Schlagwort-Archive: gemüse

Kochen auf dem Holzofen: Wintereintopf

Mein Experiment Kochen auf dem Holzofen geht weiter, dieses Mal habe ich mich an einem neuen „Wintereintopf mit Wirsing“ versucht. Ich habe als Inspiration ein paar Instagram-Posts gemischt, das Ergebnis dann alles in einem Topf auf dem Holzofen schmoren lassen, ob vegetarisch oder mit Hackfleisch: sehr lecker.

Erst mal den Ofen gut anheizen, dann in einem großen Topf Öl erhitzen.

Man nehme:

  • 1-2 Zwiebeln, grob gewürfelt, in Öl glasig werden lassen.
  • Für Fleischesser 500g Hackfleisch bröselig anbraten. Ich habe eine vegetarische Variante mit Sellerie ausprobiert, in kleine Würfel geschnitten, auch sehr gut.
  • Dazu 5 große Kartoffeln und 5 große Karotten gewürfelt,
  • Mit etwas Salz und Paprikapulver würzen, mit Gemüsebrühe ablöschen, etwa 30 Minuten einköcheln lassen.
  • 1 nicht zu großen Wirsing in Blätter aufteilen, pro Blatt den Strunk entfernen und alle etwa 3 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren. Anschließend mit kaltem Wasser abschrecken, in Streifen schneiden, unterrühren und mitschmoren. Ca. 15 Minuten, am besten testen, wann der Wirsing gut ist.
  • Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
  • Schmeckt aufgewärmt fast noch besser 😋

Und wer geschmacklich variieren möchte: ich hab das Rezept statt mit Gemüsebrühe mit Tomatensugo getestet, auch absolut empfehlenswert.

———–

Tom fragt nach Rezepten zum Thema „unkompliziert & geschmackvoll„, ich ergänze um saisonal.

Advertisements

Sonntagsfreude: Tomaten


Es war ein super Sommer, trotzdem sind 2017 die Tomaten aus Mutterns Gemüsegarten nicht so in Hülle und Fülle gewachsen … woran auch immer es liegen mag? Jetzt ist es so, dass ich die letzten Wochenenden ja projektbedingt zeitlich verhindert war, aber dieses Wochenende wollte ich einfach Tomaten einmachen. Die schmecken mir selbstgemacht auch im Winter, weil sie ein besonderes Aroma haben, viel besser, als in der Dose oder aus dem Tetrapackerl …

Gar nicht so leicht, am ersten Septemberwochenende heimische, Reife Gartentomaten zu bekommen, selbst bei der lokalen Gärtnerei meines Vertrauens gabs fast nur grüne Exemplare… die wurden von mir auf Zeitungspapier (soll beim Nachreifen helfen) auf die Fensterbank gelegt, mit der kleinen Bitte um ein paar Sonnenstrahlen. Etwas mehr rot waren sie knapp 24 Stunden später, also wurde heute Sommergartenglück als Pastasauce für später konserviert. Mit musikalischer Unterstützung von Sting, hach.

Pi mal Daumen hatte ich 500 g klein gewürfelte Zwiebeln und 200 g kleingehackte Lauchzwiebeln (rot und weiß gemischt), die hab ich in heißem Öl sehr glasig angedünstet. Dazu 3 Knoblauchzehen und ein paar Loorbeerblätter, für den Geschmack ruhig etwas anbraten lassen. Dazu etwa 2,5 Kilo reife Tomaten in groben Stücken, mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker würzen und bei geringer Hitze einkochen lassen. Nach Geschmack Kräuter (Basilikum, Thymian, Oregano, Petersilie, Liebstöckel, Rosmarin, Salbei, Grün der Lauchzwiebeln und vom Knollensellerie) fein gehackt oder getrocknet dazu. Evtl. Mit Wein oder Balsamico aufgießen, je nachdem, wie sämig oder flüssig es werden soll. Ich mag das Sugo gerne stückig, ansonsten kann man die Sauce auch durch ein Sieb streichen. 

