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Sonntagsfreude: „Es war perfekt“

Die Emotionen der letzten 72 Stunden lassen sich nicht in Worte fassen … Millionen winzig kleine Erinnerungen. Wenn aber der kleine Bruder ruhig und gelassen strahlt und die Schwägerin alles mit den Worten „Ja, es war wirklich perfekt, genauso wie wir es uns vorgestellt haben …“ zusammenfasst – dann ist glücklich sein und tiefe Dankbarkeit angesagt. Heute heißt es Reste abholen und dem Fest nachspüren. Und ich hab mir „ein paar“ Halsschmerzen eingefangen, die werde ich in aller Ruhe auskurieren müssen.

Ich habe so gut wie keine Bilder gemacht … mir war mehr nach mittendrin sein, statt zu dokumentieren. Erst mal verarbeiten, dann gibt’s sicher die ein der andere Erinnerung zum für die Ewigkeit Festhalten …

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„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Mitbringsel fürs Partybuffet: Chili-von-Carne-Schichtsalat


Es ist mittlerweile ein paar Jahre her, da war ich an einem sonnigen Septembertag zum Geburtstagsnachfeiern bei einer Freundin eingeladen. Statt Kuchen und Schnittchen hat sie eine große Schüssel Schichtsalat auf den Tisch gestellt, von der Komposition im ersten Moment ungewöhnlich, aber ich fands köstlich. Und bringe den seitdem in einer abgewandelten Variante gerne als Mitbringsel für Partybuffets mit.


So geht’s: einen nicht zu großen Kopf Eisberg-Salat sowie einen Radiccio waschen, in kleine Stücke zupfen, zwei Chicorees in feine Streifen schneiden, alles in eine Schüssel geben. 500 g Hackfleisch mit Salz, Pfeffer und einem guten Schuss Paprikapulver würzen und körnig durchbraten. Leicht abkühlen lassen und auf dem Salat verteilen. Jetzt eine Flasche Salsa-Sauce (Mild oder feurig, nach Geschmack) als Schicht darüber geben, dann je eine Dose Kidney-Bohnen und Mais gut abtropfen lassen und verteilen. Drei Tomaten und drei verschiedenfarbige Paprika (gelb, orange und grün) kleinwürfeln und darüber verteilen. Je einen Becher Schmand und saure Sahne mit Salz, Pfeffer und kleingehackten Kräutern der Saison (ruhig viel, z.B. je einen Bund Schnittlauch, Petersilie und Oregano)  vermischen. Den Kräuter-Mix verstreichen und alles mit 250 Gramm frisch geriebenem Käse (z.b. Emmentaler oder Gouda) bestreuen. Dann etwa eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen.

Vor dem Servieren mit rotem Paprikapulver bestreuen und mit dem Inhalt von zwei Tüten Tacochips (können zwei unterschiedliche Geschmacksrichtungen sein, ich klopfe den Inhalt immer in der Tüte klein, das lässt sich besser essen) garnieren. Reste lassen sich am Folgetag noch aufessen, nur die Chips verlieren den Crunchy-Effekt …

Vegetarisch bzw. vegan abwandeln mit Soja-Granulat, Sojajoghurt bzw. veganer Pflanzenzahne und pflanzlich hergestelltem (Frisch)käse klappt gut und schmeckt ebenfalls ausgezeichnet.

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Martina von Kinderkücheundso feiert Geburtstag, mit einer Blogparade bittet sie um Beiträge zum Partybüffet, mein virtuelles Mitbringsel für #tiniwird40 #meinpartybüffet. Guten Appetit 😋 und herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Runden 🎂🍾🥂

Bei uns steht dieses Wochenende auch Partyvorbereitung auf dem Programm: morgen kommt die Verwandschaft, das ausgefallene Dreikönigszusammensein wird bei hoffentlich Kaiserwetter im Garten nachgeholt. Lasset die Spiele, äh Vorbereitungen beginnen 😉

Das mit dem Sattsein

Gestern gabs Mittagessen im wunderschönen Gutshof Menterschwaige – der Papa der Patenkinder ist ein Jahr älter geworden und das musste bei strahlendem Sonnenschein und leckerem Essen in gemütlicher Umgebung gefeiert werden. Alle anwesenden Kinder haben Kinderschnitzel bestellt, je nachdem wurde das Fleisch oder die Pommes ganz aufgegessen, Rest blieb übrig. Ketchup gabs in einem winzig-kleinen Kübelchen, das war ein witziger Effekt, der alle zum Lachen brachte.

Monsieur (11) hat sich die Erwachsenenportion bestellt, also zwei riesige Schnitzel und dazu Bratkartoffeln. Hat alles in ihn reingepasst, aber danach war er laut eigener Aussage „sooo satt“. Dann allerdings kam ein Crepes Suzette, was zum Kommentar „der Nachtisch ist mehr lecker als ich satt bin“ führte – und selbstverständlich blieb kein Krümelchen auf dem Teller …

Heimatverliebt: Kultur in der Hallertau (2)

Wie überall in Deutschland standen auch in der Hallertau Burgen und Schlossanlagen, manchmal geben  Straßennamen wie Am Schloss oder Burggraben einen Hinweis, dass an dieser Stelle einst etwas stand – auch wenn weit und breit kein Prunkbau, nicht mal eine Ruine zu entdecken ist. Aber zumindest ein paar Schlösser hat meine Heimat noch, eine Auswahl:

Mein persönlicher Liebling, weil ich hier doch schon so manche Stunde verbracht habe ist Schloss Au in der Hallertau – das frühere Schloss brannte im Landshuter Erbfolgekrieg vollständig ab.  Der Wiederaufbau steht in seinen Ausmaßen seit 1574, allerdings ließen die Freiherren Beck von Peccoz, bis heute Besitzer, das Gebäude ab 1880 von einem Münchner Architekten im Stil der Neurenaissance umgestalten. Wer durch den Markt Au in der Hallertau fährt, dem fällt vielleict die lange Schlossmauer auf. Nicht verpassen: Zur Brauerei gehört ein wunderschöner Biergarten mit alten Kastanien, Blick aufs Schloss inklusive. Ich habe gelesen, dass die Pacht des Schlossbräukellers vakant ist, wäre mir also persönlich wichtig, dass sich jemand findet, denn ich würde im Sommer gerne mal wieder dort sitzen und einen lauen Abend genießen.

Schloss Ratzenhofen – ähnlich schön ist der bewirtschafte Biergarten. Ich kenne diese Location nicht nur von unzähligen Aufenthalten auf den gemütlichen Bänken im Frühling, Sommer und Herbst, sondern auch, weil ich hier zu allen Jahreszeiten schon Konzerte gehört oder Feste gefeiert habe. Erstmals 1040 wurde eine Feste erwähnt, im Mittelalter scheinen die reichen Landshuter Herzöge gerne Station gemacht zu haben. Etwa um die Zeit der Landshuter Hochzeit (1475) hat Georgs Vater Ludwig eine hohe Summe in einen Umbau investiert, das jungvermählte Paar verbrachte Zeit in Ratzenhofen, so etwas wie Flitterwochen? Der Umbau zum Schloss wurde 1771 abgeschlossen, in den folgenden Jahren wechselten die Besitzer häufig, seit 1918 ist das Schloss im Besitz von Familie Zierer. Eine besondere Erwähnung gibts von mir für die Möglichkeiten für Wanderer und Radfahrer, anders als im restlichen Hügelland sind die Wege durch den Verlauf des Flüsschens Abens sehr eben, also auch für Nicht-Sportler zu empfehlen.

Ganz und gar unauffällig fügt sich das  Wasserschloss Train ins Ortsbild ein, direkt neben dem restaurierten Zehentstadl. Das Schloss ist in privatem Besitz und nur am Tag des offenen Denkmals von innen zu bestaunen. Die Gemeinde nutzt es gerne als Kulisse, zum Beispiel beim alljährlichen Weihnachtsmarkt. Der wahrscheinlich berühmteste Schlossgast war übrigens Emanuel Schikaneder, der hier Texte zu Mozarts Zauberflöte geschrieben haben soll. Vor vielen Jahren durfte ich mal in der kleinen Schlosskapelle bei einer Hochzeit singen und war auf dem kurzen Weg durchs Haus einfach begeistert.

Neben den großen Bauten sind es oft die kleinen Häuser, die typisch für eine Region sind. Fairerweise muss ich schreiben, dass die traditionelle dörfliche Struktur der Hallertau vielerorts dem Einheitsbrei-Siedlungsbau gewichen, den man überall in der Welt zu sehen bekommt. Ein Relikt sind aber ganz winzig-kleine Häuschen, wenige sinds nur noch, eingeschossig, unscheinbar. Trotzdem sollte man an denen man so gar nicht achtlos vorbeifahren, da es die eigentlich architektonischen Kulturgüter der Region sind. Zwei Empfehlungen sind das Weberhäusl in Pfaffenhofen und das komplett renovierte ehemalige Bauernhäusl an der Hausmehringer Straße 4 in Nandlstadt, das meines Wissens sogar für Veranstaltungen gemietet werden kann. In der Marktgemeinde ist übrigens die Marktstraße immer noch sehr typisch für die Märkte der Hallertau von vor etwa 100 Jahren, einige Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Ein echter Geheimtipp, den ich, hier aufgewachsen, erst heute zu schätzen weiß.
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Jule lädt zum Schreibprojekt „Heimatverliebt„, in diesem Monat lautet das Thema „Kultur in deiner Heimat“. Die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Hallertau passen, obwohl die Region so klein und unbedeutend scheint, einfach nicht auf eine Seite. Im zweiten Teil habe ich euch von Architektur erzählt, weitere Tipps folgen. Mehr Heimatliebe aus unterschiedlichsten Regionen findet ihr unter dem Suchbegriff „Heimatverliebt“.