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Spruch zum Wochenende: Einmalig

„Niemand hat Deine Fingerabdrücke und niemand hat Deine Stimme. Niemand hat Deine Geschichte und niemand sagt „Ich liebe Dich“wie Du. Niemand glaubt an Gott, wie Du und niemand denkt ans Sterben so wie Du. Niemand träumt wie Du und niemand verwirklicht Träume wie Du. Niemand sieht die Welt mit Deinen Augen. Bleib bei uns wie Du bist, wir brauchen Dich, denn wenn Du fehlst, entsteht ein Loch. Wir brauchen Dich. Wir lieben Dich, so wie Du bist, weil Du einmalig bist.“
(Ulrich Schaffer)

Niemand ist wie du
Niemand ist wie du

Ein kleiner Geburtstagsgruß an meinen Papa, der dieser Tage und sehr ausgiebig seinen runden Geburtstag feiert. Nie hätte er erwartet, „so“ alt zu werden. Zeit meines Lebens habe ich von ihm gehört „das erleb ich sowieso nicht mehr …“. Wir haben ihm ein Album mit den Bildern aus seinem bisherigen Leben gebastelt, was erst gar nicht so einfach war, denn in dieser Generation sind die Bilder noch nicht digital und in großer Anzahl vorhanden. Gerade für die Kindheit gibt es leider so wenige Erinnerungen, die als Foto festgehalten wurden. Aber es ist ein sehr schönes Buch geworden, das er in diesen Tagen mit seinen vielen Gästen immer und immer wieder durchblättert. Ich glaube, dass er sehr an diesem seinem einmaligen Leben hängt und wünsch mir, dass wir alle noch eine sehr große Zahl an Jahren mit ihm vor uns haben. Und jetzt wird weitergefeiert, denn mit einem hat er recht: man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Spruch zum Wochenende: Weib, Wein und Gesang

Als mein Freund Andi vor einigen Jahren in einem Gespräch einen Gedankengang in Worte gefasst hat, war mir nicht klar, dass das alles mal so zusammenkommen könnte, auch wenn klar ist, dass ES passiert: „Unser Chor stirbt, so wie wir ihn kannten, wird es nicht mehr sein. Irgendwann sterben unsere langjährigen Weggefährten.“ Jetzt verabschieden wir uns von unserem lieben Fritz, einem begnadeten Tenor. Seine Stimme war all die Jahre tragend, auch wenn er selbst als alter Mann noch nervös und aufgeregt wie ein kleiner Junge war. Wehe, es kam kein anderer Tenor, dann war der Fritz kurz vorm Nachhausegehen, er allein, das kann ja nicht …
Ein lebenslustiger, fleißiger Mensch. Immer im Einsatz, erst für die Arbeit, später als Rentner in fremden Gärten und auf den Sportanlagen der Gemeinde. Bis weit über 60 war er topfit, sportlich, athletisch. Dann kamen die Knie. Vor etwa einem halben Jahr meinte er mal kleinlaut, dass er sich vielleicht früher hätte operieren lassen sollen, dann wäre er länger mobil gewesen. So eingeschränkt, das wäre nichts. Und das einem Menschen, der die Freiheit und die Natur so sehr geliebt hat.
Als junge Männer hatten sie sich als Freundeskreis und Volksmusikquartett zusammengetan, die Buam reisten für ihre Auftritte weit herum, lernten schöne Orte kennen. Und haben bestimmt auch das ein oder andere Frauenherz unterwegs gebrochen. Gutaussehend, charmant, eloquent, das waren sie wohl alle. Aber der Herzensbrecher, ja … Mit etwas Wein ließ der Fritz sich wohl auch mal betteln und gab das ein oder andere Solo zum besten. Unvergessen sein Chianti-Wein auf einer meiner Geburtstagsfeiern. Wir hatten alle Tränen vom Lachen in den Augen. Ein Komödiant, Couplet-Sänger, begnadet. Und dabei bescheiden. Ich werd ihn vermissen, nicht nur, weil er mein persönlicher großer Fan war. Keiner meiner eigenen Auftritte, ohne den prüfenden Blick über die Schulter in den Tenor, „hat der Fritz was im Auge?“ Sonst konnte ich mit der eigenen Leistung nicht so sehr zufrieden sein, das war mit den Jahren so was wie mein eigener Leistungscheck.
Wie viel haben wir gemeinsam erlebt, obwohl doch so viele Jahre zwischen uns lagen. Eins ist noch offen, auf einer Weihnachtsfeier vor vielen Jahren habt ihr mir versprochen, mir ein besonderes Lied zu einem besonderen Anlass zu singen: „Mia San zwoa dumme Deife“. Ein Duett, das ich nur ein einziges Mal in meinem Leben hören durfte, spät auf einer Chorfeier, bei der sehr viel getrunken wurde und du dich schon Stunden früher nach Hause verabschiedet hattest, um wie immer von allen Seiten zum Bleiben genötigt zu werden. Weil es ohne dich nur halb so lustig wäre. Mein lieber Fritz, das werd ich einfordern, später, wenn ich auch da bin, wo ihr jetzt seid. Und welcher Spruch würde besser für dieses Wochenende passen: „Wer nicht liebt Weib, Wein und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.“ ( Martin Luther)

