Schlagwort-Archive: freunde

Lausbuben im Schnee

Manchmal muss man den Wetterprognosen trotzen und Gelegenheiten ergreifen, um liebe Freunde zu besuchen. Nach langer Zeit mal wieder die ganze Familie, und nicht nur meine Freundin, die Mama, abends in der Stadt sehen. Sich eine Stunde ins Auto zu setzen und über die Autobahn gen Süden in die winterlichen Berge fahren. Sich über Schnee und blauen Himmel mit Sonnenschein in Garmisch-Partenkirchen freuen. Die Neuheiten im Haus der Freunde bewundern, die so viel investieren, selber machen, das Zuhause ist dadurch nicht perfekt, aber wunderbar! Mich freuen, wie sich die beiden Jungs entwickeln, der Große ist einfach nur durch und durch Zucker. Ein Kindergarten-Lausbub, wie er im Buche steht. Genau so muss es sein. Der Kleine hatte einen schlechten Tag, zu wenig geschlafen, dann kommen auch noch Fremde. Das ist zum Schreien und Sich-auf-dem-Boden-Wälzen. Klar. Nur ganz konnte er das nicht Durchziehen. Und wenn er dann doch lächeln, lachen oder flirten musste, dann war da ein Dahinschmelzen in der Damenwelt – Kindchenschema. Wirkt.
Später haben wir uns in großer Runde auf zum Weihnachtsmarkt am Richard-Strauß-Platz gemacht. Kindergärten und andere lokale Verbände verkaufen vor allem selbstgemachte Advents-Dekoartikel, Strickwaren und leckeres Essen. Mir war es klein genug und mit genug Lokalbezug, um mir zu gefallen. Und für mich alten Supperkaspar eine paradiesische Auswahl an warmen Suppen und Eintöpfen, warmgehalten von Kindergartenkindern über einer echten Feuerstelle, sah toll aus und war lecker.
20131201-121309.jpg

Für die Kleinen war viel Programm geboten: ein Nikolaus verteilte Packerl, ein rosafarbenes Karussell drehte geduldig Runde um Runde, kunterbunte Popcakes am Stiel, Süßkram. Allerdings steckt mal wieder das größte Potential woanders: der große Schneehaufen, am Rande des Weihnachtsmarkt wie zufällig zusammengeschoben, war DIE Attraktion. Artistische Stunts, toben, sich beschmeißen oder runterschmeißen, kraxeln, stampfen, Schneeballschlacht, Schnee-Engerl …. Das Leben kann so herrlich einfach sein, wenn man Lausbub oder Lausdirndl ist. Netter Nebeneffekt für Eltern und erwachsene Begleitpersonen: genau an der Ecke war der beste Platz in der Sonne mit Bergblick. Bin nicht sicher, aber ich glaube es war die Zugspitze, die da hoch aufregte, in der Sonne glitzerte und später über den Wolkenbergen thronte um noch später darin zu versinken. Schön!

20131201-121330.jpg

20131201-121347.jpg

Auszeit im Zauberwald

P1000580 Manchmal geben schon 3 Tage Auszeit das Gefühl eines richtig erholsamen Urlaubs. Das Rezept ist einfach, aber wirksam: man nehme
– 3 Tage Auszeit, ohne Uhrzeiten, ohne Programm
– 3 alte Freundinnen, die bereits zum 5. Mal gemeinsam verreisen und langsam wie alte Ehepaare aufeinander eingespielt sind, ohne sich zu zanken, und die sich immer was zu erzählen haben
– im vorab eine gelungene Hotelauswahl (dieses Mal den Mooshof in Bodenmais, ein familiengeführtes Haus mit einer Gastfreundschaft, die ich so ausgeprägt selten erlebt habe) mit einem wunderbar dezenten, unaufdringlichen Service
– passendes Wetter, in diesem Fall goldene Oktobertage mit Temperaturen um die 20 Grad, Sonne, Sonne, SonneP1000586
– schöne Rahmenbedingungen, also nette Mitreisende, die uns anlächeln und selber so was von rundum glücklich und zufrieden sind, eine Sonnenterrasse, ein warmes, einladendes Hotelambiente, ein abwechslungsreicher Wellnessbereich mit Saunen, Saunen, Saunen, Ruhemöglichkeiten ohne Ende, einem tollen Pavillon mit einem beheizten Verwöhnpool und vor allem ein Außenpool, an dem wir jeden Morgen unseren Frühsport absolviert haben – ausgestattet mit Sonnenliegen, an dem wir Samstag knapp 3 Stunden „abhängen“ konnten, ohne Termindruck, mit ausreichend Lesestoff – allein nach den 3 Stunden war ich rundum tiefenentspannt.
– eine Wanderrunde durch den Bayerischen Wald, der in dieser Jahreszeit zum Zauberwald wird, das Licht sucht sich einen Weg durch das stellenweise noch grüne, von schillerndem Rot über sattes Orange bis Gold ins Gelbe hinein strahlende Laub, schon die Ausblicke auf der Hinfahrt waren ein einziger Indian Summer, der Blick von der Hotelterrasse, unser Zimmerblick, die Ausblicke auf der Wanderung – alles ein einziges Farbenmeer, zauberhaft. Irgendwie hab ich die letzten Tage den Eindruck, der Herbst belohnt uns für den lichtarmen Start ins Jahr?

