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Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (2): Der, der alle überholen „will“

Wer viel über die Dörfer und Landstraßen fährt weiß, dass die nächste Ortschaft hinter der Kurve liegt, dass es viele Ausfahrten gibt, dass Überholverbote nicht einfach als Ärgernis gemacht werden. Dem Mercedes-Cabrio-Fahrer heute morgen war das mal ziemlich egal: ich habe selten auf 20 Kilometer mehr Gefährdungen für den Gegenverkehr erlebt, mehr saublöde Ideen zum Überholen beobachtet, war froh, dass einige Fahrzeuge und Sicherheitsabstand zwischen uns lagen. Fakt ist: Es gibt nur eine Spur pro Fahrbahn und es bleiben 20 Kilometer, da hilft dann auch der Kompressor mit seinen röhrenden PS nix. Ganz ehrlich liebe Leute: es ist Montag morgen und ihr habt es eiliger als alle anderen? Dann fahrt früher los. Sagt die, die schließlich 2 Fahrzeuge nach dem Eiligen am Ziel ankam – obwohl kein einziges Mal überholt …

Tempomat

Ich habe neuerdings Tempomat – ich bin aber noch zu doof, ihn zu bedienen? Gestern abend auf dem Nachhauseweg in der 30er-Zone habe ich ihn „eingeschaltet“, war dem Herrn Peugeot aber zu langsam, er kann das Tempo erst ab 60 regeln. Aha. Dafür hab ich beim Rumprobieren mehrfach das Licht an- und ausgeschaltet. Ja, mein Gegenverkehr hat sich bestimmt ein paar Gedanken zum Thema Frau am Steuer gemacht. Und ja, wir sind noch nicht so sehr vertraut, ich und der Neue.

Heute morgen auf dem Arbeitsweg fuhr ich dann vor einem Passatfahrer am Ammersee entlang. In der Ortschaft wäre er mir mehrfach beinahe hintendrauf gefahren, meine 50 waren ihm definitiv zu langsam. Außerhalb der Dörfer ist er aber jedes Mal weit hinter mir zurückgeblieben. Mein 1. Gedankengang: der hatte bestimmt seinen Tempomat an. Ja, DER kann das. 2. Überlegung: wann haben die noch mal die Straßenverkehrsordnung für Tempomatfahrer geändert? Und darf ich dann auch …?

Short Stories: Entschleunigung

Da haben Bine und Andrea für diesen Sommermonat das Thema Entschleunigung vorgegeben – und ich übertrage es nur auf Geschwindigkeit? Ist mir aber trotzdem direkt und als erster Gedanke durch den Kopf geschossen: ich entschleunige die letzten Monate im Straßenverkehr. Also ganz wortwörtlich und ohne übertragenen Sinn. Ganz selten, dass ich mit Vollgas fahre, eher wird das Gaspedal sanft bedient, ich hab’s nicht eilig. Halte mich an Geschwindigkeitsbeschränkungen, fahre in den Ortschaften vorschriftsgemäß. Ich bin mehr auf der Straße, erlebe viel mehr, weiß aber auch, dass ich damit automatisch auch mehr gefährdet bin. Und als Raser unter Umständen nicht schneller ans Ziel komme. Insofern: ich nehm das Tempo raus. Und komme trotzdem pünktlich an. Faszinierend? Und wie. Finde Entschleunigen ja insgesamt toll – auch im Verkehr. Und Punkt.

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Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (1)

Gestern hats in Süddeutschland endlich geschneit. War allerdings nicht wirklich Schnee, sondern eher Schneeregen, was da vom bayerischen Himmel kam. Auf meinem Heimweg aus dem schönen Allgäu sitze ich im Auto und hab es, wie fast jeder andere Verkehrsteilnehmer auch, nicht so eilig. Die Straßen sind winterlich, etwas matschig, etwas vereist. Auf der Autobahn ist die linke Spur so gut wie nicht befahrbar. Kein Problem, ich will zu Hause ankommen. Irgendwann, wenns auch langsam vorwärts geht. So denkt aber nicht jeder, und auch gestern war ich mal wieder verblüfft, dass Autofahrer aus unterschiedlichen Landkreisen so deutlich an ihrer Fahrweise zu erkennen sind. Im Raum München warnt man immer vor den Kennzeichen FFB und LL – nach gestern muss ich einmal mehr sagen: zu recht. Der Unfall unterwegs, der mich einiges an Mehr-Zeit gekostet hat, wurde von einem Fahrer mit FFB-Kennzeichen verursacht. Der aufgrund der Straßenverhältnisse und nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schlingern kam und gleich mehrere andere Fahrzeuge touchiert hat. Und immer wieder überrascht haben mich die winzigen Geschosse aus dem Landkreis LL, die auf der Bundesstraße bei Tempo 90 schlingernd an allen anderen vorbeimussten. Die hatten es einfach eiliger als alle anderen?

Dabei ist es echt nett, so langsam zu fahren und auch mal den Blick nach links und rechts ins ansatzweise Winterwunderland zu werfen. Mein schönster Ausblick war eine Gruppe Spaziergänger mit Hunden, die durch den Schnee getobt sind. Schon schön, so etwas Winterstimmung unterwegs 🙂