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Sonntagsfreude: Urlaubsgefühle


Ich muss schon etwas grinsen, denn das schlechte Gewissen, gekündigt zu haben und immer noch nicht zu wissen, wie es weitergeht – das bleibt seit Tagen aus. Ich habe die letzten Tage und Wochen – endlich mal wieder – viele Menschen getroffen, und merke: ich habe aufgehört, „es“ zu erklären. Sondern gebe einfach nur noch den Status Quo weiter. Und dass es mir damit gut geht, muss ich nicht mehr erklären. Man sieht es mir an. Schon in den ersten Urlaubstagen meinte eine Freundin: „Du siehst aus, als ob dir eine Riesenlast von den Schultern genommen wurde – du gehst wieder viel aufrechter und unbelasteter …“


Das zieht sich durch. Und ich nutze meine Zeit, es laufen Bewerbungen, ich führe Gespräche. Dazu sehe ich Freunde, die ich lange nicht getroffen habe. Ich kümmere mich um mich, tue, was ich lang nicht geschafft habe, verbringe Zeit auf dem Stadt-Balkon und im Garten auf dem Land, lese Bücher, genieße meinen Urlaub dahoam …


Und daneben entsteht gerade eine kleine Idee, aus ein paar Gedanken ist ein Konzept geworden, das ich als ersten Entwurf aufs Papier bringe. So richtig nichts tue ich also nicht, aber es ist meine Form von Auszeit – und es tut mir gut und fühlt sich deshalb richtig an.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“

Vor dem Urlaub

Eine kleine Anekdote: wie immer vor einem Urlaub sind meine Tage sehr voll und sehr lang. Ich versuche, kaum Arbeit zu hinterlassen – wohl wissend, dass genug auf mich warten wird, wenn ich in zwei Wochen wiederkomme … Das bedeutet, dass ich Überstunden schiebe, viel zu lang in der Arbeit sitze. Und zu viel Kaffee trinke, weil ich mir einbilde, dass er mich wachhält. Irgendwann treffe ich an der Kaffeemaschine auf meine Chefin, und es entwickelt sich ungefähr der folgende Gesprächsverlauf:

„Du trinkst heute aber viel Kaffee …“

„Ja, würde fast Sinn machen, ihn intravenös zuzuführen …“

„Bist du sehr müde?“

„Na ja, viel zu tun und kurze Nächte ..“

„Ja gerade sind xyz Nächte, wer esoterisch oder besser spirituell empfänglich ist spürt das …“

„Ach, dann hat das schlechte Schlafen und die wilden Träume gar nichts mit dem Stress hier zu tun?“

„Nein, garnicht – das ist doch auch gar kein Stress, du hast ja jetzt Urlaub.“

… , die Welt kann ganz schön einfach sein, wenn man sie sich so zurechtlegt, wie es grad passt.

Und ich vermute mal, dass mein kleiner Albtraum, dass ich am Hochzeitstag des kleinen Bruders nicht in die Puschen komme, viel zu spät in der Kirche stehe und noch mal laufen muss, weil ich alle Noten vergessen habe, möglicherweise auch nur mit dieser esoterischen Strömung zu tun hat und gar nicht die übliche Grundnervosität vor einem für mich großen und wichtigen Ereignis spiegelt?

Baustellengedanken

Samstag Nachmittag hatten wir einen anderen Bauherren als Besucher auf der Baustelle, der auch gerade einen „alten Kasten“ renoviert, gestern Abend kam eine Nachbarin auf einen Ratsch und ein paar Fragen vorbei, die überlegt, am eigenen, noch mal mindestens 50 Jahre älteren, Haus notwendige Renovierungen durchzuführen. Und seitdem mach ich mir so meine Gedanken, warum es manchen Menschen ein Anliegen ist, ein Haus zu pflegen, zu sanieren, zu erhalten. Und anderen fällt es gar nicht schwer, verfallen zu lassen und wegzureißen. In meinem Kopf hab ich dabei immer als Gegensätze eine Jugendstilvilla und ein Bauernhaus in meinem Heimatort. Die Villa steht in einer Reihe alter Bürgerhäuser, die wahrscheinlich alle so um 1900 gebaut wurden. Dazwischen stehen bereits „moderne“ Häuser, dennoch haben sich die Besitzer der Eckvilla in den 90er Jahren entschieden, die Fassade originalgetreu zu renovieren, die Fenster allein sind eine Meisterleistung, die Haustüre könnte ich stundenlang betrachten, das Dach ist einfach wunderschön. Ich schaue das Haus jedes Mal mit großer Bewunderung an, freue mich daran. Herrlich. Dann gibt’s seit ich Denken kann das vor sich hin verfallende Bauernhaus. Mit einem wunderschönen schmiedeeisernen Balkon, einem noch original Lastenaufzug zum Speicher, einer typisch geschnitzten Verzierung der Untersicht. Aber die letzten 10 Jahre war auch zu sehen, dass im Haus alles zerfällt. Hab mir immer wieder vorgenommen, zu fragen, ob ich den tollen Balkon abkaufen kann … Zu spät, in nicht mal einer Woche wurde das gesamte Anwesen jetzt abgerissen und auf die Müllkippe gefahren. Genau darüber hab ich mich mit den Besuchern unterhalten, über das Erhalten und Neugestalten von alter Bausubstanz. „Bauen für die Ewigkeit“ hieß es früher mal, vielleicht nicht gar so lange. Aber in Häusern stecken so viel Rohstoffe, so viele Arbeitsstumden, also etwas mehr als 100 Jahre sollten sie schon stehen dürfen. Oder?

Spruch zum Wochenende: Ewigkeit

20140425-090041.jpgEine liebe Bekannte von mir wiederholt diesen Gedanken immer wieder im Gespräch: „Für Kinder und Verliebte  dauert die Ewigkeit am längsten.“ Da ich nicht weiß, ob er von ihr ist, aber auch keinen weiteren Urheber gefunden habe zitiere ich sie „indirekt“. Wie recht sie doch hat. Euch allen ein ewig langes, erholsames Wochenende …