Schlagwort-Archive: Herzenswunsch

Bild [*txt.]

Seit Dienstag bekomme ich ein Bild nicht aus meinem Kopf, damit bin ich nicht allein, nein, beileibe nicht. Mich macht es ebenfalls betroffen, vor allem sprachlos. Wortlos bin ich, stehe dem mit einem Totalausfall meiner Kommunikation gegenüber. Das Bild ist allgegenwärtig, ständig kommen neue Bilder dazu. Medien. Menschen. Spekulationen. Enthüllungen. Wahrheit. Vermutung. Es ist weder mit Sprache noch mit Worten zu beschreiben, dieses Bild. Nicht mit dem Verstand. Viel zu viele Worte werden gemacht, aber alle werden sie das Bild nicht ändern. Das Bild ist eine Tatsache, keine, wenn auch noch so reißerische Schlagzeile wird etwas daran ändern. Das Bild wird bleiben, auch wenn viele, die jetzt viele Worte darüber machen, es deuten und interpretieren, vielleicht schon bald vergessen haben werden …

______________________

Dieser Text ist ein Beitrag zum [*txt.]-Projekt.

Gratwanderung [*txt.]

Ich laufe auf einem wunderschönen Weg, der Ausblick ist atemberaubend. Eigentlich bin ich genug gelaufen, würde mich langsam gern auf den Rückweg machen. Doch der Weg wird enger, vielleicht ist auf einer Seite Wald, auf der anderen nichts, oder eine Bergwand. Spätestens jetzt würde ich meine Richtung gerne ändern. Nur meine Füße, sie laufen weiter. Ich weiß, was jetzt kommt. Bitte, stop. Nicht weitergehen. Doch ein Fuß setzt sich vor den anderen. Links und rechts von mir ist nichts mehr, nichts, um mich festzuhalten. Ich halte die Balance, aber trete immer wieder ins Leere. Ich bin und wandere auf einem schmalen Grat. Viel zu weit oben. Für meine Verhältnisse. Kurz schweift mein Blick über die Schönheit, die rings um mich herrscht. Nur direkt um mich ist nichts, steil nach unten, ein kurzer Blick. Schon trete ich ins Leere, falle … Manchmal vorwärts, manchmal rückwärts. Ich schwebe nicht, sondern rase durch die Luft. Um schweißgebadet aufzuwachen. Aus meinem Alptraum. Von einer Gratwanderung.

Dieser Text ist ein Beitrag zum [*txt.]-Projekt.

Wünschen [*txt.]

Wann beginnt das eigentlich mit den Wünschen? So als kleines Kind schon? Die ersten Wünsche sind vielleicht so was wie Schokolade als Nachtisch, Spielzeug, wie es die anderen Kinder im Kindergarten haben, ein Ausflug zum Spielplatz, alle Freunde zur Geburtstagsparty, mein Leibgericht, wenn ich es mir wünsche … Später werden die Wünsche größer, das Gewünschte abstrakt, das Wünschen sehnlicher.

Was kann man nicht so alles mit dem Wort Wunsch verknüpfen:
* einen Wunsch haben
* einen Wunsch verspüren
* einen Wunsch verwirklichen
* einen Wunsch erfüllen
* gute Wünsche aussprechen
* einen Wunsch äußern
* einen Wunsch unterdrücken
* einen Wunsch verhindern
* den sehnlichen Wunsch wahrwerden lassen
* Heimliche Wünsche
* kleine oder große Wünsche
* wünsch dir was
* Herzenswunsch
* Wunschbild
* Wunschtraum
… Lässt sich beliebig weiterführen, es gibt im Bereich des Wünschens kaum unmögliche Kombinationen.

