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Positiver Mix

„Neue Besen kehren gut…“ kombiniert mit Know-How, das in vielen Jahren gesammelt wurde. Vor ein paar Wochen hab ich mir notiert, dass ich nicht voreilig über einen neuen Vorgesetzten urteilen möchte, sondern in Ruhe beobachten will, ob und wie er sich entwickelt. Ein neuer Chef. Und heute möchte ich die Gelegenheit ergreifen, eine Lanze für gesunden Mix aus alten und neuen Mitarbeitern zu brechen: Fachwissen, Basiswissen, Erfahrung mit Situationen im Unternehmen, in der Branche… Alles äußerst wertvoll. Aber mir gefällt auch, wenn jemand sachte und langsam an Prozessen rütttelt. Nicht aggressiv, sondern mit Bedacht. Wenn er keine Scheu hat, sich an „immer so gewesen“ und „das ist bei uns so“ zu versuchen. Und das mit einer Leichtigkeit, die man (oder besser ich) offensichtlich mit den Jahren verliert?

Und am besten gefällt mir eine neue Einstellung, die er konsequent durchzieht, die ich für nachahmenswert befunden habe und sie deshalb heute mitteilen möchte: „Nehmen wir uns für die Zukunft doch vor, kurz innezuhalten und dann positiv zu formulieren. Also anstatt: Das geht nicht! besser: Ich könnte mir vorstellen, dass es so klappen könnte!“ Ok, war jetzt einfach. Besser finde ich, dass er vorgeschlagen hat, das: Ja, aber … zu eliminieren. Ich bin seit Montag dabei, den Vorschlag für mich im Job umzusetzen – und das tut so gut. Meine Antworten sind dadurch wesentlich konstruktiver geworden. In meinem Team klappts bereits ganz gut, jetzt muss der neue Ansatz noch in die anderen Teams getragen werden – dann macht das Arbeitsleben wieder deutlich mehr Spaß.

Schauen wir weiter, wie sich die Dinge entwickeln. Für heute mach ich nämlich Schluss und genieße die Feierabendsonne. Nix, ja aber … 🙂

Zu viel Stress?

Heute ist einer dieser Tage: morgens auf dem Weg zur Arbeit – ich wusste, das wird ein langer Tag – höre ich Radio, kommentiert wird eine aktuelle Studie: Arbeitnehmer klagen über zu viel Stress. Fast die Hälfte der Deutschen denkt, der Stress hat die letzten Jahre zugenommen, Mails, Anrufe usw. Hm, ja, was soll ich dazu sagen:

Mein Tag war anstrengend, ich bin aktuell ca. 12 Stunden in der Arbeit, war heute morgen früher da als normal, denn eine knifflige Herausforderung lag vor mir, die mich auch schon gestern nachmittag, den Abend und nachts so zwischendrin beschäftigt hat. Gelöst im Lauf des Vormittags, danach hab ich versucht, alle anderen Tagesafgaben hinzubekommen. Eine Beobachtung: Viele Kollegen haben Zeit, bei mir zu jammern, sich über die viele Arbeit zu beschweren, die sie kaum bewältigen können. Ich hab dafür schlicht keine Zeit. Auch nicht für das Gemotze der Kollegen, denn das hält mich zusätzlich davon ab, rechtzeitig fertig zu werden?

Heute bin ich stolz, denn neben meinem Job hab ich sogar geschafft, für meine ausscheidende Kollegin ein Abschiedsgeschenk zu organisieren, war koordiniert genug, das restliche Team zu mobilisieren, alle noch zu einer Übergabe zusammenzutrommeln. Die Kollegin, die ihren letzten Tag hatte, hat sich gefreut – und gelächelt.

Und dann denk ich mal wieder: stimmt, ich hab echt Stress. Aber irgendwoher hole ich immer wieder die Energie, etwas für andere zu tun. Und das scheint auch mir gut zu tun? Mir über den Stress hinwegzuhelfen? In jedem Fall jammere ich nicht gerne, nur wenns echt zu viel wird! Und ich nehm mir jetzt mal vor, alle anderen auszublenden, vielleicht schaff ich dann meine Arbeit mal in der Zeit, die ich mir eigentlich dafür vornehme? Guter Plan!

PS: ich hätte mal gerne die Zeit, in Ruhe alle Beiträge, die heute auf Facebook, Twitter usw. zum Thema Stress gepostet wurden, zu lesen – aber irgendwie reizt es mich mehr, den Arbeitstag jetzt zu beenden und nicht mehr über Stress anderer Menschen nachzudenken!

Geschafft!

Meine Arbeitskollegin hat gestern abend ordentlich gefeiert – zu Recht: sie hat nach knapp 2 Jahren Abend- und Wochenendschule ihre Zusatzausbildung erfolgreich abgeschlossen. Und freut sich wie ein Schnitzel! Zurecht, wie ich finde. Ehrlich gesagt bewundere ich nämlich sehr, wenn jemand sich diesen Zusatzaufwand antut, einfach nur um sich weiterzubilden.

Klar, der einfachste Weg ist immer: man schafft spielerisch die Schule, macht den höchsten Abschluss, studiert hinterher oder macht eine tolle Ausbildung. Und wie schön wäre es, wenn man damit dann gleich den Einstieg in einen toll bezahlten Job hätte, sich ohne großen Aufwand finanziell weiterentwicklen könnte – und genau das erreichen kann, was man sich vorstellt. Wohl eher eine Illusion: egal welche Abschlüsse man macht, egal, welche Ausbildung man absolviert, egal, wo man anfängt: das Leben besteht aus Weiterbildung. Un dmanchmal muss man eben auch erkennen: ich hab schon viel gelernt – aber eigentlich würde ich gerne was ganz anderes machen.

Manche nennen das vielleicht sogar scheitern? ich sage: es ist eine Selbsterkenntnis. Und ich bewundere es sehr, wenn jemand sich zutraut, zum Beispiel eine Abendschule zu machen. Zweimal die Woche abends nach der Arbeit noch pauken, jeden zweiten Samstag statt schön das Wochenende genießen die Schulbank drücken.

Das ist es wert? Ja, ist es – und jetzt mal auf kleine Leser umgesetzt: macht eure Ausbildung, genießt es, zu lernen – aber ihr dürft auch mal etwas nicht schaffen. Es gibt immer einen Weg, das Ziel zu erreichen. Wie meine Kollegin, die jetzt eine Berufsausbildung und eine Zusatzausbildung hat – und der gerade die ganze Welt offensteht 🙂