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Sonntagsfreude: Glückstage

Die letzten Tage haben mich sehr glücklich gemacht, einfach weil ich Menschen nach viel zu viel Zeit Wiedersehen durfte. Vielleicht kennt ihr das: eigentlich gibt es keinen Grund. Trotzdem sind Jahre vergangen seit unserem letzten Aufeinandertreffen. Im einen Fall hab ich mit meinem alten Schulfreund einfach da angesetzt, wo wir vor Jahren aufgehört haben. Wir sind bei einem Spaziergang nicht zu sehr ins Detail gegangen, haben uns dafür Bewegung an der frischen Luft und Vitamin D geholt und uns Aufmerksamkeit geschenkt. Und einmal mehr geht es nicht um die Dinge, die wir verpasst haben, sondern darum, im Moment gemeinsam zu sein, uns auszutauschen und füreinander da zu sein. Auf dem aufzubauen, was unsere Freundschaft ausmacht, und Gelegenheiten für die Zukunft zu schaffen.

Dann habe ich ja schon erwähnt, dass ich meine Kindergartenfreundin und ihre Familie sehen durfte. Scheint nur so, als ob das nichts Besonderes wäre … durch Tobis Erkrankung ist eine Auszeit mit mir eine Organisationsaufgabe. Und dass ich ihn wiedergesehen habe macht mich einerseits traurig, aber andererseits auch glücklich. Seine Adrenoleukodystrophie ist ein riesengroßes Arschloch, niemand weiß, wie was wann. Und trotzdem haben wir miteinander lachen können, er war so fröhlich. Ja, das möchte ich mir im Herzen aufbewahren, denn es ist so gar nicht selbstverständlich.

Zu diesen Emotionen kam der Frühling mit Sonne satt und warmen Temperaturen, ich hab mich im großen elterlichen Garten ausgetobt, die wilden Triebe der Kletterrose sind alle rausgeschnitten, auf dass in diesem Sommer alle Kraft in die pinke Schönheit fließen mögen. Dabei hätte ich beinahe das Nest eines Amselpaares zu sehr befreit. Im quasi letzten Moment bemerkt und seitdem überprüfe ich permanent, aber sie bebrüten weiterhin abwechselnd, also alles ok. Die 4 Kälber tollen überglücklich auf der Weide herum, um mich tanzen Schmetterlinge und es sind erfreulich viele Bienen unterwegs. Und ich habe eine Hummelbewohnerin auf der Wiese entdeckt: sie hat sich in einem Erdloch eingenistet, ich vermute, es ist eine Königin, die hier ihren Staat gründen wird? Werde das natürlich beobachten, Zeit haben ist herrlich.

Dazu bin ich in dieser Woche ruhiger geworden, habe den vergangenen Stress gefühlt besser abgeschüttelt. Ich habe Bücher gelesen, das Nichtstun genossen und bin fast nebenbei ein Jahr älter geworden. Der Tag war nicht ganz wie gedacht, aber immerhin sind die bezaubernde Nichte und ich für eine knappe Stunde mutterseelenallein zu unserem Picknick an den Waldrand gewandert. Dort haben wir es uns neben einem recht kleinen „Hochstand“ bequem gemacht, so weit das mit Ameisen und sonstigen Waldbewohnern eben möglich ist 😉

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“

Musik am Mittwoch: Catch me

Es gibt Musik, die zu einem Lebensgefühl in einer ganz bestimmten Phase meines Lebens gehört. Catch me verbinde ich mit dem Ende der 90er bis über die Jahrtausendwende. Studienende, Berufseinstieg – und trotzdem, also über allem „Ernst des Lebens“, das „süße Leben“ nicht aus den Augen verlieren. Zeit wurde kostbarer damals – hör ich auch heute gerne und spüre mich dabei: steckt zum Glück noch viel von dem Menschen, der ich damals war, in mir.  Schadet gar nicht, so ein musikalischer Flashback, der einem auch den eigenen Weg vor Augen hält. Macht auch ein Stück weit zufrieden und dankbar.

Wenn ich mal nicht da bin …

… passieren Dinge, die unbedingt zum Nachlesen aufbewahrt werden müssen (wenn ich schon kein Bild machen konnte): letzten Samstag hat die bezaubernde Nichte ihrem Onkel die Hasen vorgestellt. Und ist dabei wie immer zu ihnen in den Auslauf gekrochen. Dann gabs Mittagessen. Im Anschluss kehrten alle zurück, nur: die Tür des Auslaufes stand weit offen, von den Hasen erst mal keine Spur. Ausgebüchst, die Aufregung riesengroß. Dann die erste Spur: die Dame hatte es sich unter einem Stoß Bretter bequem gemacht, sie war mit einer Karotte schnell hervorgelockt und saß schnell wieder zufrieden mümmelnd im gewohnten Umfeld. Der Herr dagegen hatte sich aufgemacht, die grenzenlose Freiheit zu erobern. Weit war er über die Wiese gehoppelt, schon fast in einem Feld gelandet. Und meine arme Schwester musste ihm ziemlich lang und mit aller Rafinesse hinterherjagen, ehe auch er in die Sicherheit des Verschlags zu einer Riesenportion glücklich machende Wildkräuter zurückkehrte. Was für ein großes Abenteuer für zwei so kleine Hasenkinder …

Dann ging es natürlich ans Diskutieren – also wer die Tür des Auslaufs nicht richtig zugemacht hatte ist immer noch nicht raus 🙂

Das mit den Bildrechten

Bald könnte ein EU-weites Gesetz die „Panoramafreiheit“ regeln. Es wäre möglich, dass ich ein Bild in einer öffentlichen Umgebung aufnehme, das dann nicht mein Bild sein darf. Ich dürfte es nicht zeigen, eigentlich dürfte ich es nicht mal machen. Oder irgendwann mal gemacht haben … Oder ich müsste umständlich eine Erlaubnis einholen bzw. bezahlen. Das alles ist eine mögliche Folge eines möglichen Beschlusses, aber ich möchte gerne, dass der Fall nicht eintritt! Deshalb habe ich diese Petition unterzeichnet. Da gibt es auch weitere Infos, wer möchte.