P1000583Meine Erkenntnisse des Auszeitwochenendes:
– eine morgendliche Schwimmrunde im Pool ist nach einer viel zu kurzen Nacht mit zu wenig Schlaf genau richtig, um wach und tiefenentspannt in den Tag zu kommen – warum hab ich nur zu Hause keinen Pool?
– ein familiengeführtes Hotel spürt man, der Mooshof hat eine sehr angenehme, äußerst einladende Atmosphäre. Schon die Begrüßung ist sehr persönlich. Familie Holzer ist sehr präsent, die Besitzer sind schon beim Check-in anwesend, schauen abends auf eine Runde durch den Speisesaal, unterhalten sich interessiert mit ihren Gästen, geben Tipps und Empfehlungen und machen den Aufenthalt damit besonders. Man fühlt sich, wie bei guten Freunden. Kein Wunder, dass das Haus so viele Stammgäste hat – man kommt gerne wieder.
– die Mädels Haben sich was einfallen lassen: nachdem ihnen mein Geburtstag vor einigen Monaten „durchgerutscht“ war haben sie sich als Wiedergutmachung an das Hotel gewandt. So kam es, dass im Verlauf eines Abendessens gefühlt jeder Mitarbeiter im Service an unserem Tisch vorbeikam, um mir persönlich zu gratulieren. Nach einem dummen Gesicht beim ersten Mal und auch insgesamt einer Gewöhnungsphase (ich bin nicht gerne soooo im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses) habe ich mich in die Rolle eingefunden. Mir ohne Grund gratulieren lassen. Und ich kann immer noch Schmunzeln über diese Art der Wiedergutmachung. Und überlege schon, wie ich mich, ähnlich charmant, revanchieren kann 😉

PS: ich empfehle unser Hotel, ohne daraus irgendeinen Vorteil zu bekommen. Einfach nur, weil es mir so gut gefallen hat.

Spruch zum Wochenende: Abschied

Manchmal muss man sich im Leben verabschieden, oft, weil man gehen möchte, manchmal, obwohl man nicht gehen möchte. Heute ist ein Tag, an dem ich mich verabschieden musste: einmal von einer lieben Kollegin. Mit der ich nur ein kurzes Stück Wegs gehen durfte, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Wir sind, obwohl ganz unterschiedlich, in unserer Arbeitseinstellung und -weise so ähnlich. Funktionieren gut als Team. Heute war ihr letzter Tag, aus Umständen, an denen wir beide nichts ändern können. Der Abschied schmerzt, einmal persönlich menschlich, aber auch, weil mir noch viele weitere Abschiede bevorstehen. Auch wenn das sehr unkonkret ist: es ist nicht leicht, die Ahnung macht es nicht leichter.

593Mein Spruch fürs Wochenende lautet deshalb: „Menschen treten in unser Leben und begleiten uns eine Weile. Einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen.“ (Autor unbekannt)

Musste mich heute auch von Plänen für dieses Wochenende verabschieden, schweren Herzens, weil ich durch meinen Entschluss einen Menschen verletze, der mir viel wichtiger ist, als ich es beschreiben kann. Ich habe festgestellt, dass mir alles zu viel wird und ich nicht weiß, wie ich meine Planung packen soll. Ich verabschiede mich also auch gerade von meinem Bild von mir selber, meinem Image vom Starksein, vom alles-irgendwie-schaffen, auch für andere. Das Ich tritt gerade wieder in den Vordergrund, der Selbstschutz schlägt an, zeigt mir, dass meine Energie nicht unendlich ist. Ich wünschte mir so sehr, dass es anders wär …

 

Spruch zum Wochenende: Freunde

„Wer Freunde hat, lebt länger“. Gefunden habe ich heute zu meinem Wochenthema zwei Interviews mit dem Freundschaftsexperten Dr. Wolfgang Krüger, der erklärt hat, warum Freunde im Leben so wichtig sind: „Sie stehen sich bei, sind immer füreinander da, durchleben gemeinsam schwierige Zeiten und reden auch mal Klartext – das sind echte Freunde. Mit ihnen verbinden wir Ehrlichkeit, Vertrauen und viele gemeinsame Stunden.“ Demnach hat man im Schnitt 3 gute und ca. 12 „mittlere“ Freundschaften. Er beruft sich auf eine Studie, derzufolge Freunde für die Gesundheit genauso wichtig wie Bewegung sind. Und für ein langes Leben sorgen 🙂 Nachzulesen unter t-online.de.

Einen für mich gut nachvollziehbaren Vergleich habe ich auf stern.de gefunden: „Wenn wir keine Bindung haben, gleichen wir einem Weltraumfahrer, der außerhalb einer Kapsel hängt. Wir brauchen ein kleines soziales Dorf um uns herum – eine Partnerschaft und Freundschaften – um eine innere Stabilität zu erreichen und nicht unter Unsicherheitsgefühlen zu leiden.“

Ich habe die Artikel erst heute gelesen, finde aber viele meiner Gedanken zum Thema Freundschaft aus dieser Woche wieder, zum Teil wissenschaftlich belegt. Keine Frage: Freundschaften wollen gepflegt werden. Zum Beispiel dieses Wochenende?