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Frieden

Komisch … eigentlich möchte doch jeder nur in Frieden leben. Innendrin und außen herum. Und dann gibt’s aber andere Menschen. Die das nicht zu wollen scheinen. Die einem anderen den Frieden nehmen. Krieg funktioniert im ganz kleinen psychischen Bereich bis hin zum großen Krieg, in dem statt verbalen Spitzen und Vorwürfen Waffen eine Rolle spielen. Die Frage nach dem Warum ist so eine Sache, denn meist hat das, was der eine dem anderen vorwirft, gar nicht mal so wenig mit dem eigenen Ego, der eigenen Unzufriedenheit zu tun. Auch in diesem Bereich wäre Selbstreflexion so unendlich viel wert. Und die Gabe, andere in Ruhe zu lassen: die, die man anfeindet. Aber auch die, die man vor seinen Karren spannt …

Danke 2019

War schon 2018 ein Ausnahme-Jahr für mich, war 2019 gefühlt ein neuer Anfang. Ja, „nur“ beruflich. Aber die Auswirkungen, vor allem die eingesparte Energie, sind so rundherum um mich spürbar. Ich habe ja mit diesem Blog die schöne Tradition der Jahresrückblicke übernommen und halte mit bekannten Fragen „meine“ wesentlichen Themen fest:

Welches Ereignis hat meinem Leben eine neue Richtung gegeben?
… im Januar bin ich in meinem neuen Job gestartet. Neue Firma, komplett neue Branche. Ich lerne seitdem Tag für Tag. Es fordert mich, aber es tut gleichzeitig tagtäglich unfassbar gut.

Welche Menschen habe ich kennengelernt, die mein Leben neu bereichern?
ich habe zu meiner größten Freude neue Kollegen, die ein Team bilden. Denen es darum geht, miteinander etwas zu bewirken. Die mir die Zeit geben, mich in die Themen einzudenken, geduldig erklären, meine Lücken füllen, mich unterstützen. Ich bin so dankbar und kann mein Glück manchmal kaum fassen.

Habe ich mich weiterentwickelt? Wenn ja – in die richtige Richtung?
Ich bin mittendrin in der Entwicklung und es ist definitiv die richtige Richtung für mich. Wie sagen wir immer so schön: es bleibt spannend. Und irgendwann darf es auch gerne mal so richtig langweilig werden, für einen Tag. Oder so.

Was habe ich in diesem Jahr erreicht?
Momente voll absoluter Zufriedenheit. Ich wertschätze es so sehr, dass ich mir das Geschenk dieser Auszeit gemacht habe, es ist mir so viel mehr wert, als alles, was ich mir für Geld hätte kaufen können.

Was waren meine Highlights?
Das darf ich mich hoffentlich Jahr für Jahr zitieren: Immer wieder jeder einzelne Moment mit meinen liebsten Menschen. Meine Freunde und meine Familie lassen jeden Augenblick mit ihnen zu einem Highlight werden.

Tun mir die Menschen in meinem Leben gut?
Diejenigen, die das nicht oder weniger tun, haben in diesem Jahr eine immer mehr verschwindende Rolle gespielt. Einige, die ich vermisse, kamen zu kurz. Das ist so und kann nur durch Gelegenheiten geändert werden. Die wir gemeinsam schaffen können.

Habe ich mir meine Träume bewahrt oder sie aus dem Blick verloren?
2019 war ein sehr reales Jahr, sehr geerdet, weniger Traum als vielmehr sonnendurchflutetes Leben.

Wann habe ich mich so richtig lebendig gefühlt?
Ich glaube, dass ich mich im letzten Jahr selten – wenn nicht sogar nie – nicht bewusst lebendig gefühlt habe? Das war ein komplettes Jahr, in dem ich so oft glücklich und dankbar festgestellten durfte, wie gut mein Leben ist.

