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Spruch zum Wochenende: Fragen

Irgendwie läuft der Straßenverkehr gerade gefühlt nicht wie sonst? Deshalb seien mir ein paar Fragen erlaubt:

Wenn ich in einer 30er-Zone „etwas“ schneller als erlaubt fahre: warum muss mich dann ein Opelfahrer hupend und aufblendend überholen?

Wenn ich an einer roten Ampel ohne Grünpfeil für Rechtsabbieger warte, warum muss der Golf hinter mir Hupen und Lichthupen, um mich dann zu überholen und bei Rot über die Ampel zu fahren (und dabei einen vollbesetzten Bus schneiden)?

Wenn ich einen LKW rechts abbiegen lasse, warum meint dann der im Gegenverkehr wartende Linksabbieger, mich schneiden zu müssen/können?

Wenn ich im Stau stehe und die Gelegenheit nutze, über Freisprechanlage mit der besten Freundin zu telefonieren, warum muss der vor mir einen Vogel zeigen?

Meine Antwort für das bevorstehende Wochenende: Lächeln. Denn: „Wir lächeln alle in der gleichen Sprache.“ (Anynomus)

Und damit das jetzt nicht so alleine steht eine nette Begegebenheit von meinem täglichen Arbeitsweg: ein netter Busfahrer hier am Ammersee nutzt seine Busbeschriftung öfter mal für motivierende Botschaften, habe mich schon vielfach über sein „GRINS“ gefreut, heute morgen fand ich toll, dass er auf seinen Fahrten auf das herrschende „SCHNEETREIBEN“ aufmerksam macht. Ich hab ihn angelächelt …

Episode aus meinem Autofahrerleben: Angst

Als Fahrschüler hatte ich tierisch Angst: Vor dem Fahren, vor den anderen Autofahrern, vor allem vor LKWs, vor der Kraft des Wagens, eigentlich vor diesem ganzen Verkehr. Nur ich wollte unbedingt. Und hab Fahren gelernt. Heute habe ich Angst vor anderen Autofahrern, denen man ihre Angst im Straßenverkehr anmerkt. Deren unsichere Fahrweise darauf deuten lässt, dass sie überfordert sind. Manche schleichen, aus Angst nicht rechtzeitig reagieren zu können. Manche erschrecken, weil etwas passiert, womit sie nicht rechnen. Manche meinen, sie könnten durch hohe Geschwindigkeit Unsicherheit „überpinseln“. Gelingt aber nicht!

Heute morgen hatte ich das Vergnügen, hinter einer Autofahrerin herzufahren, die sich auf einer Strecke von knapp 30 Kilometern keine paar Meter sicher fühlte. Sobald ein Nebelschleier zu erahnen war bremste sie, blieb einmal sogar stehen … In der Ortschaft fuhr sie erst mal deutlich zu schnell, als Gegenverkehr kam reagierte sie mit hektischen Bremsmanövern, Blinker in alle Richtungen. In der Ortschaft dann ordentlich beschleunigen, um plötzlich zu merken, dass man noch innerorts ist. Und – richtig – scharf abzubremsen. Meine Lieblingsszene: es gibt auf meiner Strecke eine sehr langgezogene Kurve durch ein Waldstück, da war heute morgen dicke Nebelsuppe. Da ist sie mit richtig Tempo durchgesaust, so dass ich sie tatsächlich nicht mehr sehen konnte. Dann, also da, wo der Nebel sich auflöste, dann mal einfach stehenbleiben. Ja, einfach so. Da freute nicht nur ich mich, meine Hinterherfahrer konnten sich ein Hupen nicht mehr verkneifen. Ohje.

Die Ärmste ist sicher vollkommen durchgeschwitzt an ihrem Ziel angekommen? Und das tut mir echt leid, denn dass sie Angst hatte hab ich regelrecht gespürt. Was dagegen hilft ist ja, sich den Ängsten zu stellen, also Routine zu bekommen. Nur ob das so klappt? Ich weiß es wirklich nicht?

Das mit der Mitte

Die Mitte ist ein Ort zum Wohlfühlen. So interpretiere ich zumindest, dass gefühlt jeder zweite Autofahrer gerne, oder nennen wir es mal besser „chronisch“ auf der mittleren Spur fährt. Auf dreispurigen Autobahnen, auf zweispurigen Strecken und sogar, wenn es nur eine Fahrbahn pro Richtung gibt. Es scheint, jeder fühlt sich in der goldenen Mitte gut. Was viele vergessen, nicht wissen oder einfach ignorieren: hierzulande gilt ein klares Rechtsfahrgebot. Ein Verstoß wird mit einem Punkt und Bußgeld belegt. Und leider ist bei uns nicht erlaubt, was in anderen Ländern gang und gäbe ist: die Mittelspurwohlfühlfahrer links ODER auch rechts zu überholen, wenn man schneller dran ist. Das nur zur Info für die vielen „Erzieher im Straßenverkehr“, die dann gerne wildhupend oder sogar mit deutlichen Gesten rechts vorbeiziehen.
Und noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: gut, ich gehöre zu den unmöglichen Autofahrern, die in einer Stau-Kolonnen-Fahrsituation auch mal auf der rechten Spur bleiben und an den Links-Fahrern vorbeifahren. Langsam, aber ich bleibe nicht stehen, um zu warten, dass die auch vorwärts kommen. Bis ich dann rechtzeitig vor dem LKW, der sonst in kilometerweiter Entfernung eine Fahrspur vollkommen für sich allein hätte, auf die linke Spur fahre. Ja. Das berechtigt den Fahrer oder die Fahrerin hinter mir , vor dem ich mit Sicherheitsabstand eingeschert bin, NICHT, mir beim Wechseln auf die linke Spur dann aufzufahren, mich zu bedrängen und sogar aus äußerst knapper Entfernung Aufnahmen mit dem Smartphone zu machen, die er/sie dann, ja was genau eigentlich? Gegen mich verwenden will? Andere vor mir warnen? Oder doch eher auf das eigene Fahrverhalten hinweisen? Ich weiß es nicht …

Ich bremse …

… für Hühner. In der Ortschaft fahre ich 50 km/h, oder etwas schneller. Auch wenn hinter mir ein Lieferwagen fährt, der es schrecklich eilig hat. Und wenn ein verrücktes Huhn auf der Straße rumläuft bremse ich, statt es zu überfahren – und riskiere wütendes Gehupe hinter mir. Mal ganz ehrlich: ist die eine Minute, die der Paketzusteller da heute durch mein Verhalten verloren hat, wirklich das Leben eines anderen Lebewesens wert? … Ich bremse, für alle Lebewesen. Wenn ich kann. Und Punkt.