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[kinderkram] 14 – #Frühling

Im Winter, der gefühlt im November beginnt, sprechen alle von der Sehnsucht nach dem Frühling. Nach Wärme. Nach bunten Farben. Nach Licht. Nach Frischluft. Das ist auch der Grund, warum es an den ersten warmen Tagen draußen nur so „wimmelt“. Spaziergänger und Sonnenanbeter, wo man nur hinsieht. Auf der Suche nach den endlich blühenden Fotomotiven, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse … alles, was Farben hat, wird mit Begeisterung wahrgenommen. Und als Deko für zu Hause gekauft. Jugendliche sitzen bei weniger als 20 Grad zum Sonnen am See. Wer ein Rad hat, egal ob Fahrrad, E-Bike, Roller oder Motorrad, dreht die erste Runde. Man sitzt in Decken eingehüllt im Straßencafé, die einen schon im T-Shirt, die anderen in Übergangsmode. Wer einen Garten hat macht ihn sich schön. Und kauft im Gartencenter alles mögliche. Dann kommt der Frühlingsputz, Ostern, Kräuter sprießen, Aprilwetter. Und schon verlangt das erwachsene Herz nach Sommer.


Kurz und knapp ein Auszug meiner Gedanken rund um das Phänomen Frühling. Statt den Wechsel der Jahreszeiten einfach hinzunehmen tendiert doch so der ein oder andere Erwachsene in meinem Umfeld dazu, diese Jahreszeit vorab etwas zu verklären, sobald dann mal Aprilwetter herrscht wird schon wieder gemotzt …? Der Blickwinkel einer vielleicht manchmal nicht ganz so Erwachsenen. An Kinder. Für später. Wer Lust und Zeit hat, ist herzlich zum Gedankenaustausch eingeladen: wie haltet ihr es an den ersten Frühlingstagen? Wieviele Fotos schießt ihr so beim Aufblühen? Wann steht der Frühlingsputz an? …

Die nicht so schöne Seite der Wiesn

Der Westhang entlang der Schwanthaler Höhe ist gerade vielleicht das beliebteste Fotomotiv Münchens. Schön? … Betrunkene schlafen ihren Rausch aus, dazwischen entledigen sich ebenfalls Betrunkene, von allem möglichen. Dazwischen schießen betrunkene und nüchterne Wiesn-Besucher Selfies. Die dann um die Welt gehen. Schon in meiner ersten bewussten Erinnerung als Teenager war ich fassungslos, denn der Hang ist zur Oktoberfestzeit grässlich. Bis heute kann ich nicht vorbeilaufen, ohne so etwas wie Ekel zu empfinden. Ja, die Wiesn ist ein Trinkfest. Aber die Ausmaße, die das mitunter annimmt? Fällt mir immer schwer, nachzuvollziehen, was erstrebenswert daran sein soll, sich bis zur Besinnungslosigkeit zu trinken, um dann dort zu enden? Geschmäcker sind aber bekanntlich verschieden …
Das Extremtrinken hat sich nicht wirklich verändert. Ich weiß noch, wie ich mit meinen süßen 16 fassungslos war, dass man mittags schon so viel getrunken haben kann, um sich dahin zu legen. Der entscheidende Unterschied zu meinen ersten unangenehmen Begegnungen aus den 90ern: damals haben sich die Bilder in meinen Kopf eingebrannt. Und in den der anderen Besucher, die hingeschaut haben. Heute gehen sie in Netzwerken um die Welt. Ohne zu wissen, wen man da fotografiert, fotografieren so viele, ohne zu fragen, ohne zu zögern. Und dann laden sie diese Bilder hoch, machen sie öffentlich, teilen, veröffentlichen. Und wir alle dürfen sie dann sehen, ob wir auf der Wiesn sind – oder nicht. Denn die Bilder sind überall …

Ich hab bewusst kein Bild vom Westhang beigefügt, gibt eh schon viel zu viele!