Schlagwort-Archive: glaube

[kinderkram] 3 – Vertrauen

kinderkram
Wenn wir in diese Welt kommen, haben wir dann bereits Vertrauen? Ab wann beginnt ein Mensch, zu vertrauen? Ist es etwas, das in uns angelegt und tief verankert ist, oder lernen wir, zu vertrauen? Welche Erlebnisse sind prägend und wie viel hängt von unserem innersten Ich ab? Unterschiedliche Menschen sind verschieden, was ihre Fähigkeit in diesem Bereich betrifft. Beim Beobachten von Kindern fällt mir eines auf: Kleine Menschen sind manchmal verhalten und schüchtern, kennen aber noch kein Misstrauen. Den Vertrauten vertrauen sie auch bedingungslos. Die meisten Menschen verdienen, dass man ihnen vertraut, einzelne enttäuschen. Ob gewollt oder unbewusst, unsere Aufgabe ist nicht, zu urteilen, sondern für uns selbst einzuordnen, ob und wie wir diesem Erlebnis für unser Leben Gewicht geben werden.
Wer sich selbst vertraut, überzeugt ist, mit allem, was da kommen könnte, umgehen zu können, der hat auch keine Angst, einem anderen Menschen zu vertrauen. Das gibt uns Gelassenheit, uns auf neue Menschen einzulassen. Oder auch an jemandem festzuhalten, der uns einmal enttäuscht hat. Umgekehrt tut sich jemand, der sich von vielem überfordert fühlt, sich schwach und benachteiligt fühlt, schwer damit, zu vertrauen.
Dabei glaube ich fest daran, dass, was wir von uns und anderen erwarten, sich erfüllen wird. Vertrauen bedeutet, eine positive Erwartung zu formulieren und auszustrahlen, so kann unser Gegenüber entsprechend reagieren. Ich vertraue viel auf mein Bauchgefühl, für mich selbst und für den Kontakt mit meinen Mitmenschen. Und fahre gut damit.

—————————————-

Kurz und knapp ein Auszug meiner Gedanken rund um das Thema Vertrauen. Der Blickwinkel einer Erwachsenen. An Kinder. Für später. Wer Lust und Zeit hat, ist hiermit herzlich zum Gedankenaustausch eingeladen: Was ist Vertrauen? Warum fällt Vertrauen oft schwer? Anlage oder Prägung? Wie entsteht Misstrauen? …

Ein Beitrag zu Maries Frage nach dem Vertrauen – weils gerade so gut zu meinen Kinderkram-Gedanken gepasst hat.

Lebensängste

Stufen - Bildquelle Pixabay
Stufen – Bildquelle Pixabay

Die Medien berichten in diesen Tagen zum Glück nicht nur über eine uninteressante Reality-TV-Show mit unbekannten und uninteressanten Prominenten, die mich sehr gruselt. Zwischen Kriegsschauplätzen, Flugzeugabstürzen, Ebola und Ferguson lautet eine Überschrift in diesen Tagen: Jeder zweite Deutsche hat Angst vor dem Tod. Das Festhalten am Leben werde mit zunehmendem Alter geringer, die Todesangst nehme ab. Kann ich quasi aus meinem eigenen Älterwerden „belegen“. Als Kind hatte ich jahrelang eine zermürbende Angst vor dem Tod, vor der Ungewissheit: was passiert da? Mit mir? Bin das überhaupt noch ich? Was fühle ich? Tut es weh? Was kommt danach? Gibt es etwas danach – oder nicht? … Fragen, die in Kinderaugen kein Mensch verlässlich beantworten kann. Der Glaube – ans Weiterleben im Paradies? Mir ist viel zu früh klargeworden, dass es keinen stichhaltigen Beleg dafür gibt.

Einige Jahre lang hatte ich immer wieder einen richtig schlimmen Alptraum: lag lebendig begraben unter einem großen Grabstein auf meinem Grundschulhof. Und keiner hats gemerkt. In Teenagerzeiten ist mir nächtelang regelrecht die Luft weggeblieben, aus Angst vor der atomaren Gefahr, der Umweltzerstörung, der Luftverschmutzung, Aids, drohenden Kriegsgeschehen, den Auswirkungen der Moderne. Dem drohenden Kollaps. Dem Aus. Wer das Video zu Ultravox „Dancing with tears in my eyes“ kennt, weiß, dass ich mir durchaus auch romantisch überlegt habe, wie und mit wem ich meine letzten Minuten verbringen wollen würde  …

Je älter ich werde, desto ruhiger bin ich. Keineswegs sicherer, keineswegs gelassen, keineswegs weniger am Leben hängend. Aber mir wird mehr und mehr klar, dass ein Leben in Angst vor dem Tod zu nichts führt.Irgendwo habe ich mal gelesen: „Nichts ist so sicher wie der Tod und nichts ist so unsicher wie das Leben.“ Und wann es vorbei ist. Tot kann kann plötzlich sein, es kann aber auch ein langer, sogar qualvoller Weg werden. Das alles wissen wir – theoretisch. Die meisten Menschen verdrängen den Tod im Alltag erstaunlich gut und umfassend – klappt nur nicht, denn Sterben lässt sich nicht vom Leben trennen.

Das ist auch der Grund, warum ich darüber schreibe. Ich bin ganz ehrlich: heute machen mich die drohenden Verluste ängstlich. Jeder Mensch, der geht, hinterlässt eine Lücke. So erkläre ich mir zumindest, warum Menschen mit zunehmendem Alter weniger Angst vor dem Sterben haben. Sie haben mehr Angst, allein zurückzubleiben?