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Sonntagsfreude: Feiertagsstimmung

An Tagen wie diesen nehm ich mich sehr zurück – mein Wunsch lautet nämlich Harmonie. Frieden. Rückzug. Nicht so einfach, wenn die ganze Familie zusammenkommt. Nicht jeder schafft, die eigenen Befindlichkeiten mal nicht ganz so wichtig zu nehmen. Die Vorbereitungen zum großen Weihnachtsessen heute Vormittag haben wir als Küchenteam sehr symbiotisch gemeistert, als dann alle da waren wurde es nnnjjjjaaa. Deshalb hab ich mich danach ausgeklinkt, meine Erkältung sitzt immer noch recht fest, der Husten wollte Frischluft. Auf dem Hinweg zur kleinen Kapelle hatte ich eine blendend gelaunte Nichte dabei, die sich auf dem Rückweg in ein motzendes, maulendes Zicklein verwandelte. Da hat sich die Tante-Sturkopf abgeseilt, ein paar kostbare Minuten himmlische Ruhe, sogar mit ein paar Sonnenstrahlen. So schön. 

Noch ein paar Glücksgedanken des Tages:

  • Der Sohn meiner Kindergartenfreundin hat seine Stammzellentransplantation gut gepackt, die beiden sind noch mindestens 6 Wochen in der Klinik, aber es gibt Hoffnung. Das ist für mich ganz persönlich mein wichtigstes und schönstes Weihnachtsgeschenk 🙏
  • Unser Familienlacher des Tages: seit Tagen läuft meine Nase, ich habe bestimmt schon eine Familuenpackung Taschentücher vollgerotzt. Gestern Abend habe ich mit einem Putztuch zur Abwechslung meine Brille gesäubert – und wollte meinem Vater, der am Tisch in ein Kreuzworträtsel vertieft war, anbieten, dass er das Tuch for seine Brille verwenden kann. Er war hochentrüstet, dass ich ihm mein Schneuztuch vor die Nase halte … und hat erst Minuten später verstanden, warum er von allen Seiten ausgelacht wurde … 
  • An den Feiertagen wird in meiner Familie seit ich denken kann Ente oder Gans aufgetischt, traditionell freue ich mich – die ich weder noch esse – auf die Beilagen. In diesem Jahr hab ich einen Rotkohl zu weihnachtlich gewürztem Blaukraut verarbeitet, wieder auf dem Holzofen geschmort. Lecker!
  • Gleich kommt Sissi im TV, ich lümmle am Kamin und hoffe, die hustenlösenden Tropfen zeigen Wirkung …

Euch allen schöne Feiertage, mehr Sonntagsfreude lest ihr bei Rita.

Das mit der Laune

Manchmal ist das mit der Laune wie mit dem Wetter: am liebsten haben wir Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Aber wir brauchen auch Regen, hin und wieder ein reinigendes Gewitter. Wolken, Schatten, Nieselnässe, Wind – all das gehört dazu, damit die Natur in Balance bleibt. Vergleichbar mit dem Menschen? Durchaus. Am liebsten hätten wir, ob jung, ob alt, immer Menschen mit kontinuierlich sonnigem Gemüt um uns. Nur klappt das schon bei uns selber nicht, weder 24 Stunden am Tag, noch lebenslang. Mal läuft einem diese berühmte Laus über die Leber, mal zwickt was, mal reicht der Schlaf nicht, mal hat man Hunger. Weiß jeder und ist so. Doof halt, wenn so eine Stimmung ausgerechnet die bezaubernde Nichte zur motzenden Zicke macht. Und die Tante unausgeschlafen ist und nicht die gewohnt geduldige Mittäterin jedweder noch so skurrilen Schandtat ist. Da half dieses Wochenende nicht mal Schneckensammeln, Schaukeln oder der vorgeschlagene Spaziergang. So wurde die ohnehin früh anberaumte Heimfahrt noch etwas frühzeitiger angesetzt, da auch den Großeltern ob all der fast schon boshaften Herausforderungen der Geduldsfaden riss. Zum Glück gibt’s bald eine neue Wetterlage, die bestimmt für alle besser als diese Gewitterstimmung ist …

