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Sonntagsfreude: Alles hat seine Zeit

Mein Lebensziel ist ein Leben in Balance. Der Ausgleich hat mich in den vergangenen Jahren manchmal mehr, manchmal weniger Anstrengung gekostet. Dabei hat sich immer mehr herausgestellt, dass zwei Wohnsitze – wochentags in der Stadt und das Wochenendzuhause auf dem Land – im Lauf der Zeit „aufwändiger“ für mich geworden sind …

Dazu kam: Hatte ich im neuen Job anfangs beste Vorsätze für einen Arbeitsweg mit öffentlichem Nahverkehr bin ich in der Zwischenzeit zur Pendlerin in der Stadt geworden. Und alles so insgesamt hat mich entscheiden lassen, dass ich gerne nur noch einen Wohnsitz haben möchte. Und eben pendle.

Deshalb hab ich in den vergangenen Wochen einen Umzug gemacht. Wie viel sich doch in meiner kleinen Stadtwohnung in den 15 Jahren angesammelt hat. Ich hab mich von vielem getrennt, aber es war trotzdem viel umzuziehen. In diesen Zeiten.

Dieses viel muss jetzt irgendwie passend in die ja schon bestehende Wohnsituation, bisher das Wochenendzuhause, jetzt mein Zuhause, geräumt werden. Gefühlt ist es etwas mehr, als einfach eine leere Wohnung einzuräumen. Aber das wird. Mit Zeit.

Trotzdem war ich vor ein paar Tagen einfach nur erschöpft, platt, fix und fertig. Und habe in unsere Familiengruppe geschrieben, dass ich nie nie nie mehr umziehen werde. Kommentar meiner Schwester: „Ins Altersheim dann halt.“ Kommentar von Nichte 2.0: „Ich zieh auch nie wieder um. Nur noch einmal zu dir – und dann nie wieder…“

Ich bin in der Zwischenzeit auch behördlich wieder Landkind. Und Holledauerin. War ich immer im Herzen, jetzt wieder insgesamt. Für meine Balance. Fühlt sich gut an.

Paula und der Eisvogel: Vorlesegeschichten aus der Nachbarschaft

Seit ein paar Wochen fühlt sich Paula öfter mal beobachtet, wenn sie mit ihrem Herrchen Andi den Weg am kleinen Bachlauf entlanggeht. Fast ein bisschen unheimlich ist es ihr. Häufig meint sie, dass da etwas blaues fliegt – aber so richtig einschätzen kann sie das, was sie sich vielleicht auch nur einbildet, nicht.

Heute ist ein besonders schöner Tag. Die Sonne strahlt vom eiskalten, glasklaren Himmel. Schön ist das. Herrchen Andi setzt sich deshalb auf die Bank, die vor einer kleinen Schleife im Bachlauf steht. Beide Spaziergänger, Herrchen und Hundemädchen schließen die Augen und lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Tut das gut, hach.

Da, Paula blinzelt. Auf einem Ast glitzert etwas. Noch leuchtend blauer als der Himmel ist das kleine Wesen. Erst öffnet sie ein Auge, dann auch das zweite. Andächtig sagt sie: „Du bist aber schön. Was für ein wunderbares blau, und orange, und dazwischen ein paar weiße Federn. Und die Zeichnung. Du bist wirklich besonders schön.“ Ehrfürchtig bestaunt sie das kleine Wesen mit seinem außerordentlich schönen Federkleid …

Der Vogel antwortet nach einem kurzen, vorsichtigen Zögern. „Ansichtssache. Dir gefällt, was du siehst, ich muss aber besonders vorsichtig sein, weil ich so auffällig leuchte. Im Sommer kann ich mich gut verstecken, aber jetzt über den Winter sieht mich jeder …“. „Ach, dann spielst du mit mir schon die ganzen letzten Wochen verstecken? Jedes Mal, wenn ich einen leuchtenden Punkt entdeckt habe, warst das du. Aber bis ich etwas erkennen hätte können, warst du schon längst wieder weg. Keine Sorge, dich entdeckt man nicht so leicht.“ meint Paula.

„Wenn man es so sieht, hast du recht. Und gut, dass du mir das sagst, denn vor allem wenn ich Hunger habe, bin ich immer nicht sicher, ob meine Vorsicht ausreichend ist“ antwortet der Eisvogel. „Dann lass uns das ab sofort als unser Spiel sehen,“ schlägt Paula vor. „Gerne,“ antwortet ihr neuer Freund, „und manchmal werd ich mich dir auch zeigen. Aber du weißt ja, dass ich trotzdem um dich herum bin, auch wenn ich mich nicht blicken lasse.“

Paula freut sich – und ein kleines bisschen ist sie auch erleichtert, dass sie sich nichts eingebildet hat. Ab sofort weiß sie, dass sie ihren kleinen farbenfrohen Freund, den Eisvogel, auch dann an ihrer Seite hat, wenn sie ihn nur für einen winzig kurzen Augenblick wahrnimmt. Wie ein guter Freund, der auch nicht immer bei dir sein kann, aber dich im Herzen immer begleitet …

Spruch zum Wochenende: Besitz des Herzens

„Dinge, die man als Kind geliebt hat, bleiben im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter. Das schönste im Leben ist, dass unsere Seelen nicht aufhören an jenen Orten zu verweilen, wo wir einmal glücklich waren.“ (Khalil Gibran)

In München stehen statt dem großen Oktoberfest gerade über die ganze Stadt verteilt Fahrgeschäfte – Sommer in der Stadt. Und auch wenn ich ansonsten am liebsten allen Menschenansammlungen aus dem Weg gehe: mein Herz zieht es in Richtung Riesenrad. Welches? Grad ziemlich egal … mal sehen: mit etwas weniger Temperatur könnte das kommende Woche durchaus eine schöne abendliche Abwechslung sein? Passt gut auf euch auf, es soll heiß werden – ich wünsch uns allen ein cooles Hochsommerwochenende