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Kochen auf dem Holzofen: Nudeln mit Feta & so

Ein netter Nebeneffekt meines Umzugs: ich darf den elterlichen Holzofen, der morgens ohnehin angeheizt wird, etwas öfter ausnutzen, als das bislang der Fall war. So hab ich kürzlich eingekauft, um die überall so gehypte Feta Pasta zuzubereiten. In der klassischen Form mit geschmorten Tomaten irgendwie nicht meins – aber: ich hatte Schafskäse übrig. Auf der Suche nach Pinienkernen hab ich eine angebrochene Packung Mandeln – und bei so vielen Resten, die wegmusste , eine Idee gefunden:

Auf dem Holzofen einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und darin eine halbe Packung Pasta, in meinem Fall waren es Farfalle, al dente kochen und abgießen. Warm stellen.

In einem weiteren Topf etwas Zucker und damit den Rest Mandeln karamellisieren. Die entweder beiseite stellen, auf dem Holzofen dürfen sie aber auch im Topf bleiben. Jetzt ungefähr 250 g tiefgekühlten Blattspinat erwärmen, einmal aufkochen, dann nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen. Wer mag, es passen auch Gewürze wie Muskatnuss, Chiliflocken, Curry oder Curcuma dazu, einfach vom eigenen Geschmack leiten lassen.

Warme Nudeln dazugeben, den Feta in Stücke brechen und alles verrühren. Ein paar Minuten nachziehen lassen. Wenn sich Flüssigkeit absetzt sollte die sich mit dem Feta sämig verbinden.

Rausgekommen ist in meinem Fall: 1 x Mittagessen warm im Homeoffice, 1 x Abendessen als kalter Nudelsalat, 1 x Mittagessen aufgewärmt im Büro. Ich finde, das ist nachhaltige Resteverwertung 😋

Kochen auf dem Holzofen: Tafelspitz

Bevor meine Mutter ins Krankenhaus gekommen ist hab ich noch ein Kochexperiment gewagt – um ihr etwas zu kochen, was sonst nur sie macht. Aber recht gerne mag. Etwas Verwöhnt werden schadet bekanntlich auch den Älteren unter uns nicht …

Und da das Wetter zum Heizen eingeladen hat, wurde der Tafelspitz auf dem Holzofen gekocht.

  • Den Holzofen gut einschnüren und die Temperatur dann konstant halten.
  • Einen großen Topf mit etwa 2-3 Liter Wasser befüllen und auf der heißen Platte zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht mit Salz, je zwei halbierten Zwiebeln und Karotten, je einem Stück Lauch und Knollensellerie sowie einem Bund aus frischen Kräutern (ich hab Petersilie, Liebstöckel, Thymian, Rosmarin, Oregano/Majoran genommen) würzen. Dazu  ein paar Lorbeerblätter, Wacholder- und Pfeffer-Körner geben.
  • Jetzt ein Stück mageren Tafelspitz rundum in einer Pfanne mit erhitztem Fett schnell anbraten. Mit mittelscharfem Senf bestreichen und in die Brühe geben.
  • Bei konstanter Temperatur für mindestens zwei Stunden kochen. Vor dem Servieren für etwa zehn Minuten warm stellen. Dann aufschneiden und servieren. Das Fleisch sollte beim Schneiden fast zerfallen.

Dazu gabs bei uns gedünstete Karotten und Kartoffeln vom Blech. Und natürlich Meerrettich. Hat wirklich sehr gut geschmeckt – und am besten ist, dass der Sud eine köstliche Suppe ist, zu der es dann an den nächsten Tagen ein paar Pfannkuchen gab. Hach. 😋

Kochen auf dem Holzofen: Wintereintopf

Mein Experiment Kochen auf dem Holzofen geht weiter, dieses Mal habe ich mich an einem neuen „Wintereintopf mit Wirsing“ versucht. Ich habe als Inspiration ein paar Instagram-Posts gemischt, das Ergebnis dann alles in einem Topf auf dem Holzofen schmoren lassen, ob vegetarisch oder mit Hackfleisch: sehr lecker.

