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Geschafft

So, „endlich“ lädiert: gestern hab ich mir den rechten Zeigefinger an einer glühend heißen Lampe mächtig verbrannt, heute morgen den Sturz von der kippelnden Trittleiter mit dem linken Ringfinger abgefangen.  Der sich grade schön verfärbt und vor sich hin rumort. Und zu guter letzt auch noch den vollen Farbeimer auf dem frisch geölten Boden verteilt … Nicht mein Tag? Trotzdem fühl ich mich glücklich wie selten. Satt, zufrieden, motiviert, ausbalanciert, vollkommen in meiner Mitte – trotz der noch vielen Baustellenpflichten frei, zu tun, zu gestalten, zu machen. Tut das gut. 

Verstehen [*.txt]

Mit dem Verstehen ist es so eine Sache – denn zum Verstehen braucht es gemeinsame Grundlagen. Das identische Verstehen von Sprache zum Beispiel, die Bedeutung oder auch Interpretation von Wörtern. Von Sätzen. Von einer Aussage.

Einer sagt: „Es geht mir gut.“ Der andere versteht: ich fühle mich wohl. Ich bin gesund. Ich bin mit mir und meinem Leben zufrieden. Es geht so …

Einer sagt: „Ich habe viel zu tun.“ Der andere versteht: ich habe zu viel zu tun. Ich habe keine Zeit.  Ich mag nicht. Mir fällt gerade keine Ausrede ein, aber ich habe keine Lust …

Einer sagt:“Ich melde mich bei dir.“ Der andere versteht: du hörst von mir. Ich rufe dich bald an. Ich melde mich später bei dir. Du hörst noch heute von mir. Ich brauche Zeit, bevor ich mich bei dir melde. Ich melde mich irgendwann bei dir, gerade hat alles andere Vorrang …

Einer sagt: „Es geht mir nicht gut.“ Der andere versteht: Ich habe Probleme. Ich brauche Hilfe. Ich brauche dich. Ich möchte gerne, dass du mir zuhörst. Anderen geht es besser als mir. Ich bin krank. Ich fühle mich nicht gut …

Kommunikation setzt, sofern es sich nicht um ein Selbstgespräch handelt, immer voraus, dass man sich unterhält, also rückfragt, wenn man nicht versteht.

Manchmal versteht das Herz, die Seele, mehr, als der Verstand jemals erfassen kann.

Manchmal verstehen die Augen, eine aufmerksame Beobachtung so viel mehr, als Worte jemals erklären könnten.

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Ein verspäteter Beitrag zu Dominiks [*.txt]-Projekt, das 13. Wort lautet „Verstehen“.

Schreibzeit #6 – Bloggen im Alltag

Gerade in den letzten Wochen stell ich fest: mein Leben ist so dicht, so erlebnisreich, so unendlich intensiv, voll mit Emotionen, Erlebnissen, Eindrücken. Und trotzdem schaff ich es, viel davon festzuhalten. So ganz anders als meine unzähligen Versuche für eine aktive Tagebuchzeit: wie oft hab ich als Teenager begonnen, ein Buch zu befüllen, was mich gerade bewegt, was ich und die Menschen um mich herum erleben. Aber es ist mir nie gelungen, das mehr als ein paar Wochen durchzuziehen. Hier ist das anders – und mit etwas Nachdenken meine ich, den Grund zumindest erahnen zu können: viel von dem, was im Blog notiert wird, schreibe ich nicht für mich auf. Ich teile es, um es für drei noch kleine Menschen aufzubewahren. Bin ich mit den Patenkindern unterwegs ist mir wichtig, meine Perspektive des Erlebten festzuhalten. Für später. Aus meinem eigenen Leben und der Erinnerung an meine Kindheit merke ich: das wenige, was meine Eltern berichten, meine Onkel und Tanten ganz lebhaft vor Augen haben, ist mir komplett aus dem Gedächtnis entschwunden. Meine vereinzelten Erinnerungen aber, Sequenzen, an die ich oft ganz deutlich Bilder und Erlebnisse vor Augen habe, die damals Erwachsenen können sich daran nicht mehr erinnern …

In der Anfangszeit dieses Blogs habe ich den Eintrag als Ritual eingeführt, meinen Arbeitsalltag mit ein paar Minuten Schreibzeit beendet. Das ist mittlerweile anders. Meine Schreibzeiten sind ganz unterschiedlich, ich schreibe, wenn es für mich passt. Das bedeutet auch, dass ich nicht immer zum Schreiben komme. Obwohl: ein paar Minuten passen selbst an Stresstagen rein. Nur beim Antworten auf Kommentare, da lass ich mir Zeit. Und ich mach mir keinen Druck, sollte es mal wirklich nichts zu schreiben geben? Dann gibt es eben nichts zu schreiben. Ist bislang noch nicht vorgekommen, eher notier ich mir die ein oder andere Idee, für später mal …

Bines Thema für die aktuelle Schreibzeit: „Bloggen und Alltag – Wie machst du das alles? Wann bloggst du? Wie oft bloggst du? Stresst dich das Gefühl nicht genug zu bloggen oder keine Zeit zum Bloggen zu finden?  Wer mitmachen mag, Zeit und Muse hat, verlinkt euch unter Bine’s Beitrag.

