Schlagwort-Archive: gesundheit

Lächeln

Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen Menschen. Es weckt Sympathie, drückt Sympathie aus, kann eine Situation überbrücken, kann ein Auslöser sein, kann bewegen oder beenden. Manchmal ist ein Lächeln aber überhaupt kein echtes Lächeln, es wird als Mittel benutzt, es ist Mut machen, drückt Mitleid aus oder ersetzt ganz einfach ein Gespräch. Heute nachmittag auf der Beerdigung meines alten Chorfreundes Fritz habe ich viele Menschen angelächelt, anstatt etwas zu sagen. Denn sie und ich können nicht über den Verlust sprechen, ohne darüber nachzudenken, dass bald andere folgen werden. Das ist der Nachteil, wenn man einst als Kind im Chor angefangen hat. Viele waren damals mehr als doppelt so alt – und sind jetzt in einem Alter, in dem man „damit rechnen muss“. Deshalb ist Lächeln einfach, so viel einfacher, als zu thematisieren, dass niemals feststeht, ob wir uns so wie heute mehr oder weniger gesund und lebend Wiedersehen werden. Heute ist mir mal wieder wichtiger denn je, im hier und jetzt, im Augenblick zu leben. Und ich höre Musik, weil nichts Gefühle so gut ausdrücken könnte, wie eine Melodie. Zum Beispiel diese: Lass mi oamoi no d’Sunn aufgeh seng

Meistgelesen

Ich habe so meine Routinen, dazu gehört, morgens und abends über einige Online-Medien zu lesen. Dabei habe ich kein System im eigentlichen Sinne, klicke, was mich gerade anspringt. Heute hab ich mich mal von der Kategorie „was andere gerade oder am meisten oder irgendwie so lesen“ inspirieren lassen:

Musikalischer Jahresrückblick: meistgelesen auf dem Zeit Magazin Online heute ein Artikel zu den besten Musik-Alben des Jahres.

Weder weihnachtlich noch saisonal: am meisten Leser von suedeutsche.de lesen jetzt gerade über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Genauso weit weg, aber mit einer immensen Tragweite und Auswirkungen auf jeden einzelnen, weil es geht um unser Alter – Top-Thema auf faz.net: die aktuelle Debatte zum Thema Rentenalter

Beschäftigen sich die Deutschen zum Jahreswechsel mit dem Thema Jobwechsel und Bewerbung? Könnte man jetzt vermuten, denn unter den Top3 Themen auf spiegel.de sind schreckliche Bewerbungsbilder

Wenigstens im Bereich Gesundheit auf Focus.de hat DAS liebste Thema mit der Vorbereitung auf Weihnachten zu tun, wenn der Aufhänger auch, na ja, also sagen wir mal, alles das ist, was einem die Feiertage mies machen kann? Was Weihnachten verdirbt

Insofern: nicht nur ich bin eine Woche vor dem heiligen Abend gedanklich mit allem möglichen, nur nicht mit Weihnachten beschäftigt?

Figurprobleme

Die Vorweihnachszeit, es ist kalt draußen, überall liegen Plätzchen, auf den Christkindlmärkten lockt fettes Essen. Da mach ich mir heute mal Gedanken über das Thema Figur und Gesundheit. Der Anlass meiner nachdenklichen Stimmung hat aber gar nichts mit der Jahreszeit zu tun. Hab heute morgen nur mehrere Stunden in der Autowerkstatt meines Vertrauens verbracht, mein geliebter Peugeot weigert sich in diesen Tagen, das reichliche, auch mit Frostschutz versehene Spritzwasser auf meine Scheibe zu transportieren, War die letzten Tage im Blindflug und mit vielen Säuberungspausen unterwegs. Deshalb der Besuch heute morgen, damit ich endlich wieder klare Sicht bekomme.
Beim Warten kommt eine Frau auf den Hof gefahren. Sie steigt etwas umständlich aus, kommt rein, grüßt in die Runde, man kennt sich. Und beschwert sich lachend, dass der Sitz im Auto von Tag zu Tag mehr schrumpft. Sie passe da einfach nicht mehr rein, ob das bestellte Sondermodell bald geliefert werde? Wir kommen ins Gespräch, sie hat in den vergangenen 2 Jahren mehr als 100 Kilo zugenommen. Ist in ärztlicher Behandlung, aber keiner weiß so recht, woran es liegen könnte. Sie wäre nie zu dünn gewesen, immer ein paar Kilo mehr auf den Rippen. Jetzt sei das aber deutlich zu viel, sie mache aktuell eine Ernährungskur, bislang ohne Ergebnis. Und um sich wenigstens etwas Freiheit zu erhalten bekommt sie eine Sonderanfertigung für einen Autositz. Um es beim Autofahren bequem zu haben.
Anschließend war ich im Supermarkt, habe dort eine Frau in den 40ern gesehen, die im Körper eines kleinen Mädchens „steckt“. Das Frausein verkörpert sie durch dicke Schminke, hohe Absätze, lange Fingernägel, stylische Klamotten. Aber sie trägt eine Jeans in Kindergröße. Neben ihr zwei Kinder, beide noch keine 10 Jahre alt. Ihre vielleicht 8jährige Tochter hätte ihre Jeans tragen können.
Bei der Fahrt übers Land habe ich dann wieder einmal ein etwa 17jähriges Mädchen gesehen, das sommers wie winters an der Hauptstraße entlang spazieren geht. Nicht etwa, um die Schönheit der Natur zu genießen, dafür hat sie kein Auge. das as sie macht hat auch nichts mit Sport oder Spaß an der Bewegung zu tun. Sie hat entweder etwas zu lesen dabei oder beschäftigt sich mit einem Tablet PC. Sie läuft scheinbar ohne Ziel, einfach nur um zu laufen. Der Blick ist konzentriert, nach unten, vollkommen vertieft in das, was sie während des Spazierengehens tut. Sie ist meistens schick gekleidet, trägt im Sommer schöne Kleider, moderne Shirts, heute hatte sie ein Strickkleid über Leggins und Boots, darüber ein Fellwestchen – sehr schick, nur leider schlottert alles an ihr. Denn sie ist viel zu dünn. Statt Beinen hat sie Striche, aus kurzen Ärmeln schauen magere Ärmchen heraus. Sie läuft, aber mit einer extrem schlechten Körperhaltung. Nicht nur der Blick ist abwesend, auch ihre Haltung signalisiert, dass sie nicht spazierengeht, um spazierenzugehen. Wahrscheinlich läuft sie, um ihrer Krankheit davonzulaufen. Ihr Körper IST krank, vielleicht auch ihre Seele.

Das sind 3 kranke Frauen, jede auf ihre Art: eine isst normal, durch eine Krankheit nimmt sie kolossal zu und wünscht sich nichts sehnlicher, als normal zu sein. 2 andere hungern, um einem Ideal (welches auch immer das sein mag) nahezukommen. Nichts davon ist schön! Und bezüglich der beiden zu dünnen Wesen: Ich wünsche mir bei solchen Beobachtungen immer eine bessere Gesundheitsaufklärung, über die Organschäden, die nicht essen verursacht, über die Beschwerden, die eine miserable Körperhaltung verursacht, über Genuss und ein gesundes Körpergefühl. Die Frau heute morgen hat ihre Lebenslust trotz krassem Übergewicht noch nicht verloren, und sie ist bereit, dafür viel zu tun …

Das Ding mit der Gesundheit

Wenn wir gesund sind machen wir uns – leider – meist nicht so viele Gedanken. Uns geht’s ja gut. Wenn wir mal ein kleines Zipperlein haben? Ärgerlich, aber wird schon wieder. Erst wenn wir was verschleppt haben und die Heilung Zeit braucht, dann nervt uns das. Also mich zumindest. Ich hab mir zumindest fest vorgenommen diesem Ding mit der Gesundheit, um es näher zu spezifizieren mit MEINER Gesundheit, mehr Raum in meinem Leben einzuräumen. Um mir Schmerzen zu ersparen. Mal sehen, ob ich dazu eine To-Do-Liste erstellen muss. Oder ob es mir gelingt, auf meinen Körper und meine Seele zu hören.
Mein erster und wichtigster Vorsatz lautet zumindest runter vom Gas. Das hab ich in den letzten Tagen viel zu oft gehört. „Erwarten Sie von sich selbst nur das, was Sie auch von anderen erwarten können.“ Guter Rat, dass ich da nicht schon eher mal draufgekommen bin?