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Sonntagsfreude: Frühling satt

Eine intensive Woche und der Monat März gehen heute zu Ende – und was für ein Wetter an diesem Sonnensonntag. Herrlich, genau richtig, um mich von einer gar nicht langen, aber inhaltsreichen Geschäftsreise, einem kurzen Aufenthalt in Danzig und einem musikalischen Abend der Extraklasse zu erholen. Oder besser die unzähligen Bilder in meinem Kopf zu verarbeiten … ein paar Bilder teile ich mit euch. Schließlich hat die bezaubernde Nichte heute am Telefon besorgt nachgefragt, ob ich gar nicht mehr fotografiere. Denn es gebe doch jede Menge schöner Motive … 😊

Insofern:

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Nichten-Jobmotivation

Die bezaubernde Nichte hatte gestern beim Anschauen der unzähligen in ihrem Auftrag aufgenommenen Bilder vom Pferdehof einen Gedankenblitz: „Coco, du brauchst doch gar keinen neuen Job. Du kannst so super fotografieren, musst nur deine Bilder verkaufen, da verdienst du genug.“ Hach.

Sonntagsfreude

Eigentlich bin ich heute motzig: diesen grippalen Infekt hätte es schlicht nicht gebraucht. Und dann ist der auch noch ekelhaft hartnäckig. Und bereitet mir vor allem doofe Kopfschmerzen. Braucht kein Mensch an einem Wochenende … Da ich anscheinend nicht mehr schlafen kann – das hab ich von Donnerstag bis gestern fast ununterbrochen getan – hab ich vorhin beschlossen, meine digitalen Daten zu ordnen. Muss auch mal sein. Und bin über ein paar wirklich schöne Erinnerungen gestolpert, Bilder, über die ich mich richtig freue. Frühling ist einfach eine herrlich schöne Zeit zum Fotografieren. Und einige Motive werden im wahrsten Sinn des Wortes von Jahr zu Jahr schöner. Da ist Kranksein wenigstens für kurze Zeit vergessen. Schön!

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita, bei der es heute nach frischgebackenen „Zöpfli“ duftet.

Die nicht so schöne Seite der Wiesn

Der Westhang entlang der Schwanthaler Höhe ist gerade vielleicht das beliebteste Fotomotiv Münchens. Schön? … Betrunkene schlafen ihren Rausch aus, dazwischen entledigen sich ebenfalls Betrunkene, von allem möglichen. Dazwischen schießen betrunkene und nüchterne Wiesn-Besucher Selfies. Die dann um die Welt gehen. Schon in meiner ersten bewussten Erinnerung als Teenager war ich fassungslos, denn der Hang ist zur Oktoberfestzeit grässlich. Bis heute kann ich nicht vorbeilaufen, ohne so etwas wie Ekel zu empfinden. Ja, die Wiesn ist ein Trinkfest. Aber die Ausmaße, die das mitunter annimmt? Fällt mir immer schwer, nachzuvollziehen, was erstrebenswert daran sein soll, sich bis zur Besinnungslosigkeit zu trinken, um dann dort zu enden? Geschmäcker sind aber bekanntlich verschieden …
Das Extremtrinken hat sich nicht wirklich verändert. Ich weiß noch, wie ich mit meinen süßen 16 fassungslos war, dass man mittags schon so viel getrunken haben kann, um sich dahin zu legen. Der entscheidende Unterschied zu meinen ersten unangenehmen Begegnungen aus den 90ern: damals haben sich die Bilder in meinen Kopf eingebrannt. Und in den der anderen Besucher, die hingeschaut haben. Heute gehen sie in Netzwerken um die Welt. Ohne zu wissen, wen man da fotografiert, fotografieren so viele, ohne zu fragen, ohne zu zögern. Und dann laden sie diese Bilder hoch, machen sie öffentlich, teilen, veröffentlichen. Und wir alle dürfen sie dann sehen, ob wir auf der Wiesn sind – oder nicht. Denn die Bilder sind überall …

Ich hab bewusst kein Bild vom Westhang beigefügt, gibt eh schon viel zu viele!