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Spruch zum Wochenende: Alle Tage

„Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Das wäre auch mein Plan, damit sind die Tage doch schon ganz gut mit Inhalt befüllt? Und was soll ich sagen: mit etwas Überlegen und einer zeitgemäßen Interpretation: klappt bei mir gefühlt täglich 🙏

Und dann hab ich quasi in letzter Minute noch eine kleine, wichtige Erinnerung: auch wenn es schon heute ist: ich lese vor! Und nicht nur heute, sondern so oft es geht. Du auch? 😉

Worte zur Wiesnzeit

Ich hab festgestellt, dass es mich in den letzten Jahren immer weniger aufs Oktoberfest zieht. Und das, obwohl ich dort so viele bezaubernde Motive fürs Fotografenherzerl finden dürfte. Mal sehen, ob ich dieses Jahr eine kleine Runde drehen werde, wie jetzt schon traditionell eher auf der Oidn Wiesn und draußen herum. In die Zelte und vor allem zum Feiern zieht es mich weniger. Und da stolpere ich über diesen immer noch aktuellen Poetry Slam, ja, da find ich mich gedanklich wieder:

Der vierte Monat

  • Definitiv war der vierte Monat toll, weil Nichte 2.0 immerhin zwei volle Wochen Mama und Papa fünf Vormittage die Woche exklusiv für sich hatte. Schließlich ist die bezaubernde Nichte jetzt Zweitklässlerin und der Herr Papa hatte noch Elternzeit.
  • Für Nichte 2.0 gibt es Rituale, die aber je nach Anlass schnell wechseln. Also kann man sich als Familienmitglied kaum an etwas gewöhnen, weil ein paar Tage später hat sich schon wieder alles weiterentwickelt.
  • Blähungen sind leider noch ein Thema, manchmal hat man das Gefühl, dass ihr alles nicht schnell genug gehen kann, fast als ob sie nicht schnell genug satt werden kann – und weil sie so gierig und schnell trinkt kommt dann nach der Mahlzeit öfter wieder alles raus …
  • Damit sie besser verdauen kann muss sie weiterhin hauptsächlich auf dem Arm gehalten werden. Der Opa ist überzeugt, dass es auch anders gehen würde, aber wenn der schreiende Protest zu laut wird … 😉
  • Die Speckröllchen werden konsequent erweitert.
  • Die Hochzeit ihres Onkels hat die kleine Dame als keineswegs jüngster Hochzeitsgast zumeist gut gelaunt verbracht, es gab keinerlei Beschwerden, Wetter, Stimmung, Essen, das viele Angegrabschtwerden – vor allem die Kniffe in die Backen – und auch die verfrühte Heimfahrt wegen der erschöpften großen Schwester hat sie gut gelaunt absolviert.
  • Den ersten großen Gesellschaftsauftritt bei der eigenen Taufe hat sie souverän hingelegt. Sehr wach, sehr aufmerksam, den Worten des Pfarrers lauschend, in die vielen Fotoapparate lächelnd. Fast könnte man denken, sie sei für den roten Teppich geboren, so genau hat sie den wechselnden Fotografen in die Objektive geschaut?
  • Pater Thomas, der neue Pfarrer der Gemeinde, hat sich gefreut, dass er so viele, vor allem kleine, Gäste hatte. Mehr als 20 Kinder waren dabei, als Nichte 2.0 liebevoll das vorgewärmte Wasser über den Kopf geträufelt wurde … das war dann allerdings doch des Guten zu viel, kopfüber nach hinten, baden geht schließlich mal ganz anders? Da darf man ruhig mal laut werden als Täufling. Und alle anderen mussten schmunzeln …
  • Salben und Hand auflegen fand sie aber toll. Sie hat dem Pater mal auch ihre Hand -auf den Ärmel – aufgelegt.
  • Dem gemeinsamen Ständchen von Nichte 2.0 und mir hat sie aufmerksam gelauscht – alle anderen auch. Und wir beide durften auch die Fürbitten, angefüllt mit guten Wünschen, vortragen. Und vor allem die nunmehr fast 7jährige hat dafür durchweg und zu Recht sehr gute Kritiken aus dem Auditorium bekommen.
  • Und es gibt ja eine wichtige Besonderheit: beide Nichten sind im selben Monat in der gleichen Kapelle getauft. Eine Marienkapelle, seit hunderten von Jahren pilgern Menschen zum nahegelegenen Bründl, einem Kraftort. Im Altarraum zeugen unzählige Votivtafeln vom guten Ausgehen, von erfüllten Wünschen, vom Gesundwerden nach Krankheit, von Dankbarkeit.
  • Übrigens hat das mit der Nachhaltigkeit super funktioniert, alle Buchskranzerl von der Hochzeit könnten für die Deko zweitverwertet werden. Läuft bei uns.
  • Das Mobile ist weiterhin der Hit, da kann sie stundenlang liegen und es wird nicht langweilig – am schönsten ist, wenn die große Schwester aus der Schule kommt und die zwei kuscheln, das ist ein fröhliches Gegacker.
  • Es kommen langsam immer mehr Laute beim Quatschen raus – bin gespannt, wann „es“ losgeht.