Erst mal den Ofen gut anheizen, dann in einem großen Topf Öl erhitzen.

Man nehme:

  • 1-2 Zwiebeln, grob gewürfelt, in Öl glasig werden lassen.
  • Für Fleischesser 500g Hackfleisch bröselig anbraten. Ich habe eine vegetarische Variante mit Sellerie ausprobiert, in kleine Würfel geschnitten, auch sehr gut.
  • Dazu 5 große Kartoffeln und 5 große Karotten gewürfelt,
  • Mit etwas Salz und Paprikapulver würzen, mit Gemüsebrühe ablöschen, etwa 30 Minuten einköcheln lassen.
  • 1 nicht zu großen Wirsing in Blätter aufteilen, pro Blatt den Strunk entfernen und alle etwa 3 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren. Anschließend mit kaltem Wasser abschrecken, in Streifen schneiden, unterrühren und mitschmoren. Ca. 15 Minuten, am besten testen, wann der Wirsing gut ist.
  • Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
  • Schmeckt aufgewärmt fast noch besser 😋

Und wer geschmacklich variieren möchte: ich hab das Rezept statt mit Gemüsebrühe mit Tomatensugo getestet, auch absolut empfehlenswert.

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Tom fragt nach Rezepten zum Thema „unkompliziert & geschmackvoll„, ich ergänze um saisonal.

Rezepttipp aus der Hofküche: Bigos

Über den Zaun gereicht wurde mir 2017 erstmalig ein polnischer Krauteintopf, wie er wohl so ähnlich schon 1475 geschmort wurde. Hat mich an meine kulinarische Entdeckung in Krakau letzen Dezember erinnert, wenn auch ganz anders. Weils mir gut geschmeckt hat teile ich das Rezept (wurde vom Landshuter Wochenblatt in der LaHo-Sonderausgabe verraten).

Man braucht für den Bigos:

  • Speck und Schweinefilet
  • Zwiebeln
  • (Krakauer Wurst oder Polnische)
  • Weißkohl, Sauerkraut, Steinpilze, Dörrpflaumen
  • (Tomatenmark gabs im Mittelalter noch nicht, ich vermute, damals kam einfach mehr Obst oder anderen Gemüsesorten wie Karotten, Rüben, Sellerie, Pastinaken o.ä. rein?)
  • Knoblauch, Kümmel, Rosenpaprika, Majoran, Pfeffer, Lorbeerblätter, Weißwein
  • Brühe (und/oder Weißwein)

Den Speck und das Schweinefilet in kleine Würfel schneiden, mit gehackten Zwiebeln in einem großen heißen Topf kräftig farbig anbraten. Auf die in Scheiben geschnittene Krakauer oder Polnische Wurst würde ich verzichten, gehört aber im Original rein. Jetzt einen Weißkohl in grobe Stücke schneiden, Sauerkraut, Steinpilze und Dörrpflaumen in Scheiben sowie alle Gewürze dazugeben. Knoblauch zerdrücken und mit Tomatenmark unterrühren. Mit Brühe ablöschen, aufgießen, nach Geschmack mit Brühe oder Weißwein. Soll erst mal flüssig wie eine Suppe sein. Jetzt mehrere Stunden bei konstanter Hitze schmoren, bis das Fleisch zerfällt. Kann immer wieder aufgewärmt werden oder über einen ganzen Abend auf dem Herd stehen bleiben. Dazu schmeckt frisches Brot.

In meiner Kostprobe war viel Fleisch, Kohl und Kraut waren fast nicht mehr zu identifizieren, war wie ein kräftiges Gulasch, mir hat es sehr gut geschmeckt, da die Gewürze durch das lange Köcheln über Feuer in einem großen Topf gut zur Geltung kamen. Bigos heißt übrigens so was wie „Zweimal Geschmack“, ich fand es köstlich. Wird bestimmt im Winter mal als Holzofen-Experiment ausprobiert. Und es gibt wieder kein Bild, weil ich ja mit Verkosten beschäftigt war 😉