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#Sonntagsfreude: Weltmusik

Wie verrückt muss man eigentlich sein, sich am heißesten Sommertag mit 3.500 fremden Menschen in ein stickiges Zelt zu setzen? Und das alles nur, um 3 Musiker zu sehen… Tut es nicht eine CD? Muss ich echt schwitzen und noch dazu denen auf der Bühne beim Schwitzen zuschauen? Und werden die bei den Temperaturen nicht alles tun, um ihr Programm schnell durchzubekommen und dann nix wie heim…? Meine Antwort lautet: es lohnt sich für Werner Schmidbauer und Martin Kälberer, die gestern Claudia Koreck aufs Tollwood eingeladen haben. Man vergisst alles um sich herum und hört diesen 3 Ausnahmemusikern einfach nur zu. Dafür bin ich gerne verrückt und heute etwas schlapp.

Lieber Werner Schmidbauer, einige der neuen Stücke durfte ich schon im Dezember beim unvergesslichen Abend in Evening Mountain genießen. Wie recht du mit deinen Gedanken zu „Wo bleibt die Musik“ hast, selten hat jemand die Beobachtungen zur viel zu staden, dabei trotzdem so hektischen Innenstadt auf den Nenner gebracht. Wie oft hör ich zu, wenn sich wieder jemand über diese penetranten Straßenmusiker beschwert – anstatt zuzuhören und zu applaudieren. „Bei dir“ hat mich auch beim zweiten Live-erleben tief berührt und dein Lied für Mandela verkörpert so wunderbar, was dieser große Mann und Politiker nicht nur dir bedeutet hat.

Lieber Martin Kälberer, gestern durfte ich mich ganz auf dich konzentrieren. Wie bitte schön schaffst du das, gleichzeitig x Instrumente nicht nur zu „bedienen“, sondern sie so wunderbar zur Gesamtharmonie zu verweben? Dabei bist du so unwahrscheinlich aufmerksam für jede Stimmung, jede noch so kleine Nuance fällt dir auf, du reagierst. Irre, wie viele Musikstile in eure Weltmusik einfließen, jeden macht ihr euch zu eigen …

Liebe Claudia Koreck, auch ich bin Fan seit Fliagn. Aber darauf möchte ich dich wirklich nicht reduzieren. Du bist nicht nur eine große Musikern, sondern auf der Bühne ein Powerpaket voll guter Laune. Deine Musik schillert in so vielen Facetten, dazu bringst du dich, dein Leben, deine Gefühle ein. Wer dich live erlebt kann kaum glauben, dass du junger Hupfer zweifache Mama bist und dein Leben grad ganz andere Prioritäten erfordert. Dein neues Lied, geschrieben im Familienurlaub in Griechenland – wie gut, dass du uns noch aufgeklärt hast, dass die erste Strophe in Englisch ist. Und wir nicht wie durch ein Wunder alle plötzlich des Griechischen mächtig sind. Sehr berührt hat mich dein Lied für deine Oma, das jedem, der ein gutes Verhältnis zu seinen verstorbenen Angehörigen hat, aus der Seele spricht. Wie schön, dich auf der Bühne „jammen“ zu sehen, du bist auf bairisch in der Weltmusik dahoam.

An alle drei: danke für die Musik, danke für euer Lachen, danke für eure Zeit. Es war wunderbar, was für ein schöner Schlussgedanke, dass genau das den perfekten Abend ausmacht, dass man gerne noch bleiben würde, dem Erlebten noch nachspüren möchte. So ging’s mir zumindest.

Und noch ein letzter Gedanke: liebes Tollwoodteam, danke, dass ihr Schmidbauer und Kälberer bereits zum 6. Mal in Folge eingeladen habt. Bleibt dabei. Und schon seit einigen Konzerterlebnissen möchte ich euch gerne mal ein großes Lob für den perfekten Sound aussprechen. In einem Zelt wohlgemerkt. Mit Außeneinflüssen eines Festivals. Ziemlich gut, da könnte sich manch Konzerthalle eine große Anregung holen. Macht weiter so 😉

Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.

