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Sonntagsfreude: Faschingshimmel

In meinem Leben spielt das Faschingswochenende keine Rolle mehr, dennoch mache ich seit Jahren am Faschingssonntag einen ausgedehnten Spaziergang. In diesem Jahr vormittags, um noch Sonnenschein abzubekommen. Und da hör ich den kreisenden Hubschrauber, der wie jedes Jahr eines der Prinzenpaare aus den umliegenden Faschingshochburgen über die Holledau fliegt. Und ich schau hoch und freu mich für die beiden. Und noch mehr für mich, die ich ansonsten die Ruhe genießen darf, denn heute sind die Straßen fast menschenleer. Alle unterwegs, um einen der Umzüge anzuschauen. Und ich genieß die Wolkenspiele, ganz für mich.

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita, schaut bei ihr vorbei.

Musik am Mittwoch: Volksmusik

Jetzt stamm ich ja aus der Holledau, wo alte Schriften belegen, dass sich die Bevölkerung gern und viel bei fröhlicher Musik auf dem Tanzboden aufgehalten hat. Dazu feiert mein Heimatort in diesem Jahr ein großes Jubiläum. Bei einer Ausstellung im Rathaus vor einigen Wochen bin ich einmal mehr einem Musiker begegnet, der vor rund 100 Jahren nicht nur bei Feiern oder Beerdigungen aufgespielt hat, ihm ist es auch zu verdanken, dass viele Melodien überliefert wurden, denn er hat sie in Notenbüchern aufgeschrieben und zusammengestellt. Ihm hab ich tatsächlich zu verdanken, dass ich mich irgendwann in meiner Jugend nicht mehr einfach geschüttelt hab, sobald das Wort Volksmusik ausgesprochen wurde. Sondern zugehört habe. Und heute anerkennend Künstler bewundern darf, die moderne Volksmusik machen. Wie letztes Wochenende, beim großen Volksmusikfest. Wo Blasmusik Brass genannt wird und Trommeln zu Percussion werden. Ganz schön gut – auch wenn man der bairischen Mundart nicht mächtig sein sollte. Finde ich. Deshalb mein Tipp für heute: Musiker, die mich auf ihren Konzerten zum Mitsingen und Mittanzen bringen. Und die nicht ohne Grund schon diverse Preise verliehen bekommen haben. Und mit dem denglischen Begriff „New bavarian folk music“ belegt werden. Luz amoi, wer die Chance hat, sie live zu sehen: geht hin!

Familiengeschichten: Nix und a Brot

In meiner Familie eine gängige und häufig genutzte Redewendung: Nix und a Brot. Bei uns bedeutet das alles mögliche, zum Beispiel, dass es nichts Besonderes zu Essen gibt. Oder dass es keine Beilagen gibt. Oder dass der gegenüber nicht so heikel sein soll, sonst gibt es eben trockenes Brot. Oder, dass man nicht genau weiß, was es gibt. Oder, oder,  oder. Meine Onkel und Tanten verwenden das, seit ich denken kann. Wir Kinder haben es in unseren Wortschatz übernommen – und geben es gerade weiter. Für die bezaubernde Nichte gerade der höchste Spaß: auf die Frage „Was hast du heute gegessen“ kichernd „Nix und a Brot“ zu antworten.

Da ich bei meinen Recherchen nicht wirklich fündig geworden bin nehme ich an, meine Familie – oder die Holledauer? – haben verschiedene Redewendungen wie „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, „Sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen“, „Dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnen“, „Bei Wasser und Brot darben“, „Brot kann schimmeln, du kannst nix…“ mit Ausdrücken wie „sich nichts gefallen lassen“ oder „man soll froh sein, was zu essen zu haben“ zu einer ganz eigenen Sprachwendung entwickelt?

#Sonntagsfreude: Stade Zeit in der Holledau

Schneefall, außer dem eifrigen Schneeräumdient ist wenig los an diesem Sonntag vormittag. Auf den Holledauer Hügeln haben sich ein paar Jungs mit Schlitten versammelt, vereinzelt sieht man dick eingemummte Spaziergänger, die sich durch die eiskalte Winterluft bewegen. Autos fahren langsam und vorsichtig. Gut so, denn Schneeverwehungen und vereister Schnee machen das Fahren gefährlich./home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/6ef/30265910/files/2014/12/img_1289.jpgDie Hopfenfelder der Hallertau sind eingezuckert, oben auf den Drähten glitzert Schnee und Eis. Ansonsten auch hier stade Zeit. Da ist mir in diesen Tagen ein Text in bairischer Mundart in die Hände gefallen:

„Dem Hopfabauern sei stade Zeit

Am waschechten Hopfabauern muas ma wahrlich ned erklärn, dass da Hopfa mecht seng an jedem Dog sein Herrn. Wia is des nachad im Winta, wenns saukoid is, dass‘ s kracht, bleibst gscheida glei dahoam, vagiss den Spruch, guad Nacht.

Nix mehr geht do im Schnee, scho gmiatlicha is’s am Kanapä. Liaba no an Zug aus da Bipp ois wia vom koidn Zug a Gripp. Do faid zum Gartn da Kontakt, wia’s da Baua no dabackt. Doch ganz aso is’s wieda ned, dass er gor koa Arwad nimma häd.

Hod’s gor an Hopfa gschmissn und etliche Sain umgrissn, na miassn de Telegrafa kemma, han bsonders starke Männa. San ebba de Anker a no locker dann is da Bauer von de Sogga.

Wundern duads oan aba scho, geht’s mit’m Droht aufhenga o: ma steckt de Kaitn weg und Wind, wer ned wagt, der ned gewinnt. Mit Haum und warme Schuah, ja griagn denn de Hopfabauern gor nimma gnua? Oana im Schleppa und drei auf da Kanzl, is des no für’n Winta des richtige Schanzl? Bei Gott, ’s hod ois sein Sinn, is’s z’batze, na haut des a ned hin.

Im Winter is des a Gschicht, do werd koa Bodn vadicht. Obindn deans om de drei, gwis hams an Schnaps dabei. Is’s Weda oiwei no beschissn haud se da Bauer aufs Hopfakissn unta de Woideckn vom Schof hoid er nahad Wintaschlof.“

(Fred Hofstetter)

Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.