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Irgendwie anders

Dieses Wochenende waren die beiden Patenmädels etwas, na ja, nennen wir es mal irritiert: die bezaubernde Nichte hat sich mit den neuen Bedingungen rund um die Baustelle bestens arrangiert. Nur dass ich da jetzt arbeite, anstatt mit ihr zu spielen, dafür reicht das Verständnis definitiv nicht. Am Samstag reiste sie nebst der Mama an – es gab das bestellte Mittagessen und die Oma als Entertainment-Programm. Trotzdem wurde gemotzt. Lautstark. Ok, ich wollte auch noch unbedingt was fertigbekommen, und das hat gedauert … Wir haben also eine zeitliche Vereinbarung getroffen, sie durfte als kleine Belohnung – das dürfen kleine Kinder nämlich eigentlich nie nicht – mit auf den Dachboden klettern und beim Fenster hinausspähen. Ganz schön tief. Später gab es dann ausgedehntes Schaukeln, Fangen und Verstecken spielen – und sogar Besuch ist zum Prinzessinnen-Picknick auf der Frühlingswiese vorbeigekommen. Kuchen und Kekse von Prinzessinnen-Tellern. Und eine neue Freundin, die schon etwas älter ist und toll malen kann. Und auf alle Anweisungen reagiert, also zumindest fast. So schnell ist die Welt dann wieder ziemlich in Ordnung?

Für Mademoiselle war die Kommunion des großen Bruders in der Theorie ok, denn die geliebten Großeltern und alle möglichen anderen Menschen kommen. Und bringen Geschenke. Nur nicht alle hatten etwas für sie dabei. Ich ehrlich gesagt auch nicht, das hab ich einfach vergessen … Aber: es gab eine großartige Hello-Kitty-Tasche, passend zur einen Strickjacke (es mussten eine in blau und eine in rosa eingepackt werden, sie will für jede Gelegenheit passende Outfits dabei haben) mit viel Glitzer. Da passten die Kekse und die beiden Spielpackungen rein, die sie bekommen hat. Aber so ein kleines bisschen war ihr die Enttäuschung dann doch anzumerken, dass nicht jeder an sie gedacht hat. Entschuldigung! Und mein Herz hats schon etwas zerrissen, dass der Trennungsschmerz dieses Mal beide Patenkinder erwischt hat, beim Großen war ich vorbereitet. Aber auch bei der kleinen Schwester flossen die Tränen in Strömen über die Wangen, als es ans große Pfiade-Sagen ging. Das war echt traurig!

Gut, dass das nur einzelne Tage sind und längst wieder Alltag herrscht …

Sonntagsfreude: Kommunionkind

Schon wieder alles vorbei, aber: was für ein schöner Festtag. Ok, Einladung lesen hilft, damit auch erwachsene Freunde in der richtigen Kirche landen. Fragen zum Glück auch. Ein aufgeregter Schwarm 9jähriger schwärmt nach einer knappen Stunde Zeremonie in den noch nassen Innenhof, Fototermin, unzählige Erwachsene, viel aufgeregter noch als die Kids. Alle auf ein Bild, mit Eltern, Mama, Papa, Geschwister, Oma, Opa, ganze Familie. Können Sie mal, Kamera, einfach draufdrücken… Hunger, Durst – die jungen Gäste bestellen im tollen Brauereigasthof namentlich a la carte, für die Großen gibts 3 Gänge. Für den Papa der 3 Jungs-Freunde auch noch, was vom Kinderteller übrig blieb, Schnitzel mit Pommes mit viel Ketchup. Geht da vielleicht der zu viel gelieferte Nachtisch auch noch rein? … Und alle freuen sich über einen sehr aufmerksamen Kellner, der jeden Wunsch mit einem Lächeln serviert. Und über das Medien-Entertainment – die Jungs spielen, Mademoiselle hat Platz zum um den Tisch tanzen und Singen, die Erwachsenen dürfen sich ganz langweilig unterhalten. Nach dem vielen Essen ein kleine Runde zum Spielplatz, im Sonnenschein nach dem Regen, welch Glück. Das Kommunionkind bleibt in der Babyschaukel stecken – Rettungsaktion geglückt. Danach noch Kuchen, eine Wunsch-Pralinentorte und eine köstliche, bestimmt total leichte Bayrisch-Creme-Kleinigkeit. Dann heißt es Abschied nehmen, wie immer tränenreich – der Große leidet zum Ende der besonderen Tage immer so sehr. Weil das nie wiederkommt, dieser Tag, die Gäste, das schöne Erleben. Herzzerreißend. Trotzdem freu ich mich grad so, die letzten Sonnenstrahlen in Ruhe, nur für mich, auf dem Balkon zu genießen …