Noch heiß in ausgekochte Schraubgläser abfüllen, auf dem Kopf auskühlen lassen. Und bei Einfüllen nicht so viel kleckern, ich  muss die Gläser noch mal gründlich säubern … Haltbarkeit kommt etwas auf den kühlen, abgedunkelten Standort an. Ich würde mindestens 2-3 Monate sagen.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Das mit der Ernte aus dem eigenen Garten 

Im Unterschied zum Leben auf dem Land haben die wenigsten Stadtmenschen einen eigenen Nutzgarten. Nach vielen erfolglosen Versuchen auf dem Balkon hab ich aufgegeben und bin von Herzen dankbar für den Wochenendlandsitz. Schon vor Jahren hab ich auf dem elterlichen Bauernhof ein Kräuterbeet angelegt und freue mich den Sommer über jedes Wochenende über die gesunden „Einkaufstouren“ in Mutterns Beeten.Die Montags-Sportfreundin hat sich 2017 dagegen einen der begehrten Münchner Krautgärten gesichert – und pflanzt dort mit Leidenschaft und Energie. Salat, Kohlrabi, Radieserl, Erbsen, Bohnen, … Da ich ja aktuell Bänderriss-bedingt nicht so „richtig“ Nordic Walken kann haben wir einen unserer Sportmontage kürzlich im Krautgarten im Münchner Südwesten verbracht.Das war vor allem einmalig schön – so in der Abendstimmung durchzulaufen. Es duftet himmlisch, viele haben nicht nur Gemüse und Salat angebaut sondern zwischendrin findet sich auch das ein oder andere Blümchen. Da „muss“ man Bilder machen, auch wenn sie den Geruch nicht einfangen können …Die Arbeit im Krautgarten ist hart, aber auch meditativ. Organisiert wird, dass der Bauer das Feld einmal im Frühjahr für alle Parzellen herrichtet. Danach darf jeder sein Land selbst bearbeiten, bepflanzen, Unkraut jäten, Schädlinge wie den Kartoffelkäfer bekämpfen. Erlaubt sind nur einjährige Saaten, aber das lässt schon eine recht große Auswahl zu.Die beiden Mädels, die wir dort getroffen haben, unterstrichen einstimmig die tiefenwirksam-meditative Arbeit im Krautgarten – und alle waren sich einig, dass sie es als Kind nicht „so gern“ mochten, diese Gartenarbeit. Aber jetzt ist es ein willkommener Ausgleich. Und es schmeckt auch einfach so viel besser, wenn man es selbst gezogen, gepflanzt und umsorgt hat …?!So kams, dass ich also an einem schwülen Montag abend reife Erbsen vom Strauch gepflückt habe. Gar nicht mal so wenig. Die wurden seitdem sicher schon verkocht. Aber wer weiß: vielleicht darf ich ja heute Abend auch wieder mit? Irgendwas gibt’s in so einem Garten ja immer zu tun? Und wie hat sie so schön geschrieben: „Radieserl Samen: 60 Cent, Jahresmiete Krautgarten: 60 Euro, Erntehelfer: unbezahlbar.“

Münchner Krautgärten

Eine Hommage an Brunner’s Würstl – kulinarisch unterwegs auf der LaHO

Eine Besonderheit der Landshuter Hochzeit 1475 ist die detaillierte Dokumentation. Neben der Gästeliste liegen auch Aufzeichnungen über die Lebensmittel vor, die als Vorrat angeschafft wurden, die Verteilung und es gibt sogar Hinweise auf die Speisenfolge. Übrigens Unmengen, da der Herzog neben den offiziellen Gästen alle Einwohner der Stadt mehrere Tage lang eingeladen hat, alle durften essen und trinken, so viel sie konnten. Dem Hofschreiber ist indirekt zu verdanken, dass die Förderer die LaHo so detailgetreu wie nur möglich nachstellen können.

