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Musik am Mittwoch: Joris mit Doris

Die Konzertfreundin stimmt mich auf den morgigen Abend ein, denn sie erlebt „Joris mit Doris“. Bin noch nicht so in seiner Musik, aber was ich bislang gehört habe find ich toll, zum Beispiel Stadt in den Wolken https://www.youtube.com/watch?v=bvqpSutmaEk

Das mit der Esskultur

Essen muss man. Man darf aber auch. Genussvoll essen, an einer reich gedeckten Tafel Platz nehmen. Auf der eine riesengroße Auswahl liebevoll angerichtet ist. Vom Brotkorb über das Frühstücksei, von der Marmelade bis zum Fischsalat. Von der Käseplatte zum Käsegebäck, von Wurst bis Fisch, von Nutella bis Obst – von süß bis herzhaft. So viel, viel zu viel, schön viel, dass jeder immer wieder zugreifen kann. Schön ist es, so eine Einladung zum Brunch zu bekommen. Und dann noch die beste Freundin mit ihrer Familie sehen, zum ersten Mal die Freundin ihres großen Neffen erleben. Der Tisch ist schön voll besetzt. Und auch ihr Papa schaut mal vorbei, öfter, weil er sich in der netten Gesellschaft wohlfühlt – trotz Demenz.

Esskultur – wenn heute auch nur ein sehr kurzes Intermezzo – hat für mich viel mit Menschen zu tun. Mit Zeit. Mit Auswahl. Dann reicht auch schon eine kurze Stunde aus, um ein gemeinsames Mahl so sehr zu genießen.

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Heute erlebt, mein Beitrag zu Marinas Thema Esskultur.

Hopfengeschichten

Eben auf der Heimfahrt übers Land kam ich an unserem alten Treffpunkt vorbei. Wir, das waren 4 Teenagerfreundinnen, der Treffpunkt eine Weggabelung, genau in der Mitte zwischen unseren 7 Kilometer voneinander entfernt liegenden Wohnorten. Die Entfernung legten wir im süßen Alter zwischen 12 und 15 zu jeder Jahreszeit bei jedem Wetter mit dem Fahrrad zurück. Und waren dadurch so wunderbar unabhängig. Eine herrliche Zeit. An einen Nachmittag erinnere ich mich besonders gut, dürfte ein spätsommerlicher Septembertag wie heute gewesen sein. Mitten während der Hopfenzupf. Auf den Feldern rings um die Weggabelung war die Ernte in vollem Gange. Auf einem der Wagen „er“, der, für den wir alle irgendwie schwärmten. Einige Jahre älter als wir, soooo gutaussehend. An dem Tag definitiv der attraktivste Hopfenzupfer weit und breit. Und wir, die sonst oft eher flott unterwegs waren, hatten plötzlich alle Zeit der Welt, trödelten mit unseren Rädern, hatten uns noch so viel zu erzählen. Immer wieder warf eine von uns „heimlich“ einen Blick auf ihn. Irgendwie konnten wir uns im wahrsten Sinn des Wortes nicht an ihm sattsehen? … Fiel mir eben ein und jetzt schmunzle ich vor mich hin. Fühlt sich gut an, im Kopf wieder mal 13 sein 🙂

Das Ding mit der Unvernunft

Hm, da hat die Freundin-Redakteurin irgendwie recht – und irgendwie auch nicht … Vielleicht wird man mit dem Alter manchmal zu vernünftig und braucht (mehr) Alkohol um in Stimmung zu kommen. Kann ich in meinem Fall beides verneinen. Ich bin ruhiger geworden, schlage aber oft genug über die Stränge, genieße das Leben oft extrem unvernünftig. Und leide dann auch schön nach. DAS ist nämlich doch das eigentliche Problem: zur Unvernunft gehört ein unendliches Maß an Zeit. Die man als Schüler, Student, junger Erwachsener ewig hatte. Wenn wir uns die Nächte um die Ohren geschlagen haben, feiernd, tanzend, redend, lachend, dann war die Vorlesung am nächsten Tag leerer, oder eben man selbst lethargisch in der letzten Reihe.
Meine Überlegung: Es fehlt nicht die Unvernunft, manchmal eher das Unbekümmerte. Wer auf Dauer Jede Nacht unvernünftig ist, Party macht, am nächsten Tag müde und unkonzentriert ist, muss mit beruflichen Konsequenzen rechnen. Und wer kann sich das leisten?
Zum Thema Alkohol muss ich leider anmerken: schade, dass das mit ein Aufhänger des Artikels ist. Denn betrunken auf einer Firmenfeier zu sein mag unvernünftig sein, ist aber doch in erster Linie eine Einstellungs- bzw. Ansichtssache? Der eine denkt im Traum nicht daran, für den anderen gehört es dazu … Für mich hat Feiern und das Leben auch mal über alle Stränge und Konventionen hinaus mehr mit privatem Leben, Freunden, neuen Menschen zu tun. Ich freue mich, wenn ich mit Menschen aus meinem Arbeitsumfeld ein Stadium von Vertrautheit und Lebensfreude erreichen kann. Wenn man sich privat kennenlernt. Aber in diesem Kontext brauche ich die Unvernunft nicht zwingend. Erleben will ich sie im Privaten, im engsten Umfeld, manchmal auch anonym in einer unbekanntem Umgebung. Und da kann ich jetzt nur für mich sprechen: ich lebe nicht vernünftig. Sondern genieße, was und wie es kommt. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich selbst „am Tag danach“ unvernünftig fühle. So muss es sein, dann wars perfekt. Auch das hat sich seit Teenagerzeiten nicht geändert 😉