Meine alte Freundin, die Diskokugel

An diesem Wochenende hat meine alte Kindergartenfreundin ihren Geburtstag gemeinsam mit ihrem Mann gefeiert. Die beiden sind beinahe gleich alt, knapp 20 Tage Unterschied. Im Telefonat eine Woche vorher hatte sie schon prophezeit: es wird bestimmt spiegelglatt oder total verschneit. So wars dann auch, was die Anreise – sagen wir mal – zumindest erschwert hat. Also auch meine, ich hab auch kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt, abzusagen. Weil so im bayerischen Hinterland, mit den kleinen Straßen, Hügeln, überall Verwehungen … Mit 20 konnte uns das Wetter nicht davon abhalten, überall dahin zu kommen, wo wir hinwollten. Hm, selbst ich werde älter , … egal, ich hab mich trotzdem auf den Weg gemacht, es war stellenweise ganz schön glatt, aber ich bin heil angekommen.

Die Party fand ganz gediegenen, wunderschön dekorierten Raum statt. Nach draußen sanftes Licht, große Fenster, alles also gut einsehbar, sehl hell und einladend. Die beiden Geburtstagskinder standen zur Begrüßung in einem Meer von Sektkelchen, haben wirklich jeden Gast persönlich begrüßt. Im Raum dann 3 lange Tischreihen, sauber aneinandergereiht. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich innerlich schon auf einen langen, langweiligen Abend eingestellt habe, denn die anderen Gäste, die bereits brav Platz genommen hatten, und die Raumaufteilung hat eben schon eine gewisse, nennen wir es mal so, konservative Signalwirkung.

Zum Glück hab ich sie dann entdeckt: mitten im Raum, genau über der mittleren Tischreihe, funkelte und glänzte meine alte Freundin, die Diskokugel. Ich musste also nur das Essen und die anschließenden Stunden überstehen, bis das gesetztere Publikum sich verabschiedet hat – und dann wars wieder meine Welt: an der Bar, mit guter Musik, mit richtig netten Menschen, mit toller Stimmung.

Und am Ende bin ich wieder mal viel zu spät nach Hause gekommen (geschlittert, denn es war in den Morgenstunden dann tatsächlich spiegel-spiegel-glatt), nach einem Abend voll ganz außergewöhnlich schöner Überraschungen: ein tolles Gespäch mit einem seelenverwandten Musiker, eine wunderbare Wiederbegegnung mit der Cousine meiner Kindergartenfreundin, die eigentlich auf Mallorca lebt, aber gerade zu Besuch war, und das Kennenlernen des neuen Lebenspartners einer alten Bekannten, die sich für die Liebe und damit gegen Zuhause entschieden hat. Und jetzt in Tirol glücklich ist! Und dazwischen waren einfach so viele funkelnde, glänzende Augenblicke, so viele Momentaufnahmen, so viel Lachen, so viel Genuss, so viel Spaß. Ich freu mich immer noch, dass ich nicht abgesagt habe und dass ich mitgefeiert habe, denn vor allem die Stunden nach Mitternacht haben wir alle (auch und vor allem meine Kindergartenfreundin samt Ehemann) mit unserer gemeinsamen alten Freundin, der Diskokugel, einfach nur abgefeiert, wie in alten Zeiten! Bis zum nächsten Mal 🙂