Letzte Schultage

Juchu, morgen ist endlich auch in Bayern der langersehnte letzte Schultag. Und es geht loooooooohohohohos in die GROSSEN Ferien. 6 Wochen Auszeit am Stück.

Weiß man diesen Luxus als Schulkind zu schätzen? Ich bin mir nicht sicher … In meinem letzten Kindergartenjahr zumindest kam mir jeder einzelne Ferientag zwischen dem letzten Tag im Kindergarten und dem 1. Schultag zu lang und vollkommen überflüssig vor. An der Schwelle von der Grundschule zum Gymnasium wars dann eher die Aufregung, die von Tag zu Tag stieg. Die nächsten neun Jahre? Das war unterschiedlich. Zumindest kann ich mich in all den Jahren einheitlich daran erinnern, wie lang ich die Ferien herbeigesehnt hatte. Das mit den Zeugnissen – überflüssiges Übel. Aber wieder ein Jahr geschafft. Endlich in der nächsthöheren Klasse, endlich Englisch lernen, endlich Fächer, die man nicht mag, ablegen können …

Erst kurz vor dem Abitur wurde mir bewusst: das letzte Mal im letzten Sommer, das waren deine letzten Schulferien. Im Studium hast du Semesterferien, das ist vollkommen anders. Und heute? Kann man als Erwachsener Urlaub mit Schulferien vergleichen? Selbst als Lehrer geht das wohl kaum.

Insofern meine lieben Patenkinder, und alle anderen, die hier mitlesen: freut euch auf die letzten Schultage – aber genießt vor allem die Ferienzeit. Ob zu Hause oder im Urlaub, ist es nicht herrlich 6 Wochen freie Zeit zu haben? Wenn das Wetter heiß ist können das mehr als 40 Schwimmbadbesuche oder Tage am See sein. Ich wünsch euch eine hochsommerliche Ferienzeit, mit Regen nachts, damit es auch mal etwas abkühlt.

Und ja, ich hätte morgen auch am liebsten einen letzten Schultag und dann ab in die Sommerferien. Das wär mal ein echter Erwachsenenwunsch? Noch einmal die großen Ferien erleben 🙂

 

Balkon-Geschichten

Im letzten Sommer – also bei Bullenhitze vor knapp 2 Wochen – hab ich mir einen bequemen Abend auf dem Balkon gegönnt. In meinem alten Liegestuhl, der seit einigen Jahren ganzjährig meinen Balkon bereichert, denn man weiß ja nie, wann gutes Wetter ist und man sich raussetzen möchte. Das war der erste Einsatz in „diesem“ Sommer, es war toll. OK, der Sessel sah etwas in die Jahre gekommen aus. Aber ich hab mich reingesetzt und Stunden lesend, in den Himmel blickend und glücklich vor mich hin träumend verbracht.

Ihr ahnt schon, was kommt? Es ist ungefähr 11 Uhr abends – und von einer Sekunde auf die andere sitze ich auf dem Boden. „Ach, du Sch…!“ Wie bitte schön, kann ein Stuhl mich 4 Stunden bequem relaxen lassen und dann plötzlich so rüde auf den Boden der Tatsachen zurückwerfen? … (Nicht, dass ich mir jetzt keine Gedanken zum zulässigen Gewicht machen würde, bin schließlich eine Frau!?!)

Im nachhinein kann ich darüber richtig lachen, also so richtig richtig. Allein was meine Nachbarn gedacht haben mögen? Die vielleicht auch auf dem Balkon saßen oder die Türen weit offen hatten, um die langsam abkühlende Nachtluft in die aufgeheizten Wohnungen zu bringen? Und dann flucht da eine so richtig los? Gesehen hat wahrscheinlich keiner was, dazu wars zu dunkel …

Egal, warum mich der Gedanke heute eigentlich beschäftigt: der Liegestuhl ist kaputt, unreparierbar, das Wetter schön, dann verbring ich den Abend heute wohl vorsichtshalber auf Kissen auf meinem Balkon? Da kann man nicht tief fallen? 🙂

Schönen Sommerabend wünsch ich euch