Schreibzeit #5 – Im Moment

.denke ich: einen Gedanken nach dem anderen. Nicht so wirr wie sonst oft so, sondern echt strukturiert. Schreibe viel auf, damit das Durchdachte auch da landet, wo es hinsoll.

.mag ich: dass das Haus jetzt eine Baustelle ist und man das auch sieht. Wenn ein Projekt so lange geplant und vorbereitet wird ist es gut, wenn was vorwärts geht.
.mag ich nicht:  dass es so viel regnet und die Baustelle dadurch oft „ruht“.

.fühle ich: mich gut, es ist sehr viel positive Energie, in mir und um mich herum.

.trage ich: am liebsten Jeans und T-Shirt, meistens Sneakers, aber auch schon mal Ballerinas. Außer auf dem Bau. Ach ja, und ich bin total stylish, hab grüne Haarsträhnen. Gut, nicht geplant, aber der Lack vom Streichen ist halt überall hingespritzt – und aus den Haaren wäscht er sich sehr langsam raus 😉

.suche ich: ununterbrochen nach Worten, irgendwie fehlen meinem Gehirn eine Menge Begriffe, die da normalerweise drin sind?

.brauche ich:  gar nicht viel zum glücklich sein. Kann schon wunderbar zufrieden sein, wenn ich so ein paar Minuten ganz ruhig in der Sonne sitze. Das genieße ich sehr. Und witzigerweise bin ich trotz Gedankenkarussel und richtig viel Arbeit – privat und Job – die meiste Zeit super ruhig, innerlich und äußerlich. Und für die Verzuögerungen brauch ich weiterhin viel Geduld, aber wird schon …

.nervt mich: wenn ich was vergesse! So die unwichtigen Dinge, die vergess ich ja nicht, nur wenns wichtig wird, dann sollte ich das gerade gut sichtbar notieren. Sonst ist es schwupps weg aus meinem Hirn? Deshalb finde ich auch nichts, leg mir zum Beispiel eine Rechnung griffbereit – und schon ist sie unauffindbar ….

.will ich: dass wir unfallfrei und ohne allzu groooooßßßßße Verzögerung durch die Bauphase kommen. Wär schon toll, wenn die Eltern so im September/Oktober wieder umziehen könnten …

.höre ich: fast nur deutsche Musik – und Rea Garvey. 

.mache ich: mir das Leben und die Erwartungen etwas leichter. Tut gut! Also ich lasse trotz Plan alles auf mich zukommen, nehme die Dinge wie sie kommen und reagiere. Ohne lamentieren, weil es trotzdem ist wie es ist.

.esse ich: alles, was da ist, mein sonst recht gesundes Essverhalten leidet unter den nicht vorhandenen Wochenenden und einer Einkaufsunlust. Hält sich aber  gefühlt noch in Grenzen …

.rieche ich: viel Frühling. Mit diesen intensiven Duftnoten wie nasses Gras, blühende Bäume, unterschiedliche Blumennuancen –

.vermisse ich: …? Gar nichts? Also auch mit etwas nachdenken, bin gerade sehr bei mir. 
.bedaure ich: dass ich weniger Zeit für die mir wichtigen kleinen Menschen habe, die bezaubernde Nichte leidet schon leicht unter der „Tante auf der Baustelle“. Aber keine Sorge, das wird wieder anders.

.träume ich: sehr viel von Menschen, die mal mein Leben geteilt haben. Lehrer, Mitschüler, Bekannte aus dem Studium, ehemalige Arbeitskollegen. Und immer so abstrus, mit welchen Rollen sie in meinem heutigen Leben auftauchen.

.danke ich: meiner Familie, jeder einzelne nimmt sich gerade mit all seinen Befindlichkeiten so zurück, setzt sich ein, denkt mit, investiert Zeit und so viel mehr. Was sind wir für ein tolles Team.

Bines Thema für die aktuelle Schreibzeit: Im Moment – Lasst uns an Eurer Momentaufnahme teilhaben. Gerne könnt/ dürft Ihr die Liste ergänzen oder einige Punkte löschen, wenn Ihr sie nicht beantworten möchtet. Und wenn Ihr mögt, dann verlinkt Eure Postings unter Bine’s Beitrag.“