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Spruch zum Wochenende: Zwei Dinge

 Zwei Dinge sollen Kinder
von ihren Eltern bekommen:
Wurzeln und Flügel.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Der Spruch ist mir diese Woche gleich mehrfach begegnet und ich mag ihn sehr gerne. Wünsch euch allen ein schönes Wochenende, wissend, was euch Wurzeln verleiht, dabei frei wie ein Vogel. Mich erdet gerade ein Eichhörnchen, das seine letzten Wintervorräte durchstöbert – und meinen Blick bestimmt gleich wieder mit auf den höchsten Baumwipfel nimmt, wenn es den Boden verlässt …

Spruch zum Wochenende: Körper und Seele

„Geh du voran“, sagte die Seele zum Körper, „denn auf mich hört er ja nicht.“ „In Ordnung“, sagte der Körper, „ich werde krank werden
dann hat er Zeit für dich.“ (Goethe, aus Faust II)

Den Spruch möchte ich einem lieben, langjährigen Freund widmen. Der einen Teil seines beruflichen Gedächtnisses verloren hat. Ein Signal seines Körpers? Vielleicht. Wahrscheinlich. Ich wünsche ihm, dass ihm die Krankheit noch mehr Tempo rausnimmt, damit er gesund werden kann. Für Körper und Seele im Einklang, für eine Hoffnung auf Zukunft, auf ein langes, gesundes und erfülltes Leben.

Verwunderung

Ich wohne in einem Wohngebiet. Mit ausreichend Tiefgaragen und Garagen und Stellplätzen. Ohne Wohnsilos. Meine Straße hat keinen Durchgangsverkehr, da parken nur Anwohner und Besucher des Lokals an der Ecke. Es gibt Tage, an denen ich mich wundere:

  • Gestern abend stand direkt vor meinem Haus eine Familie bei strömendem Regen in einer Parklücke, 5 Erwachsene, ein Kleinkind auf dem Arm, um einen Parkplatz freizuhalten, der für 2 Autos gereicht hätte. Als ich nachgefragt habe, ob sie beide Parkplätze freihalten, bekam ich die schnippische, also durchaus schuldbewusste Antwort: „Da kommt gleich jemand!“ Ich parkte also einen Kilometer entfernt, lief im strömenden Regen an der Gesellschaft vorbei zu meiner Haustür, „jemand“ war in der Zwischenzeit angekommen: und hat sich mit einem Auto so in die 2 Parkplätze gestellt, dass eben nur ein Auto drin parken kann – logisch!
  • Am selben Abend, während ich bei strömendem Regen einen Kilometer bis zu mir laufe, fallen mir 2 geparkte Autos auf: ein BMW-Cabrio und ein Passat. Beide mit offenem Kofferraum. Was bei strömendem Regen beim Passat jetzt nicht ganz so schlimm ist – aber ins Cabrio hats ordentlich reingeregnet? Weit und breit niemand – hätte ich die Deckel schließen sollen?
  • Heute morgen muss die Feuerwehr ins Wohngebiet, offensichtlich ein Notfall, denn sie kommen mit 2 großen Fahrzeugen und Blaulicht. Sie probieren von zwei Seiten, an das betroffene Grundstück heranzufahren, was ihnen aber nicht gelingt. Denn: die Dame, „jemand“, die gestern abend die 2 Parkplätze blockiert hat, hat heute morgen das Auto zum Beladen mal eben mitten in der Straße stehen lassen (deshalb konnte ich auch nicht ohne Umweg aus meiner Straße rausfahren … und ich sollte auch erwähnen, dass die beiden Parkplätze daneben frei waren ???). Die zweite mögliche Zufahrt wurde von einem Lieferwagen blockiert, der in zweiter Reihe stand und sich vom Martinshorn nicht aus der Ruhe bringen ließ.

Zum Thema Verwunderung möchte ich Meister Goethe zitieren: „Was gibt einer Begebenheit den Reiz? Nicht ihre Wichtigkeit, nicht der Einfluß. den sie hat, sondern die Neuheit. Nur das Neue scheint gewöhnlich wichtig, weil es ohne Zusammenhang Verwunderung errregt und unsere Einbildungskraft einen Augenblick in Bewegung setzt, unser Gefühl nur leicht berührt und unseren Verstand völlig in Ruhe läßt.“ (Johann Wolfgang von Goethe)