Schließlich steckt genau das im Wort Wunsch, ich wünsche mir etwas. Das muss nicht in Erfüllung gehen. Wär aber schon schön. Denn: Das mit den Wünschen ist so eine Sache, klar gibt es vieles, was man nicht hat, aber gerne haben möchte. Die Frage bleibt meist, warum man es (so dringend) braucht? Oder warum es nicht verwirklicht werden kann. Die Wünsche, die man sich selbst erfüllen kann, sollte man in die Tat umsetzen. Wenn Wünsche an einen anderen geknüpft sind liegt es in dessen Hand. Bei allem anderen hilft wahrscheinlich auch keine gute Fee … Wie viele wünschen sich nichts mehr, als auch mal Glück zu haben. Gesund zu sein. Zufriedenheit, das wünsch ich so gerne anderen. Weil ich selbst so gern zufrieden bin. Wunschlos zufrieden, das wär ich gern.

Dieser Text ist ein Beitrag zum [*txt.]-Projekt.

Der eine Wunsch ans Universum

Es gibt die wunderbare Phantasie, dass eine gute Fee vorbeikommt und einem 3 Wünsche erfüllt. Nun ist es meistens im Leben ja so, dass man sich bei 3 gar nicht beschränken kann! Was aber, wenn man gefragt wird, was der eine Wunsch ist, das, was man sich – egal wie, aber mit jeder Faser des Körpers, mit jedem Gedanken, jedem Atemzug – herbeiwünscht, herbeisehnt, an nichts anderes denken kann.

Ich kann mich gut an die Wünsche (man beachte den Plural) meiner Kindheit erinnern: ich wollte den verborgenen Schatz auf dem Dachboden entdecken. Meine Familie sollte ein altes Adelsgeschlecht sein. Wir würden in ein Schloss übersiedeln. Reichtum (also viel Geld, so viel, dass man alles kaufen kann).

Später hatten die Wünsche ans Universum dann männliche Vornamen, waren einige Christians, Mikes, Tommys oder Stefans dabei.

Dann wollte ich das Abitur bestehen, das Studium abschliessen, mein Praktikum in der Agentur bekommen. Später zum zweiten Mal die weibliche Hauptrolle in einem Theaterstück spielen ….
Viel davon hat geklappt, das Universum hat mir viele einzigartige, besondere Wünsche erfüllt. Nicht alle – nur die, die ich selbst beeinflussen konnte. Alles, wozu ich selbst – und nur ich selbst – beitragen konnte, hat, wenn ich so zurückblicke, geklappt. Was ich mir nicht zugetraut habe hat auch nicht funktioniert. Und manche Herzenswünsche sind zwar meine, aber es gehört noch jemand dazu, ein zweiter Mensch, der ebenfalls seinen Wunsch ans Universum schicken müsste. Und das Leben lehrt: da reicht ein Mensch nicht. Das müssen beide wollen!

Schön, dennoch bin ich zuversichtlich: was ich wirklich will kann in Erfüllung gehen. Und oft ist es so, dass man im Rückblich ehrlich zu sich sein muss: das wollte ich wohl nicht wirklich, nur halbherzig, ich habe nicht alles getan, um es mir zu erfüllen. Jeder von uns hat sein Leben, und zwar nur sein eigenes, in seiner Hand. Es liegt an uns, was wir daraus machen. Es gibt Wegbegleiter, wenige wertvolle Menschen, die mal mehr, mal weniger Einfluss auf die Richtung, Kurven, Umwege usw. haben. Aber keine Ausreden: nur ich kenne meinen Wunsch ans Universum – also muss ich mich darum kümmern, dass er in Erfüllung geht!

Und keine Sorge meine lieben Patenkinder: ihr seid nicht allein. Es gibt viele liebe Wegbegleiter, die euch freundschaftlich unterstützen werden, euch mit Fragen und Antworten helfen, wenn ihr sie braucht, und euch vertrauen, wenn ihr entscheidet 🙂 Ihr seid heute schon wunderbare kleine Menschen und ich freu mich darauf, eure Wünsche ans Universum kennenzulernen und mich mit euch zu freuen, wenn sie in Erfüllung gehen!