Und meine Überraschung kam toll an: strahlendes Kommunionkind, heulende Eltern. Herz, was willst du mehr?

Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.

Spruch zum Wochenende: Wachsen

11263128_10153282799391800_2082985228151541120_o„Wachsen kann ich da, wo jemand mit Freude auf mich wartet, wo ich Fehler machen darf. Wo ich Raum zum Träumen habe, wo ich meine Füße ausstrecken kann, wo ich gestreichelt werde, wo ich geraderaus reden kann, wo ich laut singen darf … Wo immer ein Platz für mich ist, wo ich ohne Maske herumlaufen kann, wo einer meine Sorgen anhört. Wo ich still sein darf, wo ich ernst genommen werde. Wo jemand meine Freude teilt, wo ich auch mal nichts tun darf. Wo mir im Leid Trost zuteil wird. Wo ich Wurzeln schlagen kann. Wo ich leben kann!“
(Unbekannter Autor)

Der Große hat dieses Wochenende Kommunion, ich bin eingeladen – und freu mich schon sehr auf das Fest. Auch, weil ich soooooo eine tolle Überraschung für ihn hab. Hach, ich hoffe so sehr, er freut sich genauo wie ich xxx

Short Stories: Tradition

Dezember – das Jahr geht zu Ende, die Tage sind kurz (auch wenn der kürzeste Tag endlich hinter uns liegt!!!), oft wird die Zeit knapp. Noch so viel, was zu erledigen wäre … Mit den Berufsjahren habe ich mir angewöhnt, mich auszuklinken, keinen Druck aufzubauen. Das „perfekte“ Geschenk belastet nur. Stattdessen gehe ich traditionell am 24. vormittags Geschenke kaufen. Ich kann mich noch zu gut an den Ursprung dieses Brauchtums erinnern: den Vorabend hat ein Christkindlmarktbesuch mit meinen Cousins und ein paar Freunden eingeläutet, es wurde eine sehr lange Feiernacht. Am nächsten Morgen musste ich mein Auto in der Stadt abholen – zwei wahre Gentlemen haben mich an einem tiefwinterlich und vor allem bitterkalten Dezembermorgen zwar hingefahren, freikratzen musste ich das komplett zugefrorene Fahrzeug aber selbst… Und weil ich danach wach war habe ich tiefenentspannt alle Einkäufe erledigt. In den Geschäften gut gelaunte Verkäufer und nette Menschen, keine Hetze, keine Eile, kein Stress. Das habe ich seitdem so gehalten – wir schenken uns in der Familie traditionell nur Kleinigkeiten, insofern ist es leicht, für jeden an einem Vormittag etwas zu finden, was ihm gefällt. Das Feiern am 23. heißt übrigens noch heute Familienfest, obwohl es eigentlich eine nette Freunde-Runde ist. Dabei war ich leider die letzten Jahre nicht so konsequent, möchte aber auch diese Tradition in diesem Jahr wieder beleben, denn: war schon immer gut so und soll es auch bleiben.

In diesem Monat fragen Andrea und BineTradition. Habt Ihr welche? Was darf im Dezember auf gar keinen Fall fehlen, ausfallen, anders sein? Erzählt mal!