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Das mit dem Telefonieren

Mir fällt auf, dass sich gerade etwas ändert, im Telefonverhalten der Patenkinder:

Der Große nimmt selbst Telefonate entgegen. Allerdings tut er das wohl oft auf Aufforderung. Und würde eigentlich lieber das weiter machen, was er eigentlich macht, also Spielen oder Fernsehen? Das merkt man, denn: Entsprechend knapp werde ich auf Fragen abgefertigt: „Ja. Nein. Weiß ich nicht. Sonst noch was..?“ Und natürlich mag ich ja nicht bei was Wichtigerem stören. Man stelle sich vor, er muss mir erklären, um was es gerade bei seinem Spiel geht, anstatt weiter „das“ zu bauen oder „jenes“ zu zerstören….?

Die bezaubernde Nichte verlangt immer, mit mir zu sprechen, „Hallo, was machst du“?, stellt ein paar weitere Fragen, verrät mir meistens etwas, dann ist aber auch gut. „Also, dann bis zum nächsten Mal, tschühüs. Leg auf.“ Und weg ist sie.

Mademoiselle dagegen spreche ich nur selten, sie ist dann aber immer zum Plaudern aufgelegt. Und redet und redet und redet. Oft erzählt sie dabei ganz schön viel, manchmal macht sie aber auch einfach nach, was sie bei den Großen beobachtet hat. Also führt sie quasi ein Selbstgespräch, nur ich darf zuhören. Zuckersüß.

Und gerade genießen alle 3 ihre Pfingstferien, habt eine schöne Zeit!

Die „Suche“ nach dem „Richtigen“

„Du findest schon noch den Richtigen …“. Aha. Gibts den denn? Existiert der? Für jeden Menschen? Also in echt? Und muss man/frau die/den Richtige(n) finden, um ein glückliches Leben zu führen? Es gibt eine Menge Tipps, Anregungen, gute Wünsche, Ideen – aber auch eine ganze Menge dummes Geschwätz (Highlights immer wieder: Top10-Tipps – so findest auch du den Richtigen), das man sich als Single, ob weiblich oder männlich und unabhängig vom Alter immer mal anhören muss. Fast immer unaufgefordert. Ja, ich hab schon Situationen erlebt, in denen mich nur mein weiterlaufendes Gedankenkarussell von einer deutlichen und ganz sicher unhöflichen Antwort abgehalten hat.

Eine Beobachtung: Ich erlebe diese stupide Beratungssituation äußerst selten, wenn ich mit zufriedenen, glücklichen Paaren zusammen bin. Die stellen meist nur die interessierte Frage, warum ich allein bin. Was nicht zu beantworten ist, weil es genauso zufällig ist, wie sie einen Partner gefunden haben. Dann eher Fragen zum Leben allgemein – und gut ist’s. Die vermeintlich guten Tipps gibts eigentlich immer von Menschen, denen ich ganz sicher keine Frage zu ihrem Beziehungsstatus stellen möchte. Die schnell in Erklärungsnot kommen. Die mit jemandem zusammen sind, um nicht allein zu sein. Die ihre eigene Beziehungssituation als „es ist schwierig“ definieren würden. Vielleicht auch selber Single, aber natürlich aus anderen,. nachvollziehbaren, weil logische“re“n Gründen. Whatever. Ich habe es mal sehr böse durchgefochten. Fragen ausschließlich mit Gegenfragen beantwortet. Wurde natürlich als exzentrisch eingestuft, als latent unzufrieden, als zickig. Wahrscheinlich noch als vieles anderes, was mir nicht einfällt. Bin ich alles nicht, im Gegenteil. Ich führe ein glückliches erfülltes Leben. Und bin auch gerne bereit, es zu teilen. Nur ist Bereitschaft allein nicht das entscheidende Kriterium.

Wie gestern schon geschrieben: die wenigsten von uns entscheiden sich bewusst, allein, also ohne Partner, zu Leben. Ich habe in meinem Umfeld sehr attraktive, interessante, liebevolle Menschen, durchaus beziehungsfähig. Die aber  – auf Zeit oder permanent – ohne Partner durchs Leben gehen. Ob sie nach der/dem Richtigen suchen? Sie werden zumindest kompromissloser. Mit jeder Enttäuschung gibt es individuell Komponenten, an denen man nicht mehr vorbeisehen wird. Wer sich aus einer zu engen Partnerschaft befreit wird immer um diese Freiheit kämpfen. Wer aus einer zu lockeren Beziehung aussteigt wird mehr am anderen „kleben“. Ob das Gegenüber darüber genauso denkt? Entscheidet mit, ob Beziehung zwischen zwei Menschen klappen kann.

Und den Schritt in die Partnerschaft wagen – das ist das große Ding. Ja, ich habe in meinem Leben schon einige Beziehungen gelebt, einmal waren es immerhin 7 Jahre. Und trotzdem lebe ich heute allein, bin Single. Und glücklich, so wie es gerade ist. Es gibt die Tage, da wünsche ich mir den Richtigen, den einen, meinen Mr. Big oder „den“ Traummann an meiner Seite. Und es gibt die Tage, da bin ich sehr zufrieden mit meinem Alleinsein. Mit meinem Leben, meiner Unabhängigkeit, mit meiner Sicht der Welt. Die Phasen sind nicht planbar, zeitlich nicht einordenbar. So und nicht anders ist es. Frühlingsgefühle, Schmetterlinge im Bauch, himmelhochjauzend verliebt – immer mal wieder. Nur aktuell nicht von Dauer. Leider? Ja, manchmal schon. Oder auch nicht. Das ist ja das Ding: es geht allein auch ganz gut. Und mal ganz ehrlich Theorie versus Praxis: gerade hab ich keine Gefühle. Ich philosophiere wieder, wenns mich das nächste Mal erwischt. Dann vielleicht weniger „gerade glücklich Single“? Dann auch mit Sicherheit weniger abgeklärt und aufgeräumt im Ist-Zustand …

Wie alt wirst du denn?

Diese Frage hat meine bezaubernde Nichte in den letzten Wochen ganz schön oft zu hören bekommen. Wie das in der Damenwelt durchaus üblich ist tendiert sie dazu, sich nicht festzulegen, eher etwas vage zu antworten: „Älter!“ Nachdem wir ein Gespräch darüber hatten, was sie in diesem Lebensjahr alles gelernt hat, und was jetzt in den nächsten Monaten alles so passieren könnte, hab ich dann auch mal dezent gefragt. Sie wird 3, antwortet aber „4!“, lacht verschmitzt und freut sich drüber wie eine Schneekönigin. Tja, in den Alter macht man sich noch gerne ein Jahr älter?

Alles Liebe zum Geburtstag, du wunderbare kleine Herzensdame – und du hast noch ganz lang Zeit zum Älterwerden. Keine Sorge, das geht alles eh viel zu viel zu schnell ❤