Habe ich genug von dem gemacht, was mich wirklich glücklich macht?
Ich wiederhole mich, aber es trifft so was von zu: Am meisten macht mich der Moment glücklich, das bewusste Sein – und ja, zu meinem großen Glück durfte ich das mehr als oft genug spüren.

Welches ungewöhnliche Kompliment hat mich in diesem Jahr besonders berührt?
Die bezaubernde Nichte hat ihren Mädels ganz beiläufig erzählt, dass ich nicht nur gern fotografiere, sondern auch schon mal einen Preis gewonnen habe. Hatte ich selbst in dem Moment gar nicht so präsent …

Wofür bin ich besonders dankbar?
Da zitiere ich mich aus den Vorjahren: Für die paar Menschen in meinem Leben, auf die ich mich verlassen kann, die mich nehmen, wie ich bin, helfen, wenn sie dürfen oder müssen, ohne Forderungen zu stellen. Die da sind, auch wenn sie nicht immer da sind. Und dass wir alle im Großen und Ganzen gesund sind.

Was kam im Jahr 2019 dazwischen?
Es kam nichts dazwischen, gut, die letzten Monate hab ich mich etwas zu sehr verplant, hatte das aber frühzeitig bemerkt und so weit möglich gegengesteuert. Und unerwartete Zeitfenster dann umso mehr zelebriert.

Was hat mich geärgert – und welche Konsequenzen habe ich daraus gezogen?
Greta-Bashing. Ich frage mich ernsthaft, ob all diese Erwachsenen, die ohne mit der Wimper zu zucken eine minderjährige Klimaaktivistin aufs Übelste beleidigen, in ihren Teenagerjahren niemals Zukunftsängste hatten. Ja, darüber ärgere ich mich. Und ich versuche noch mehr als bisher, meinen Fußabdruck auf unserer Erde nachhaltig und zukunftsorientiert zu gestalten.

Das Beste, was ich für jemand anders gemacht habe?
Auf unterschiedlichen Kanälen da sein, wenn ich gebraucht werde.

Das Beste, was ich für mich selbst gemacht habe?
Offline sein, wenn ich es brauche.

Habe ich den Menschen, die mir wichtig sind, dies oft genug gezeigt?
Ich hoffe, das habe ich.

Wer oder was hat mich herzlich zum Lachen gebracht?
Zum Glück scheint es den Menschen um mich herum äußerst wichtig zu sein, dass ich genug lache – Anlässe gibt’s zu Häuf.

Wann und wodurch habe ich mich besonders geliebt gefühlt?
Auch wenn es jedes Mal Mega anstrengend ist: wenn ich da bin, braucht Nichte 2.0 nur „Coco“.

Wem ich schon lange Danke sagen wollte?
Was immer zu kurz kommt ist ein Dankeschön an euch Mitleser: still oder aktiv, neu oder treu, virtuell oder bekannt. Ein herzliches Dankeschön aus ganzem Herzen fürs Mitlesen, für den Gedankenaustausch und für die vielen Impulse.

Wie geht es mit dem Blog weiter?
Es bleibt aufregend für mich, nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich das Schreiben so durchziehen könnte. Aber es ist einfach so, dass Patenkinder oder Mitmenschen immer wieder Themen liefern, die förmlich festgehalten werden „müssen“. Wir werden sehen.

Euch allen wünsche ich einen friedvollen Abschluss fürs Jahr 2019 mit einer Silvesterfeier nach euren Wünschen, kommt gut und sicher ins neue Jahrzehnt, das 2020 startet.

Nein [*.txt]

Später wird alles besser. Wenn ich mal in Rente bin … Jetzt ist die Zeit, etwas zu tun, damit es gut ist.

Viel Geld macht zufrieden. Hm, Reichtum kann weder heilen noch das ewige Leben kaufen …

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Lieber mit Spaß an die Aufgaben herangehen. Immer etwas haben, das begeistert.

Kopf vs. Bauchgefühl. Der Verstand darf nicht die Übermacht über Herzensangelegenheiten bekommen.

