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Spruch zum Wochenende: Haben und geben

„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher viel gibt. Der Hortende, der ständig Angst hat, etwas zu verlieren, ist psychologisch gesehen ein armer Habenichts, ganz gleich, wie viel er besitzt. Wer dagegen die Fähigkeit hat, anderen etwas von sich zu geben, ist reich.“ (Erich Fromm)

Ein guter Gedanke, über den ich gern und öfter nachdenke … und der gerade in vielen, unendlich vielen Gesprächen auftaucht: wie sehr uns dieses Haben doch manchmal am Leben, vor allem am zufrieden sein hindert.

Wie hat ein alter Freund kürzlich so treffend angemerkt: ich habe genug. Mehr kann mich weder glücklicher noch gesünder machen. Ich kann nur hoffen, dass ich es auch genießen darf, was ich habe. Wer weiß, wie lang ich noch hier sein darf. Nein, er ist nicht krank, aber ein bewusster Realist. Dessen Vater in seinem Alter die ersten deutlichen Zeichen von Alzheimer hatte …

Spruch zum Wochenende: Liebe

Keine Symbole … Sondern eine liebevolle und gleichberechtigte Partnerschaft. Auf einem Fundament, das auf Zuneigung, Freundschaft und Vertrauen basiert und mit einem lebendigen Alltag voll gemeinsamen Erlebnissen, Lachen und Miteinander gefüllt wird. Einfach, nachhaltig, ganzheitlich. Frei nach dem Motto:

„Liebe ist nicht das, was man erwartet zu bekommen, sondern das, was man bereit ist zu geben.“ (Katharine Hepburn)

Von Kindern lernen: Mitfühlen

Die Kinder in meinem Umfeld fühlen mit den Flüchtlingen, die ihre Heimat verlassen mussten, kein zu Hause mehr haben. Ohne Vorbehalt, ohne Zögern. Sie helfen in ihren Möglichkeiten, spenden etwas von ihrem Taschengeld, sind bereit, auf Kleidung und Spielzeug zu verzichten, um es denen zu geben, die nichts mehr haben. Nicht auf alles, aber das, was sie nicht mehr unbedingt brauchen, das geben sie gerne. Sie machen sich viele Gedanken, ob Kinder bei ihren Eltern sein können, ob sie Angst haben, ob sie genug zu essen haben. Die Älteren fragen nach, was die wohl erlebt haben, damit sie ihre Heimat verlassen haben, wie Krieg ist, was genau Flucht bedeutet, wie es ist, zu fliehen … Sie überlegen keinen Augenblick, was ihnen Flüchtlinge wegnehmen könnten, haben keine Vorurteile oder Angst vor dem Anderssein. Sie sind dabei nachdenklich, empfinden die Verluste fast körperlich mit. Fühlen sich weder bedroht noch eingeschränkt, sondern empfinden einfach nur Mitleid.

Sie empfinden auch Angst, weil sie sich in die Lage der Flüchtlinge versetzen, gedanklich durchspielen bzw. nachfühlen, was passieren würde, wenn sie aus ähnlichen Umständen ihr Umfeld verlassen müssten. Wenn Deutschland ihnen nicht mehr Schutz und Sicherheit bieten würde, sondern sie irgendwo anders hin müssten, sich auf die Flucht begeben. Krieg und Verfolgung sind für sie nicht greifbar, aber bedrohlich … Und sie haben Angst, wenn es laut und aggressiv wird. Reagieren mit Unverständnis, wenn sie mitbekommen, dass es einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft gab. „Warum will jemand den Flüchtlingen was wegnehmen, die haben doch gar nichts mehr. Es heißt doch: was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu …“