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Spruch zum Wochenende: Kerzenschein und Föhnwetter

Heute morgen ist es, als ob der Sturm den ganzen Sonnenschein in den Süden geschickt hätte, wir haben Föhn, die Bergkette wirkt keine paar Meter von München entfernt – auf der Fahrt in die Arbeit konnte ich jeden Gipfel klar erkennen, hatte das Gefühl: ich muss einfach nur ein paar Kilometer abfahren, laufe hoch und genieße die Ausblicke. Ohne Schnee, aber wenigstens von den Temperaturen ist es durchaus winterlich. Von Norden und Westen schieben sich jetzt gerade die dunklen Wolken heran … Bin gespannt, ob es ein gemütliches, oder eher stürmisches 3. Aventswochenende wird?

Mein Spruch zum Wochenende hat damit zwar nichts zu tun, aber da er mir ebenfalls sehr gut gefällt:

„Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden ohne dass ihr Licht schwächer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.“ (Buddha)

Habt einen schönen 3. Advent!

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Sonnentag

An einem Tag wie heute geht man gern zum Friedhof. Farbenfroh mit warmen Sonnenstrahlen find ich den alljährlichen Besuch der Gräber schön. Auf dem kleinen Buchsbaum am Familiengrab saßen unzählige Marienkäfer im Sonnenbad. Alte Freunde sehen, selten gewordene, deshalb so kostbare Momente. Den Onkel drücken, der kürzlich mehr Glück als Verstand hatte, die schmerzhafte Kraft eines Stahlseils zu spüren bekommen hat. Und schon wieder einen frechen Spruch auf den Lippen hat. Zum Glück! Später durfte ich auf der Fahrt zur besten Freundin in der Spätnachmittagsstimmung die Föhn-Alpenkette, in den Tälern ein paar erste Nebelschleier bewundern. Eben sind wir bei Halbmond unter klarem Sternenhimmel durch die Kleinstadt gebummelt. Viele Veränderungen – und manches bleibt, wie es immer war.

Die Zwiebelturm-Romantik des Voralpenlandes

Manchmal versteh ich Reisende aus aller Welt noch besser als sonst, warum sie alles tun, um Urlaub in meiner Heimat zu machen. Und bereit sind, dafür viel Geld zu bezahlen. Heute morgen hab ich mich von der Hallertau aufgemacht ins schöne Isental. Unterwegs sachte Nebelschwaden über einem fast herbstlich goldenen Hügelland, im Hintergrund durch den Föhn deutlich die gesamte Alpenkette plus die Ausläufer des Bayerischen Waldes. Weiß-blauer Himmel, ein paar Wolken, heller Sonnenschein. Da werde ich sehr klein, fast schon andächtig. Nehme den Weg als Ziel. Fahre langsam genug, um die Ausblicke tief in die Seele aufzunehmen. Genieße sehr die Besonderheiten unterwegs, das imposante Moosburger Kastulusmünster, kleine Dörfer mit zauberhaften Zwiebelturmkirchlein in Orten, die alle auf „lern“ enden. Einige ganz schlicht, gerade viele mit Gerüst, andere mit baulichen Rafinessen, unterschiedlichen Ebenen. Manche schlank und hoch, andere kugelrund und eher niedrig. Grinse mal wieder beim Gedanken, dass die Münchner ihren Flughafen ins Erdinger Moos gebaut haben, bekannt für die flache Ebene inmitten der Hügellandschaft – und als Nebelloch.
Komme schließlich in Isen an, die Kirche lässt von außen nicht erahnen, dass sich im Inneren bairische Pracht entfaltet, Bordüren und Engel, wohin das Auge blickt. Wie in einem Dom gibt es einen Vorraum, danach kommt man in einen Raum mit zwei Seitenschiffen. Ich bin verblüfft ob der Größe, mitten in einer Landgemeinde. Und bewundere die Akustik, wie mir heute eingefallen ist, hab ich da vor Jahr(Zehnt)en schon mal gesungen. Und eine Baukunst, die den strahlenden Sonnenschein durch die großen Fenster ins Bauwerk leitet und das Gold im Inneren weich und wunderschön zum Glänzen gebracht hat.
Auf der Heimreise (ich war da zu einer Beerdigung) hatte ich dann all die mit auf meiner Strecke, die dem kilometerlangen Heimreisestau auf der A8 ausgewichen sind. Ob sie es nur eilig hatten oder auch den ein oder anderen Blick in die wunderschöne Region geworfen haben? Und sich überlegt haben, das nächste Mal hier Zwischenstation zu machen?

Kleiner Exkurs: meine Nichte kennt neuerdings den Unterschied zwischen Zwiebelturm- und Spitzturmkirchen. Kann sie auch mit Bausteinen nachbauen: Spitzturm ist klar, langes Bauteil plus Dreieck. Zwiebelturm: langes Bauteil plus „ich brauche eine Zwiebel, kannst du mir eine holen!“

Feierabendgedanke

Meine To-Do-Liste heute morgen umfasste genau einen Punkt: heute den Tag über immer wieder den Blick in den sonnigen Föhnhimmel genießen, regelmäßig aus dem Fenster schauen, eine ausgedehnte Mittagspause an der frischen Luft und vor allem: in der warmen Novembersonne.

Eben hab ich immerhin geschafft, aus dem Fenster zu schauen – um festzustellen, dass
– ich viel zu selten aus dem Fenster gesehen habe
– ich keine Mittagspause gemacht habe
– außer durch das gekippte Fenster keine Frischluft erwischt habe
– es mittlerweile stockdunkel ist …

Irgendwas ist wohl falsch gelaufen? Dafür würde man in der Twitter-Welt bestimmt ein #fail verteilen? Und Memo an mich selber in deutlich weniger als 140 Zeichen:
Wenn das Wetter schön ist muss Zeit zum Rausgehen sein. Außer du willst nicht – und das kann nicht sein. Und Punkt.