Leistung und Fleiß sind nicht das Maß aller Dinge, Herzenswärme, Aufmerksamkeit und Lachen, Freude, Freundschaft und Miteinander zum Beispiel, das sind lebenswerte Werte.

Stress ist sexy? Wir führen alle einen Kampf ums Überleben, mehr Stress ist nicht notwendig.

Wir wollen glücklich sein. Wir glauben, zu wissen, was uns glücklich machen würde – und verpassen dabei, glücklich zu sein.

Nein. Der Lebensweg mit all seinen Stationen führt zu keinem Glückszustandsziel, vom später etwas zu erwarten, heißt: sein Leben verpassen … Wenn ich nur noch ein Jahr zu leben hätte – dann möchte ich weiterleben wie bisher, nichts verändern. Im Hier und Jetzt sein. Denn darum geht es. Sein.


Schreiben – lesen – konTXTualisieren: das 11. Wort im kreativen Schreibprojekt Projekt.txt für 2018 lautet: Nein.

Sonntagsgedanken: Das mit dem ich-bezogenen Autofahren

Heute möchte ich ein paar Gedanken zusammenfassen und als Appell hier lassen, als Denkanstoß. Nicht nur für meine Patenkinder, die irgendwann Fahranfänger sein werden und Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln, sondern für jeden ungeduldigen Autofahrer. Beobachtungen und Erfahrungen, die mir aus aktuellem Anlass angemessen erscheinen:

Ja, kann sein, dass das eigene Auto mehr PS hat, schneller beschleunigt. Ja, kann sein, dass man das alles normalerweise gut im Griff hat. Ja, die Landstraße ist einspurig in jede Richtung. Ja, kann sein, dass man es eiliger hat, als alle anderen. Ja, kann sein, dass sich tatsächlich einer an die Straßenverkehrsordnung hält und in der Ortschaft 50 und außerhalb was erlaubt ist fährt. Sind übrigens 100 …

Aber NEIN, das berechtigt nicht, sich selbst und damit andere zu gefährden. Nie, weder bei klarer Sicht und guten Sichtverhältnissen, erst recht nicht, wenn das nicht gegeben ist. Vor zwei Wochen gab es im Landkreis einen Unfall mit tödlichem Ausgang – die Unfallverursacherin ist Vielfahrern auf der Strecke schon zuvor durch gehäufte riskante Überholmanöver aufgefallen … Muss es wirklich ein Menschenleben sein, das ein ich-bezogenes Fahrverhalten ausbremst?

Die letzten Tage war mein Autofahrerleben mehrfach gefährdet, einmal habe ich eine Audifahrerin auf der Landstraße durch meine Anwesenheit schlicht gestört, von Dorf zu Dorf fuhr sie mir knapp hinter meinem Kofferraum auf, ich hab den bösen Blick im Rückspiegel gesehen … Auf dem mittleren Ring war ich einem eiligen SUV-Fahrer im Stop and Go Verkehr im Weg, er hat mich tatsächlich angehupt und sogar den Mittelfinger gezeigt, einfach nur, weil ich – wie die anderen vor und hinter uns – im Weg war? … Und schließlich ein offensichtlich ortsunkundiger Mietwagenfahrer, der mich an der Autobahn-Abfahrt zum Flughafen bei 120 mal kurz ausbremsen musste, zuvor aber unbedingt überholen??? …

Ich hoffe, dass meine Aufmerksamkeit im Straßenverkehr, mein gefühlter 360-Grad-Blick, mich weiterhin beschützt, rechtzeitig bremsen lässt, achtsam auf alle um mich herum bleibt, mich rechtzeitig auf andere reagieren lässt. Aber es sollte jedem immer bewusst bleiben, dass keiner allein unterwegs ist. Und im oben beschriebenen Fall ist ein Menschenleben ausgelöscht worden, das zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort war …

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.