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Der 8. Monat

Die Zeit verfliegt – unfassbar, aber Nichte 2.0 ist schon bald ein dreiviertel Jahr alt.

  • In diesem Monat bereichern Vinschgerl, oder besser Brotkrume, und seit kurzem Butter-Brot-Würfel den Speiseplan. Und jeder einzelne Krümel wird bis auf den letzten Haps verspeist, der Hunger ist riesengroß, schließlich will sie jetzt ordentlich wachsen.
  • Die Zähne drücken auch ordentlich, das ist äußerst ärgerlich und muss der Umwelt mitgeteilt werden.
  • Ansonsten gurgelt es ordentlich aus ihr raus, also sie quatscht munter und ununterbrochen. Die bezaubernde Nichte und Nichte 2.0 „unterhalten“ sich aktuell in Baby-Sprache, wenn ich die Große frage, ob sie das versteht, ernte ich einen ungläubigen Blick. Auf den Vorschlag, dass sie dann doch ganz normal mit ihr sprechen könne ebenfalls … 🙂
  • Da alle in der Familie krank waren ist doch tatsächlich die zweite Fortbildung mit der Mama ausgefallen, ärgerlich … wobei: sie ist momentan so ein Mama-Kind, es wäre vermutlich für den mitreisenden Betreuer wirklich eine laute dreitägige Mission geworden!
  • Der Papa hatte einen kleinen Eingriff und war viel zu Hause, blöd nur, dass er sie nicht so viel tragen sollte. Daher ist es weiter auf Mamas Armen am allerbesten ….
  • Zur großen Ungeduld gesellt sich, dass Arme und Beine noch nicht so recht miteinander korrespondieren, mit den Armen würde sie durchaus vorwärts kommen, aber „hinten“ klappt es nicht. Insofern ist Krabbeln noch einen Ticken entfernt, was die Kleine tierisch nervt, weil sie ja die Große im Auge behalten muss, ihr hinterher will. Hach.
  • Die Neugierde für andere Menschen ist, solange sie bei der Mama ist, riesengroß, alles mitbekommen, alles sehen, der Kopf und der Körper drehen und wenden sich mit einer atemberaubenden Schnelligkeit, da könnten sich manche Hochleistungssportler was abschauen.
  • Schlafen wäre schon schön, aber da verpasst man ja viel zu viel. Insofern hält sie es mit einem Minimum aus, was manchmal dann doch auf die Laune schlägt.
  • Spielsachen sind toll, aber wie auch schon bei der großen Schwester kann man sie mit Fingerspielen, greifen und wegziehen und mit „Kuckuck-Spielen“ wunderbar zum Lachen bringen. Wie das geht: man versteckt sich, z.B. hinter einem Stuhl mit Kuckloch, und verschwindet erst, dann erscheint man im Kuckloch mit einem fröhlichen „Kuckuck“. Klappt zur Not auch mit den Kordeln eines Kapuzenpullis und den eigenen Händen 🙂
  • Bei den Großeltern zu Besuch und dann schlafen? Wie bitte? Da ist alles neu und aufregend, immer hört man was, immer ist was los. Nix da. Da gleichen sich die beiden Schwestern schon sehr, irgendwie habe ich zur Zeit das ein oder andere Deja-Vu 🙂
  • Die Mama hat für die große Schwester ein Erdbeerinchen-Kostüm genäht, da wurden per Handarbeit unzählige Pailetten angebracht – und dieses Mal war noch wichtiger, dass keine einzige runterfällt und irgendwo auf dem Boden liegen bleibt, fürs spätere In-den-Mund-schieben – das gleiche gilt übrigens für alle kleinen Spielzeugteilchen, Murmeln, Lego, …, was bei der Großen manchmal in Vergessenheit gerät und dann zu eigentlich überflüssigen Streitereien im Familienkreis führt. Seufz.

Freizeitverpflichtungen

Schon ganz schön was los in diesen ersten Wochen des neuen Jahres:

  • Mademoiselle hat eine Woche der Weihnachtsferien allein bei den Großeltern in Bamberg verbracht, haben alle sehr genossen.
  • Auch Monsieur, der ja zum wiederholten Mal als Dreikönigs-Ministrant unterwegs war. Genau wie der Sohn meines Cousins, das hat die Jungs ein paar Tage ordentlich in Anspruch genommen.
  • Die Tochter meines Cousins dagegen tritt mit ihrer Tanztruppe auf Faschingsbällen auf, „I like to move it“. Schön, wenn man das, was wochenlang trainiert wurde, jetzt auch aufführen darf.
  • Die bezaubernde Nichte hat ihre Weihnachtsgeschenke in Reitstunden eingelöst und kann mittlerweile ohne Zügel traben. Und sie kümmert sich sehr verantwortungsvoll um ihre Pony-Freunde.

Irgendwie doof, dass jetzt wieder die Schule so viele Hobbies verhindert? 😉

Das mit der Urlaubspost

Leider hat die Post es nicht geschafft, eine Karte, die Mademoiselle den Großeltern aus dem Urlaub geschickt hatte, aus England nach Bayern zu transportieren. Zu schade, denn da stand soooo viel drauf … zum Glück hatten die Eltern alles im Bild festgehalten, denn es ist definitiv randvoll mit Erinnerungen:

Und am Schreibstil liegts nicht, Anschrift hatten die Eltern „maschinenlesbar“ aufs Adressfeld geschrieben 😉

Papasani

Solange ich denken kann, nennt meine Mutter meinen Vater „Papasani“. Nicht immer, aber wenn sie ihn tadelt. Da ändert sich auch der Tonfall ihrer Stimme, das Papasani zieht sich, mit sehr langen Vokalen und viel Modulation, man könnte nach jeder Silbe ein missbilligendes tststs einfügen. Sonst wird er ja mit seinem Vornamen und auch in einem netten Ton angesprochen …

Immer mal wieder hab ich mich gefragt, wo sie das her hat, dachte an einen Film, ein Buch, eine überlieferte Figur. Ist schließlich ein komisches Wort – zusammengesetzt aus dem Kosewort Papa und dem Anhängsel -sani. Dass das keinesfalls von der Abkürzung für Rettungssanitäter stammt, obwohl mein Vater das in seiner Bundeswehrzeit war, liegt im Kontext auf der Hand. Eher schon der Partisan … aber so richtig erschließen lässt es sich nicht.

Auch hatte meine Mutter keinerlei

Vorbild oder Anregung. Ich hab sie gefragt. Sie wollte ihn schlicht nicht wie wir Kinder Papa nennen, vor allem nicht, wenn sie ihn tadeln wollte. Da kam ihr das spontan über die Lippen. Schwups, Wortneuschöpfung. Fällt seit damals durchaus regelmäßig, der kreative Name Papasani 😉