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Splitter [*.txt]

Manche Gedanken sind fies, wie winzig kleine Splitter durchdringen sie dich. Tief, gehen unter die Haut, durchs Fleisch, setzen sich weit unterhalb der Oberfläche ab. Eine Zeitlang vergessen, unauffällig, wie nicht existent.

Und dann, eines Tages, beginnen die Fremdkörper, zu wandern, zu schwelen, sich zu bewegen. Zu eitern. Manche verursachen Schmerzen. Störenfriede.

Und dann? Lasst ihr sie, wo sie sind? Wartet, bis sie von selbst vergehen? Oder beginnt ihr, zu drücken, zu kratzen, zu schieben. Zu operieren, aufzuschlitzen. Taucht tief hinein in euren Körper, um sie ans Tageslicht zu befördern? …

Liegt er dann „offen“ vor einem, der Gedankensplitter – dann wird hoffentlich klar, warum er sich so schmerzhaft seinen Weg entlang gewunden hat. Und darf zu Ende gedacht werden.

Hoffentlich ist es wie mit anderen Splittern: sobald sie raus sind, tun sie auch nicht mehr weh …

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Schreiben – lesen – konTXTualisieren: das 6. Wort im kreativen Schreibprojekt Projekt.txt lautet: Splitter.

Sonntagsfreude: Nicht nur an meine Mama

Mal weg von allem, was um diesen Tag herum gestrickt wird: mich beeindruckt immer wieder sehr, was Mütter tun. Tagtäglich. Eine kleine Liebeserklärung so hin und wieder muss deshalb sein. Ich leihe mir für den heutigen Muttertag schöne Worte aus und widme sie meiner eigenen, aber auch allen anderen großartigen Mamas:

„Wenn nichts mehr geht, geh ich zu dir und klag dir meine Sorgen. Du nimmst dir Zeit, leihst mir dein Ohr – ich fühle mich geborgen.
Als ich ein Kind war, konntest du die Dinge für mich richten. Nun, da ich groß bin, hilfst du mir, sie richtig zu gewichten. 
Wenn nichts mehr geht, geh ich zu dir, du bist mein Zufluchtsort. Du schaust mich an, bist einfach da, und weiter braucht’s kein Wort.
Für das, was ich geworden bin, hast du den Keim gelegt. Du hast die zarte Pflanze lang
gehütet und gepflegt.

Auch wenn ich diese Worte oft im Alltagstrott nicht sage – heut sag ich sie: „Ich bin so froh, Mama, dass ich dich habe.“ (Renate Eggert-Schwarten)

Die letzten Tage hab ich mich kulinarisch inspirieren lassen, heute wird unsere Mutter mit einem neuen Spargelmenü verwöhnt, ich werde vom Experiment berichten.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – einen schönen Sonn- und Muttertag wünsch ich.

S’is wieder Sommer, Sommer in der Stadt

München ist eine Draußen-Stadt, sobald die ersten Sonnenstrahlen hervorlugen sitzen wir ebenda: draußen. 12 Monate im Jahr gibt’s vor Cafés und Kneipen Plätze im Freien, die Biergärten sind bei schönem Wetter geöffnet. Eines aber, das ist im Sommer hier einfach noch mal ganz ganz anders: Diese lauen Münchner Sommernächte, in denen wirklich jeder unterwegs ist. Nachbarn bevölkern Gärten und Innenhöfe, auf der Terrasse wird gegrillt, auf den Balkonen und Dachterrassen sitzen wir Bewohner der Stadt bis tief in die Nacht, genießen dieses Gefühl, die nördlichste Stadt Italiens zu sein. Überall auf den Straßen lassen sich die Menschen treiben, ganz unterschiedlich gekleidet übrigens, von leichten Sommerkleidchen über Shirts und Shorts über lange und weite Baumwollhosen (die auch ungebetene Mücken und Fliegen abwehren sollen) über Hemden bis hin zu Wollpullovern. Jeder schwitzt hier halt anders …

In den Häusern ohne Balkone sind die Fenster weit geöffnet. Wer kann, ist unterwegs, bleibt im Biergarten sitzen, auch wenn das letzte Bier schon lang ausgeschenkt ist. Vor dem Sarcletti und am Ballabeni bilden sich gefühlt endlose Schlangen, wir radeln zum Tollwood und zu Kino-Openairs, an der Isar und am Schlosskanal entlang, danach ziehen wir weiter oder beobachten die Sterne von einer Parkbank aus. In Parks und Grünanlagen sitzen Menschen auf Picknickdecken oder Handtüchern, wir hüpfen um Mitternacht verbotenerweise barfuß in die Brunnen der Stadt – Nachhausegehen? Können wir später, wenn’s etwas abkühlt. Und überall erklingt Musik, eigene oder die der Nachbarn, im Idealfall mag sie jeder. Wundervoll finde ich, dass sich über die Sommermonate viele Musiker in die Stadt verirren, ihr Instrument auspacken und im Park, am Stachus, unter schattigen Bäumen oder in der prallen Hitze selbstvergessen spielen.

Am aller-allerschönsten ist es übrigens, in diesen lauen Sommernächten ein klitzekleines bisschen verliebt zu sein. Mindestens in seine Stadt, aber so unterm Sternenhimmel knutschen, da schauen sogar die Ordnungshüter mit einem Lächeln zu bzw. weg … Der Ort ist vollkommen egal, das klappt überall in Minga.  Hach, ich freu mich, denn jetzt gerade ist Sommer – Sommer in meiner Stadt.

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Dankeschön an münchen.de für den Impuls, über das Besondere am Sommer in meiner Stadt nachzudenken. Und: ich freu mich über Kommentare hier oder eure Gedanken zum Nachlesen in der Blogparade.

Spruch zum Wochenende: Sonnenseite

„Positive Gedanken sind der beste Start für die Reise auf die Sonnenseite des Lebens.“ Da hat Jeremy A. White so was von recht – ich hab gestern einen winzigen positiven Schubser bekommen, eine kleine – überraschende – Nachricht. Ein Lebenszeichen von zwei lieben Menschen. Die sich getroffen haben – und dabei an mich gedacht haben. Einfach so, weil wir uns damals alle gemeinsam begegnet sind und uns eine Zeitlang beruflich begleiten durften. Daraus ist eine freundschaftliche Verbindung geblieben. Und das Glücksgefühl, dass sie sich getroffen haben, wollten sie mit mir teilen. Ist das süß? Ich nehm den Impuls mit ins Wochenende. Und werde mich gedanklich ein bisschen bewusster der Sonnenseite zuwenden.