Sonntagsfreude: Entdeckungen in der Heimat

Auch wenn der Anlass meiner kleinen Entdeckung ungeplant und traurig war: gestern hab ich mich anlässlich einer Beerdigung ein kleines bisschen in ein Dorf verliebt. Obergangkofen heißt es, liegt ein Stück weg von Landshut und gehört zu Kumhausen. Hier wird die beste Freundin beim Lesen bestimmt schmunzeln – ja, manchmal muss man einfach noch ein Stück weiterfahren, haben wir nicht zu unrecht von unseren Vätern gelernt … Auf den ersten Blick ist die Lage wunderschön in den Hügeln, aber ein Straßendorf wie viele andere. Dann biegt man ab, fährt auf Kurven in den alten Ortskern rund um den Kirchplatz. Und dort verstecken sich wunderschöne alte Vierseithöfe, mit gerundeten Fenstern, geschnitzte Balkone, Erker und Türmchen. Gewachsen, da mischen sich die Stile mehrerer Jahrhunderte in der Architektur. Direkt neben der Kirche ein renoviertes altes Bauernhaus in grün, mit einer Marien-Skulptur im Vorgarten, es scheint, ein altes Haus hat eine teils moderne Holzfassade und einen wunderbar-aufgearbeiteten angesetzten Balkon bekommen. Die Haustür ist ein Schmuckstück (und ich konnte kein Foto machen …) . Es scheint zudem, dass im Ort einige Künstler tätig waren. Und dann die kleine Kirche St. Ulrich, bezaubernd, nicht überladen, aber erlesen. Und dann suche ich und finde heraus, dass das Kirchlein eine Zeitgenossin der Landshuter Martinskirche ist – und dass der Altar nicht, wie mein Papa meinte, ein Leinberger, sondern neugotisch ist … Auf dem Trauerzug zum Friedhof, der mich etwas an die Szene aus „Wer früher stirbt ist länger tot“ erinnert hat, durfte ich noch ein paar schöne Blicke werfen, vor allem eine Wiese mit Obstbäumen hat es mir angetan, alter Baumbestand, der aber sichtbar noch reife Ernte trägt. Vielleicht komm ich hier noch mal her und mache mit viel Zeit einen Fotowalk? Am besten nehm ich meine Schwägerin in spe mit – denn es war die Beerdigung ihrer lange kranken Oma, die diese Woche im Kreis der Familie zu Hause für immer einschlafen durfte. 

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita. Irgendwie passt ihr heutiger Beitrag über Ferienerlebnisse zu Hause ein kleines bisschen zu meinem?