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Geburtstage feiern …

Wenn man so lang auf so viel verzichtet hat. Wenn man dann aber den so lang ersehnten eigenen Geburtstag in greifbarer Nähe hat. Wenn die Vorfreude von Tag zu Tag steigt. Wenn sowieso ein Besuch bei den Großeltern überfällig ist, weil Oma und Onkel ja auch Geburtstag haben … und überhaupt: wenn es einfach Zeit ist. Und dann auch noch die sinkenden Zahlen einfach stimmen. Dann kann man seinen 4. Geburtstag auch mehr als einmal feiern. Vorher. Am Geburtstag. Und danach auch noch.

Und so hat es Nichte 2.0 gehalten, sich über alles soooo sehr gefreut. Vielleicht tatsächlich noch ein ganz kleines bisschen mehr, weil, na ja, weil halt …

Leider konnte die sonst fürs Partyprogramm zuständige Tante nur bei der Familien-Vorfeier dabei sein. Das war aber auch schon ganz ok so. Wobei aktuell immer noch wichtiger ist, dass die Tante und der Onkel mit den Kuhweiden da sind, weil das sogar noch seltener und dadurch kostbarer ist… Insofern kann ich nur Beobachtungen aus 2. Hand weitergeben: 4 auch so um die 4 Jahre alte Mädels haben einen sonnigen Nachmittag im Garten verbracht. Es gab kein Gezicke, sehr viele strahlende Gesichter und ganz viel „oh, ist das schön, dass wir uns sehen!“

Und ganz viel Hoffnung ist da, auf einen gesunden Sommer, auf Kindergarten, auf Spielen mit Freunden im Garten und auf dem Spielplatz – weil es eben schon schön wär. Kann ich so was von gut verstehen …

Sonntagsfreude: Online-Familie to be

Man glaubt es kaum, aber in dieser Sekunde videokonferieren meine Eltern mit meinem Schwager und ihrem jüngsten Enkelkind. Über das www. Bin etwas stolz – dass ich die Technik trotz widriger Umstände und die Generation trotz Anfängerstarrsinn zum Funktionieren gebracht hab. Und dass wir den Eltern in dieses Zeiten einen Kommunikationskanal eröffnen, den sie sonst nicht hätten nutzen wollen … Läuft. Langsam und selten, aber läuft.

Abenteuer auf dem Bauernhof

Am Wochenende haben die Nichten einen Überraschungsbesuch auf dem Bauernhof gemacht – weil sie am letzten Ferientag eh zum Friseur angereist sind und sich gedacht haben, zwei Tage kann man auch draus machen. Dummerweise waren die besuchten Großeltern nicht ganz fit (der Opa hat sich bei der Waldarbeit so verkühlt, dass er Schmerzen in allen Gelenken hatte, die Oma war kreislaufgeplagt, der Onkel faschingsgeschädigt …). Phhh. Gut. Skispringen im TV ging.

Besser, dass Samstag früh endlich die leicht übernächtige Tante Coco kam. Nach dem reichlichen Frühstück sind wir direkt rausgejagt worden, endlich:

  • Hühner füttern, Eier abtragen.
  • Auf dem Weg zum Friedhof Moos, Steine und Zapfen (und was nach dem Sturm sonst noch an Geschenken rumliegt) einsammeln und am Grab dekorativ verteilen.
  • Alle anderen Gräber „gießen“ (mit Weihwasser natürlich, beschäftigt groß und klein als Team und man kann auch mal was zurechtrücken oder ein paar Blumen pflücken oder so)
  • Danach wäre Nichte 2.0 vor lauter Gschafteln beinah eine Treppe runter gefallen – aber: sie wird groß, hat viel mehr Körperbeherrschung als noch vor ein paar Wochen, wow!
  • Ausgiebigst durch Pfützen hüpfend zurück zum Bauernhof, wo wir erst mal eine Runde hinten herum gelaufen sind. Weil da auch Pfützen sein könnten.
  • Gut so, da waren zwei freilaufende Hühner, die da nix verloren haben. Wir haben sie im Team zurück zum Nachbarn und mit vollem Körpereinsatz über den Misthaufen sogar zurück in ihr Zuhause im Hühnergartl getrieben.
  • Nichte 2.0 hatte Oma und Opa voll Stolz zu berichten, dass die „Hena“ wieder beim „Done“ sind 😉
  • Worauf wir direkt weiter auf den Heuboden geschickt wurden, um Heu und Stroh für die Hasen einzupacken.
  • Nichte 2.0 war zum ersten Mal mit droben und hat eifrigst mit angepackt.
  • Als dann die Cookie-Katze auf den Balken balancierend dazukam wollte die das auch – und mit Tantenhilfe geht das. Da werden sogar sonst iiiiiiaaaauuuuooohbäääääääääääääh Spinnweben erst gesehen, wenn die große Schwester darauf hinweist …
  • Weil die auf die Strohballen hochklettern konnte wollte die kleine das auch. Haben wir zumindest ein kleines Stück mit Tantenhilfe auch geschafft.
  • Dann haben sich die zwei Schwestern auf einen Strohballen gehockt – dummerweise hat die große den superrutschigen Schneeanzug der kleinen falsch eingeschätzt. Bums, lag die kopfüber im Stroh. Die paar Tränen waren mithilfe der immer für Ablenkungsmanöver einsatzbereiten Cookie-Katze schnell getrocknet.
  • Beim Abstieg hätte die Tante samt Nichte 2.0 beinah einen Salto gemacht – aber auch das war nur eine winzige Schrecksekunde.
  • Achso, wenn bei Opas kleinem Traktor die Batterie ausgebaut ist, darf man da nicht nur draufsitzen, sondern auch alle Knöpfe und Hebel ausgiebig bedienen. Was für eine wilde Fahrt – und da die bezaubernde Nichte auf dem ja schon mal in echt mitgefahren ist, hat sich „Gu“ vom Opa versprechen lassen, dass nächstes Mal sie mitdarf. Jawoll!
  • Wie immer, so viele kleine Abenteuer in so kurzer Zeit! Wir haben es schon schön, so, halt.
  • 1994

    Heute vor 25 Jahren ist meine Oma väterlicherseits gestorben. An ihrem Geburtstag, sodass wir uns bis heute nur einen Erinnerungstag merken müssen. Meine Erinnerungen an ihre alljährlichen Geburtstagsfeierlchkeiten sind eng mit der Hopfenzupf verbunden, in manchen Jahren war der Hopfen früher reif, dann ging die Ernte durchaus schon Ende August, Anfang September los. Wir waren also so oder so „zu Besuch“. Ich vermute, dass sie nie jemanden eingeladen hat, sondern dass, wie es in katholisch Bayern früher üblich war, all die lieben Verwandten zu Geburtstags- und Namenstag so oder so vorbeikamen. Auf alle Fälle gabs immer Kuchen für den Fall der Fälle. Wenn sie schon reif waren einen Zwetschgendatschi. Mit Sahne. Und später wurde, auch wenn alle gar nicht so lang bleiben wollten, eine Brotzeitplatte auf den Tisch gestellt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eines der letzten Jahre, in dem ihre Schwestern und ein paar Nachbarinnen zu Besuch waren. Alle hatten reichlich Zeit mitgebracht, weil zu Hause keiner mehr gewartet hat …

    Mit ihrem Tod hat das Jahr 1994 für mich und unsere gesamte Familie eine wesentliche Veränderung hervorgebracht: vorher war das Haus meiner Großeltern fast so etwas wie mein zweites Zuhause. Mein Vater hat den Hof mit bewirtschaftet, wir waren viel dabei, zum Spielen, bei den Großeltern, mit der Oma im Garten, mit dem Opa „unterwegs“. Zu Geburtstagen und an Feiertagen traf sich die ganze Großfamilie, Onkel, Tanten, Cousinen, Cousins. Nicht alle, aber schon der feste Kern sind mehr als 25 Personen …

    Seitdem gibt es dieses rituelle Treffen nicht mehr. Das Haus und der Ort haben sich verändert. Auch wenn alles anders geworden ist hab ich mir die letzten Tage fest vorgenommen, mal wieder an diesen Ort meiner Kindheit zurückzukehren. Mir die schönen Bilder nicht nur im Kopf zu erhalten, sondern die Erinnerung auffrischen. Ich vermute, das ist so was wie Heimweh?