Für die Besucher sind auch heute noch die Speisen ein Augenschmaus, der ein oder andere bekommt von den Mitwirkenden auch mal einen Probierhappen gereicht. Köstlich. Ist aber nicht jedermanns Geschmack, schließlich ist die mittelalterliche Küche sehr fleischlastig …

Keine Frage, dass die rund 2.500 Mitwirkenden an den 4 Wochenenden gut versorgt werden. Einen Großteil der Essenszubereitung übernimmt die herzogliche Hofküche, zahlreiche Gruppen verpflegen sich aber an Feuerstellen selbst. Das Zubereiten und Verspeisen von so viel Essen macht natürlich auch vom Zuschauen hungrig (und durstig) – deshalb hab ich mich an den Verkaufsständen für die Besucher umgeschaut.

Rund um die beiden großen Biergartenbereiche auf dem Zehrplatz gibt es ausreichend „Versorgung“. Bei den heißen Temperaturen waren die Getränkestanderl heiß begehrt, Wein, Schorlen, Bier oder schnödes Wasser, ob in den beiden Zelten oder auf den tausenden Bänken unter freiem Himmel, überall schmeckte das kühle Bier, ein Festbier, eigenes gebraut alle 4 Jahre für die Hochzeit. Die Auswahl ist im Besucherbereich natürlich groß genug, da dürfen ja auch moderne Getränke auf die Karte. Und für den Absacker – gar nicht mal erst am späten Abend – bleibt immer die Ritterschenke mit Cuba (LaHo-Kultgetränk), Cocktails & Co.

Kulinarisch erwartet Zuschauer ein breites Potpourri von Gegrilltem (Steak, Würstel, Gyros), Spanferkel, Braten, Ochs und Hendl am Spieß, Steckerfisch, gesunden Salaten mit Tomaten, Ofenkartoffeln in vielen Varianten, klassische Brotzeiten wie Käse, Obazda oder Wurstsalat, dazu Semmeln, Brezen und und und. In diesem Jahr hab ich an einem Stand neben der Sau in der Semmel auch einen vegetarischen Gemüsetaler und vergan-gegrilltes Gemüse in der Semmel entdeckt. Nicht ganz mittelalterlich, aber nachgefragt. Dazu gibt’s süße Spezialitäten wie Auszogne oder andere Schmalznudeln, sogar wer Kaffee sucht wird fündig. Alles mit Sicherheit gut, frisch vor Ort zubereitet und empfehlenswert.

Kurzer Exkurs: Kaffee, Kartoffeln oder Tomaten gabs 1474 noch nicht in Bayern, wurden erst sehr viel später importiert 🙂

Für mich selbst ist die kulinarische Vorfreude auf die LaHo groß, ich schau mir alles an, lande aber immer bei „meinen“ Brunner Würstln. 2 Stück in der Semmel, immer mit mittelscharfem Senf und neuerdings mit etwas Sauerkraut. Köstlich. Auch 2017 vielfach getestet und einfach empfehlenswert.

Die gibts natürlich nicht nur zur Landshuter Hochzeit, sondern schon eigentlich immer. Und auf dem Landshuter Christkindlmarkt. Aber das ist anders. Also zumindest gefühlt. Für mich …

Warum die anders sind: es sind kürzere, dickere Würstel als andere Bratwürste. Und sie haben den für mich optimalen Geschmack. Für mich dürfen sie gerne ordentlich braun angegrillt sein und wie ihr seht: der garantierte Genuss siegt über die experimentierfreudige Neugierde 😉

Und falls das unklar sein sollte: ich mache keine Werbung, kenne außer den netten Mitarbeitern am Stand (nach 4 Wochenenden auf der LaHo „kennt“ man sich) niemanden, dem ich einen Gefallen tun müsste und bekomme auch sonst nichts für meine ehrliche Liebeserklärung. Hatte ja noch nicht mal Zeit für ein Foto, so versessen bin ich aufs Essen, das sagt eigentlich alles aus 😉