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Sonntagsfreude: Ausprobieren

Ich hab ja schon mal erwähnt, dass ich gerne Altes bewahre, wenn es erhaltenswert ist? So habe ich durchgesetzt, dass der schöne alte Holzofen in der elterlichen Küche bleibt, obwohl er laut meiner Mutter nicht mehr zum Kochen taugt. Als sich die beste Freundin nebst Mann als Besuch angekündigt haben, hab ich heute die Chance genutzt, mal selber zu testen. 

Also wurde der Ofen heute Vormittag nicht nur für seine schöne Wärme angeheizt, sondern ich hab meine Minestrone geköchelt. Und was soll ich sagen: hat wunderbar geklappt. Die Hitze auf der Platte hat sowohl zum Anrösten des Gemüses wie zum Garkochen vollkommen ausgereicht. Jetzt muss mein Vater bei nächster Gelegenheit noch mal eine Lösung für das kleine Löchlein im Backrohr finden, dann probier ich das auch aus. Und hab mir für den Winter vorgenommen, an den Wochenenden öfter mal wie früher zu kochen. 

Minestrone gibt’s bei mir übrigens ganzjährig, immer mit möglichst vielen jahreszeitlichen Zutaten, wenn’s geht aus der Region. Immer anders, schmeckt auch immer anders, ganz nach Stimmung, aber immer lecker 😋 

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita. 

#Glückspilzmomente (5): Gemeinsam lachen

Bei einem Seminar treffen willkürlich Menschen aufeinander. Alle eint das Thema des Seminars, ansonsten verbindet sie aber erst mal nichts. Wenn das Zusammentreffen ein Stück abseits der modernen Welt auf einer urigen Tiroler Hütte erfolgt, vereint auf einen Schlag sehr viel. Man verabschiedet sich auf Zeit vom Komfort der Privatsphäre, teilt Schlafplätze in einem Matratzenlager und Plumpsklo, der warme Platz um den Holzofen wird zum Ort des gemeinsamen Aufenthalts. Und wenn einer aus der Reihe tanzt, sich nicht integrieren möchte, sein eigenes Ding machen, dann bleibt ihm nur, rauszugehen. Sich warm einzupacken und zu laufen. Oder draußen zu sitzen. 

Was hatten wir die letzten Tage für großes Glück, dass in der gar nicht mal kleinen Gruppe keiner war, der sich abgesondert hat. Am Anfang war einer, der Zeit brauchte, alle anderen waren sofort „auf einer Wellenlänge“. Was haben wir die gemeinsame Zeit genossen, sind von der Almwirtin mit viel zu viel gutem Essen und manch Hochprozentigem verwöhnt worden. Was haben wir neue Geschmacksrichtungen bei den Almkräutern, vor allem aber deren positive Wirkung auf den Körper kennenlernen dürfen. Und vor allem: was haben wir gemeinsam gelacht. So ausgelassen, das war wunderbar. 

Ein Stück weit hat dazu mit Sicherheit dieses Gefühl fernab unseres ach so kultivierten Alltags beigetragen. Da gabs kein Badezimmer, keine Heizung, kein Entertainment außer dem himmlischen Ausblick, keinen Empfang und vor allem kein WLAN … und keiner hats vermisst. In dieser Umgebung muss man miteinander reden, statt sich Nachrichten zu schreiben. Es gibt kein Ausweichen, wenn alle mitmachen, dann geht’s auch schnell an sehr intime Themen. Und der eine gibt mehr, der andere weniger von sich preis – der eine erzählt nachdenklich, der andere amüsiert. Jeder, wie er mag und ist.

Ich hab viele Gedanken mitgenommen, viele Impulse, die jetzt einer nach dem anderen für mich zu Ende gedacht werden dürfen. Viel Bewusstheit für das, was vor meinen Augen wächst, was mir und meinem Körper guttut. Und einmal mehr die Erkenntnis, wie wenig ich brauche – und wie viel ich doch angesammelt habe. Zeit, sich von überflüssigem Ballast zu trennen.

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Ein Beitrag zu den Glückspilzmomenten im September 2016. Danke an die Initiatorinnen Petra, Maire und Mel für den schönen Impuls, Glückspilzmomente in dieser so treffenden Rubrik festhalten zu dürfen.

Die Kohleschaufel

Meine Eltern haben zwei Holzöfen im Haus: einen alten Küchenofen  und einen Kachelofen. An einem Sonntag morgen beim Anheizen stieß meine Mutter auf etwas Hartes – überrascht zog sie einen schweren, noch heißen Gegenstand aus dem Ofen: es war der gusseiserne Überrest der Kohleschaufel, mit der wir üblicherweise Glut oder Asche verarbeiten. Anscheinend hat „jemand“ beim Nachheizen übersehen, dass am „Holzscheit“ noch mehr dran war. Jetzt muss mein Vater ran und wieder eine Kohleschaufel draus machen. Und wir lächeln alle, weil es ja egal ist, wer „jemand“ war – eine weitere Anekdote unserer amüsanten Familiengeschichte 😉