seit ich mich erinnern kann zieht an diesem erste Oktober-Wochenende die Hallertauer Fußwallfahrt durchs Dorf, unterwegs nach Altötting. So auch heute morgen, seit den frühen Morgenstunden läuft Gruppe um Gruppe die Straße entlang. Die ersten heute sehr früh haben das Lied der Schwarzen Madonna gesungen … schön war das.

Und ich sitze an meinem schönen Arbeitsplatz mit großem Fenster, schaue immer wieder nach draußen und schmunzle, weil so viele sich eine Kastanie aufklauben – und noch viel mehr lächelnd das Plakat für unsere Hochzeiter entdecken – und dieses Lächeln sicher ein bisschen weit die Strecke mit sich tragen werden. Ich bewundere diese Tradition, nehme mir seit Jahren vor, mal mitzugehen. Es sind zwei Wandertage aus der Holledau in den tiefen Südosten, eine schöne Strecke und die Stimmung unterwegs soll so besonders sein. Das mit dem Wandern würde mir gut gefallen, das mit dem Singen sicher auch – nur mit dem Beten … Wobei ich ja schon als Kind mit der Oma in Altötting war, und das hat mir schon recht gut gefallen. Mal sehen.

Und weil ich vorhin so viele lächeln sehen habe glaube ich, dass schon unterwegs auf einer Wallfahrt einfach sehr viel Zeit bleibt, die kleinen Wunder wahrzunehmen … In diesem Sinne wandle ich Werner Mitschs Spruch leicht ab: „Unterwegs zu manchen Wallfahrtsorten geschehen so viele Wunder, dass ein Wunder geschehen müsste, wenn einmal kein Wunder geschieht.“

Habt ein wundervolles Wochenende 🙂

Integrations-Bau

406Heute war in der Dorfkirche eine „einheimische“ Hochzeit, da musste ich dran denken, dass mir vor ein paar Wochen etwas Unerwartetes und Besonderes passiert ist – und den Gedanken daran festhalten. Eine nicht ganz gleichaltrige „Einheimische“ hat mich nämlich beim Einkaufen angesprochen, da sie als Tante für die Taufe ihres Neffen in der Stube des Feuerwehrhauses dekorieren sollte. Und da wurde ihr von den Damen des Dorfes tatsächlich empfohlen, bei mir nachzufragen, „das soll damals bei der Taufe deiner Nichte so schön gewesen sein.“

Ich halte das aus zwei Gründen fest: Zum einen war die Deko damals alles andere als ausgefallen. „Meine“ Deko ist immer sehr natürlich, jahreszeitlich. Die bezaubernde Nichte wurde im Oktober getauft, also gab es eine späte Sonnenblume, Kastanien, dazu grüne und orange Physalis. Und wir hatten rosa-weiß-karierte Servietten. Das wars. Sah aber wirklich schön aus, zum dunklen Holz der Tische.

Zum anderen aber bin ich in meinem Heimatort eigentlich nicht sehr integriert. Das liegt zugegebenermaßen nicht an mir, aber ich wohne einfach nicht da, war auf einer höheren Schule, habe studiert. Selbst in meinen Chorzeiten war ich, ohne es zu wollen, anders als die anderen. Hatte und hat nichts mit meiner Einstellung zu tun, ich grüße jeden, ratsche, bin sehr offen. Aber das kommt nicht automatisch zurück. Umso mehr gefreut habe ich mich, sowohl über die Frage, als auch über die Empfehlung der Landfrauen.

Meine Mutter hat es mir so erklärt: das Dorf hat durch die Renovierung gesehen, dass ich mich, obwohl ich hier nur die Wochenenden verbringe, ins Dorfleben einbringe. Das wird anerkannt. Und so kommt eine Referenz zu mir, die ich gar nicht bei mir ansiedeln würde … Muss ich mir merken 🙂

Sonntagsfreude: Suppenglück

Erst mal muss ich hier kurz festhalten, was das gestern für ein herrlicher Spätsommertag war, von morgens bis abends Sonnenschein, ein glasklarer blauer Himmel mit ein paar vereinzelten Wolken. Frühmorgens hab ich mein Auto zum Reifenwechseln gebracht, der Rückweg durchs Dorf war ein einziger Genuss. Sonnenspiele an den Häuserfassaden, letzte Blumen in leuchtenden Farben – an Tagen wie diesen ist es überall schön, aber mein Heimatdorf erscheint mir an so einem Tag noch mehr wie der Ort, an dem ich gerne lebe. Da verstehe ich immer noch intensiver meine tiefen Wurzeln, an diesen Ort.

Obwohl die Nichte diese Woche sogar mit Unterstützung auf dem elterlichen Bauernhof angerückt ist musste ich gestern jede Menge Nüsse und Kastanien einsammeln, das ist dieses Jahr reiche Ausbeute, und so mit Sonnenschein macht Gartenarbeit und Laubhaufen wegbefördern sogar großen Spaß.

Und dann hab ich gestern Kräuter geerntet und einen großen Vorrat Suppenwürze gemacht. Ganz einfach viel Suppengemüse kleingehexelt, etwas gedörrt und dann mit viel frischen Kräutern püriert. Mit etwas Salz konservieren, fertig. Den ersten Eintopf hab ich bereits gestern Abend gewürzt und mein Suppenkapserherz ist glücklich und zufrieden.

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita, so wie auf ihrem Bild wirft die Sonne heute morgen auch hier ihre Strahlen ins Haus, es ist zwar bewölkt, aber ich hoffe, dass ich bei meinem ausgiebigen Spaziergang auch heute viel Sonnenschein abbekommen werde. Habt einen schönen Sonntag.