Das mit dem Wiedersehen nach Jahren

Als mein großes Patenkind geboren wurde, gab es ein „wir“, „wir“ wurden Paten. Als der Große noch kein Jahr alt war haben „wir“ uns getrennt. Vernünftig, weil die zwei, die zum „wir“ gehörten weder zueinander passten, noch dasselbe wollten. Nicht dasselbe fühlten, dachten, geschweige denn erlebten. Das ist schon Jahre her und meist nebensächlich. Dennoch musste ich mich gestern vor dem Wiedersehen wappnen, denn das „er“ des „wir“ hat seine Art. Die mich schon damals oft innerlich zum Kochen brachte. Nicht, was ihr denkt: „er“ hat eine Art, sich zu inszenieren. Möchte da jetzt gar nicht in die Tiefen der Psychologie einsteigen, es reicht schon, dass Eigen- und Fremdsicht oft weit auseinanderklaffen. Schein und Sein sind nicht nur als Wort, sondern auch im Sinn unterschiedlich. Jetzt ist eine Kommunion im Leben vielleicht nur ein Tag von vielen, für mein Patenkind war es ein sehr besonderer Tag. Er möchte im Mittelpunkt des Interesses stehen, hat die Menschen eingeladen, mit denen er feiern möchte. Familie und Freunde. Es ist ihm wichtig, Kommunion zu feiern. Und diesen Raum für „seinen Tag“ wünscht er sich von Herzen, er genießt Tage wie diese. Wenn ein anderer das dann nutzt, sich selbst zu vermarkten (man verzeihe mir das Wort, aber das trifft es einfach am allerbesten), das mag ich nicht. Und kann da – ganz entgegen meines sonstigen Naturells – zickig reagieren. Aber ging gut. Wie auch die Oma der Patenkinder festgestellt hat: „Schön, dass ihr so harmonisch miteinander klar kommt – nicht selbstverständlich!“

Und darauf bin ich jetzt ein winzig kleines bisschen stolz, weil 50 Prozent hab ich dann ja zur Harmonie beigetragen. Also: mindestens …. 🙂

Hühnerhautalarm

Ich bekenne, dass ich gerade zu wenig Zeit zum Fernsehen habe. Und deshalb nicht wirklich mitreden kann über die neue Staffel von The Voice of Germany. Hab die Blind Auditions fast komplett verpasst, bin insofern eigentlich raus. Nur dass mir bei der gestrigen Wiederholung eines Battles einmal mehr durch den Kopf gegangen ist, wie wertvoll mir genau diese Phase in den letzten beiden Jahren war. In der TV-Sendung ist das im Ausscheidungsverfahren eine großartige Stimme gegen eine andere großartige Stimme, für Musikgenießer wie mich ein Ohrenschmaus. Da werden wunderbare, einzigartige Stimmen zusammengepackt mit meist außergewöhnlich anspruchsvoller Musik – und einmal mehr bekommt man ein Gefühl dafür, warum Musik verschiedene Harmonien kombiniert, warum es die Komposition ist, die unseren Sinnen den höchsten Genuss verschafft.

Einige meiner Highlights aus den letzten beiden Jahren:

Kombiniere zwei vollkommen unterschiedliche, dabei so markante Männerstimmen zu Gänsehautfeeling in What a wonderful World

Nimm 2 bereits sehr harmonische, da schwesterliche, Klangfarben und setze mit Michael Schulte eine dritte Harmonie ein und lass dich vollkommen fallen, Falling Slowly

Dessert Rose in einer sehr eigenen Interpretation mit zwei außergewöhnlichen Stimmen

Und natürlich dieses ganz besondere Damen-Duo, das mir unvergessen bleiben wird: People help the People

Für diese Woche hab ich mir ganz fest vorgenommen, Donnerstag und Freitag dabei zu sein, denn „Nights in White Satin“ war großartig, bei „Somewhere over the Rainbow“ hatte ich Gänsehaut – und ganz klar will ich Samu noch mal mit Hühnerhaut erleben. Und hoffe auf einen dieser besonderen Momente, wo man zuhört, wie sich Stimmen perfekt vereinen und ganz tief vom Bauch aus sich ein Gefühl von „genauso muss es sich anhören, perfekt!“ in mir breitmacht. Gerne auch mit viel Gänsehaut 😉