Schlagwort-Archive: franken

Impressionen aus dem Autofenster

Manchmal bin ich ein echter Glückspilz, darf das, was ich gern tue mit dem, was ich gern sehe mit dem, was im Terminkalender anfällt verknüpfen. Und kann dabei Augenblicke sammeln, die erzählenswert sind. Diese Woche war ich im Auto unterwegs, zu einem Termin, den ich mit einem Besuch bei den Patenkindern verknüpfen konnte, die Urlaub in Franken machen. Unterwegs gabs so viel zu sehen, dass es allein schon Geschichtsbücher füllen könnte:

– Störche in der Wiese auf der Suche nach Futter
– der Kirchgang zu Maria Himmelfahrt, überall Menschen unterwegs mit einem Kräuterbuschen, liebevoll gebunden, mit Kornblumenblau, Sonnenblumen, Getreide, Hopfen, Salbei, Oregano, Rosmarin, Ringelblumen, Minze, Weizen, Kamille, Schafgarbe, Petersilie, wer hat bindet eine Zucchini- oder Kürbisblüte und als farbliche Auffrischung ein paar Blumenblüten in Rosa bis Pink dazwischen….

20130817-212842.jpg
– Hopfen, Hopfenfelder, so weit das Auge reicht, dazu Mähdrescher auf den Weizenfeldern, manchmal wirbeln die so viel Staub auf, dass es wie Nebelschwaden wuchert
– Farben, Weite, Hügel, der Himmel, Bairisch Blau und Weiß
– wunderschönes Altmühltal, eigentlich ein Wunder, dass nicht mehr Radlfahrer unterwegs waren, auch vom Auto aus hat man wunder-wunderschöne Ausblicke auf Fluss, Wälder, Dörfer
-Fachwerkdörfchen in Franken, man merkt beim Fahren ganz genau wo Bayern endet und Franken beginnt, die Bauweise ist so ganz anders
– eine alte Dampflokomotive neben einer modernen Lok (stehen auf dem Firmengelände von Bögl) direkt an der Straße
– kleine ganz reizende Straßendörfer mit immer wieder überraschenden Aus- und Einblicken, in einen Hinterhof, auf einen Dorfplatz, die Dorflinde, Schwäne auf einem Dorfteich …

20130817-213132.jpg
– und dazu quasi einen ganzen Zoo auf den Weiden unterwegs: Schafe, Ziegen, Kühe in allen Farbtönen, Pferde, Haflinger, Shetlandponies, Hühner, Enten, Gänse, Rehe, Hirsche und sogar eine Lama-Herde

Wenn man dann noch am Ziel ankommt, die Patenkinder nach Monaten weitermachen, als hätten wir uns gestern gesehen, sofort wieder an mir hängen und wir eine paradiesische Zeit in traumhafter Umgebung haben, dann bin ich einmal mehr ehrfürchtig vor dem Wunder des Augenblicks, sehr.

Urlaubs-Haus-Sitter

Es ist Sommer, deshalb sind grade alle im Urlaub. Meine bezaubernde Nichte weilt mit den Eltern in einem Ferienhäuschen im schönen Dänemark. Die Patenkinder aus der Schweiz besuchen die alte Heimat, dieses Mal sind sie nicht in der bayerischen Landeshauptstadt sondern im tiefsten Franken. Was sich in Telefonaten auch am dialektischen Sprechen der Eltern bemerken lässt.

Bei so tollem Wetter nehm ich keinen Urlaub, nein nein nein, da arbeite ich lieber ganz entspannt vor mich hin. Verbringe die Abende im Biergarten, Schwimmbad oder auf dem Balkon. Und bin umständehalber Urlaubs-Haus-Sitter bei meiner Patentante. Das ist nicht besonders anstrengend: ich leere einige Male den Briefkasten und gieße bei gar nicht Regen die Blumen. Da der Garten, sagen wir mal, recht urwüchsig ist gibt es nicht wirklich viel zu gießen: ein paar Blumenrabatten rund um die Terrasse, ein paar Kräutertöpfe, kurz: alles, was die Schnecken nicht auffressen.

Schön war gestern abend, dass ich nach einem gar nicht mal so stressfreien Arbeitstag mitten in ein sehr grünes Wohngebiet fahren durfte, mich mitten in einen Garten setzen durfte, der im letzten Abendlicht einfach sehr einladend geglitzert hat. Und dann ist da ja grade so richtig gar keiner, ich bin für ein paar wertvolle Minuten ganz allein in einer grünen Oase mitten in der Stadt gewesen. Anscheinend sind die Nachbarn auch im Urlaub? Oder sind zumindest wie ich im Sommer-Urlaubs-Modus? Das tut Körper und Seele richtig gut.

Erst als es unter meinen Schuhen eklig glitschte hab ich meine Aufgaben pflichtschuldigst erledigt, da war die Sonne dann auch schon untergegangen und ich froh, mich auf meinen Balkon zurückziehen zu können. Ja, korrekt, ich bin auch eine von denen: Schnecken sind meine natürlichen Feinde. Die finde ich einfach nur ekelhaft, gefräßig und kann tatsächlich nichts Gutes an ihrer Existenz befinden. Und Punkt.