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Sonntagsfreude: Hopfazupf 2020

In diesem Ausnahmejahr ist sogar die „Hopfazupf“ (Hopfenernte) einfach noch mehr besonders – und ich genieße sehr, dass ich die ein oder andere Momentaufnahme machen darf

Sonntagsfreude: In Stichpunkten

  • Trotz viel zu früh aus dem Bett den Neowise-Kometen weder zu sehen noch zu fotografieren bekommen
  • Igel beim Liebesspiel gestört – noch zu langsam, um wenigstens das im Bild festzuhalten
  • Stimmung vor dem Sonnenaufgang ganz tief aufgesogen und genossen, langsam wach geworden
  • Zum Sonnenaufgang mit aufgeladenen Akkus zum Fotografieren durch die Hallertau gezogen
  • Einem Reiher, unzähligen Hasen und Regen und einer Unmenge von Habichten, Bussarden und sogar einigen Turmfalken begegnet
  • Alte und neue Plätze für himmlische Morgenstimmungen entdeckt
  • Eigentlich schon viel zu knapp dran, um den zusätzlichen Programmpunkt unterzubringen, dann aber doch so viele Details eingefangen, dass sich die Freundin über ihre Bewerbungsunterlagen für „Mein schöner Garten“ freuen darf
  • Etwas zu spät für den zweiten Programmpunkt, das Trachten-Familien-Fotografieren im Hopfengarten – das ging dann trotz des großen wuseligen Haufens Ratz-Fatz – gut so, denn es war heut schon vor 10 drückend schwül

Ganz schön viel im Kasten – und die Fotografin büßt das frühe Aufstehen jetzt mit einem sehr ruhigen Nachmittag. Dummerweise hat das mit dem Nickerchen nicht geklappt, insofern wird der Sonntag bzw. das Wochenende für mich schon bald zu Ende gehen 😉

Geschichten aus der Holledau

Heut mach ich mal Werbung, ihr wisst schon, unbezahlt und unbeauftragt, aber irgendwie passend. Auch zum heutigen Start des Münchner Oktoberfestes. Schließlich ist es ja so, dass die Geschichte vom Bier eng mit dem Hopfenland Hallertau verknüpft ist. Ritsch Ermeier, gebürtiger Auer und damit aus dem selbsternannten Herzen der Hallertau stammend, ist Musiker und Rundfunkredakteur. Er hat Geschichten rund um den Landstrich, den Menschenschlag und den Hopfenanbau gesammelt.

Einen Teil davon hat er zu einem sehr informativen Hörbuch zusammengefasst. Ein Beispiel zum Reinhören ist die Hopfazupfaschlacht zu Au aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ja, was ein bisserl Bier und hübsche Dirndln bei den Burschen so alles auslösen können … gabs schon früher, keine neuzeitliche Entwicklung auf der Wiesn oder anderen Volksfesten 😉

Wer mehr hören möchte: das Hörbuch „De Holledau gsagt und gsunga“ gibt’s als CD oder auf bekannten Verkaufskanälen. Ich selbst durfte bei einer Lesung lauschen, umgeben von Holledauern, die mit mir viel gelacht und geschmunzelt haben.

Hopfenduft

Es ist zu schade, dass es noch kein Medium gibt, das einen Duft wiedergeben kann … das war an den letzten Fahrten durch die Holledau (und ich muss gestehen, es waren echt viele Strecken, die ich unterwegs war) wirklich atemberaubend. Ich sitz dann so oder fahre oder laufe schnuppernd vor mich hin.

Am schönsten ist es, wenn das Aroma völlig unerwartet kommt, zum Beispiel am frühen Morgen. Da ist ja eigentlich über Nacht alles verflogen. Dann kommt der erste Hopfentraktor ums Ecke. Und das riecht …

Oder man fährt im Auto mit offenem Fenster in ein Dorf hinein, in dem in den Hopfenhallen gezupft wird. Der Duft ist so intensiv, sei unverwechselbar, so einzigartig. Und den gibts halt jedes Jahr nur ein paar Wochen lang … Einfach köstlich.

Ist aber – natürlich – wie so vieles Geschmacksache. Die bezaubernde Nichte fand es kürzlich auch ganz toll – aber ich hab auch schon mal Kommentare gehört, in denen es eher um das Gegenteil von gut riechen ging 😉