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Von Kindern lernen: Die Zeit vergessen

Vom Spruch „Kinder kennen keine Zeit“ gibt es zwei Sichtweisen. Die eine ist ganz schön schön, denn beim Spielen versinken die Kleinen vollkommen in ihrer Welt, vergessen  alles um sich herum. Es ist einfach schön, sie konzentrieren sich vollkommen auf das, was sie tun. Und sind dabei glücklich. Schaffen auch Erwachsene, wenn sie etwas tun, das Spaß macht. Also zumindest bei mir klappt das gut, zum Beispiel, wenn ich Musik mache. Oder höre. Da kann ich mich vollkommen drauf konzentrieren. Aber es überfordert mich auch nicht, weil ich eben „nur“ das mache. Nicht nebenher noch 5 andere Sachen, wie wir es in unserer Multitasking-Welt so oft machen. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann einen Tag, an dem ich von morgens bis abends die Zeit vergessen darf. Weil ich etwas tue, das ich liebe, auf das ich mich voll und ganz konzentrieren darf. Sind selten, solche Tage? An denen man einfach die Zeit vergisst …

Dann gibts noch diese andere Komponente, wenn Kinder vergessen, wie spät es ist. Zum Beispiel, wenn sie an einem Sonntag morgens um 4.26 Uhr aufwachen und sich so freuen, dass die Tante zu Besuch ist, dass sie statt sich umzudrehen und weiterzuschlafen die Zeit nutzen wollen. Oder abends spät partout nicht einschlafen wollen, um nichts zu verpassen. Oder 5 Minuten mit „1,2,3,4,5,“ runterzählen. Oder eben Zeitfenster einfach  nicht einschätzen können. Irgendwie ist das auch alles gar nicht schlimm, vor allem nicht wichtig. Zeit ist doch nur relativ … Oder? 🙂

 

Das mit dem Entwicklungsgespräch

Dass Vorgesetzte ihre Mitarbeiter regelmäßig zu einem Feedbackgespräch einladen ist wünschenswert, an die Elternabende zu Schulzeiten konnte ich mich zwar nie gewöhnen, fands aber auch ok – dass die Erzieher jetzt aber auch im Kindergarten zu einem Entwicklungsgespräch einladen? War mir neu.

In den vergangenen Wochen haben das also sowohl die Eltern der bezaubernden Nichte als auch die von Mademoiselle erlebt. Jetzt geht es da vor allem um Achtsamkeit, Wahrnehmung und Beobachtung, für das Kind, seine Interessen, seine Aufmerksamkeit, seinen Entwicklungsspielraum. Aus der Sicht der Erzieher, gebündelt mit der Rückmeldung der anderen Kinder und vielleicht auch deren Eltern. Da wird beurteilt, analysiert, eingeschätzt. Und auch Unterstützung bei Problemen angeboten, bzw. auf Experten verwiesen. Find ich ziemlich gut, dass meine beiden Patenmädels so auf ihr nächstes bzw. letztes Kindergartenjahr vorbereitet werden. Und auf das Erwachsenenleben übertragen: konstruktive Entwicklungsgespräche tun gut, helfen in jedem Alter und in jeder Lebenssituation. Nur sollte da der, um den es geht, unbedingt mit anwesend sein (was jetzt beim Kindergarten-Entwicklungsgespräch nicht zwingend notwendig ist).

Spruch zum Wochenende: Körper und Seele

„Geh du voran“, sagte die Seele zum Körper, „denn auf mich hört er ja nicht.“ „In Ordnung“, sagte der Körper, „ich werde krank werden
dann hat er Zeit für dich.“ (Goethe, aus Faust II)

Den Spruch möchte ich einem lieben, langjährigen Freund widmen. Der einen Teil seines beruflichen Gedächtnisses verloren hat. Ein Signal seines Körpers? Vielleicht. Wahrscheinlich. Ich wünsche ihm, dass ihm die Krankheit noch mehr Tempo rausnimmt, damit er gesund werden kann. Für Körper und Seele im Einklang, für eine Hoffnung auf Zukunft, auf ein langes, gesundes und erfülltes Leben.