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Ab Aschermittwoch

Ich hab viel überlegt, denn ich will gerne fasten, nur bei vielen „logischen“ Möglichkeiten ist es für mich nicht wirklich verzichten. So offensichtliche Dinge, Schokolade, Süßkram, Torte, Gebäck. Darauf verzichte ich fast immer, freiwillig, insofern: das kann’s nicht sein!
Kürzlich hab ich bei Gabs schon mal ein paar ganz gute Fastengedanken und -Vorsätze gelesen. Langsam hab ich meine Entscheidungen getroffen und werde ab Aschermittwoch 40 Tage lang (mindestens)

– einen Apfel am Tag essen (obwohl ich mich gesund ernähre, das hab ich bislang noch nie geschafft, Obst ist für mich – und darauf bin ich keineswegs stolz – das stets vernachlässigte Nahrungsmittel)
– keinen Kaffee trinken
– den Konsum von Zucker in allen Formen und gesüßte Getränken wo möglich vermeiden
– nach Feierabend und am Wochenende nicht mehr Online sein
– mehr als sonst darauf achten, frische, vor allem unverpackte Nahrungsmittel zu kaufen – und nur soviel, wie tatsächlich verzehrt werden
– überflüssige Autofahrten vermeiden

Das ist der Plan – Morgen, am Aschermittwoch, geht’s los. Mal sehen, wie ich mit mir zufrieden sein werde?!

Verkleiden

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1. da steht nix von Tanten
2. hatte ich nach meinem letztjährigen Erlebnis so gar keine Lust auf Kinderfasching
3. gabs trotzdem kein Gegenargument, das die bezaubernde Nichte akzeptiert hätte

Also haben wir uns gestern mal wieder als Chaos-Gespann auf den Weg gemacht. Ins Pfarrheim, wo der Herr Pfarrer, mindestens 50 Kinder und deren Eltern tatsächlich gewartet haben, bis wir die passenden Hausschuhe zum Prinzessin-Elfen-Schmetterlings-Outfit (selbstverständlich in rosa) anhatten und uns zum letzten freien Sitz durchschlängelten. Die nächsten 20 Minuten war der Ablauf problemlos, alle Kids entweder mit mitmachen oder zuschauen-hören beschäftigt. Danach schnappten sich alle Eltern Tische und Stühle, Tante und Nichte waren noch mit Überlegungen beschäftigt. Zum Glück hat die Mama der besten Anna-Freundin für uns mitgedacht. Denn „Ich will mir Kuchen schnappen!!!“ Und diesen nicht irgendwo essen, sondern am Tisch, neben Anna, von einem Teller. Die Nichte weiß, wo’s den Kuchen gibt, schnappt sich ohne Rücksicht auf Verluste bei den anderen Kuchenvorräten zielsicher einen Muffin mit Smarties, zwei kleine Gugl und ein Cupcake mit Schokoguss – fertig. „Wo ist mein Teller?“ Anklagender Blick, vorwurfsvolle Schnute? Endlich am Tisch, Anna sitzt auf dem Schoß ihrer Mama, wir … „nein, nein, nein, ich muss sitzen.“ Klar, ich lehne mich an die kühle Wand. Froh, stehen zu können. Ich soll den Cupcake fertigessen, nachdem sie die Schokolade abgeknabbert hat. Wir haben unterwegs die kleinen Gugl verloren. Müssen jetzt sofort neue holen. Danach ist das Programm schnell langweilig, mitmachen und tanzen war ja auch im Vorjahr nicht ihr Ding. Und mittlerweile wird sie auf dem Arm viel zu schnell viel zu schwer. „Wollen wir heim, was spielen?“ Au ja. Das war mein kurzer Ausflug in die bunt kostümierte Welt des Faschings 2014. Schön kurz – und dieses Mal habe ich es etwas weniger schmerzhaft empfunden.

Nachwort: ich bin voll Bewunderung für alle Eltern, die es schaffen, ein tolles Kostüm für ihre Kids vorzubereiten und sich sogar selbst zu verkleiden. Die auf dieser Art Veranstaltungen mitmachen, mitspielen, mittanzen, im Cowboykostüm, im Pippi-Langstrumpf-Outfit, passend zum Junior als Clown … Hab die meisten Erwachsenen am Kostüm des Vorjahres wiedererkannt, bei den Kids gabs neben Prinzessin, Wasserfee, Seiltänzerin, Krokodil, Cowboy, Polizist echt viel, passend zum Motto des Nachmittags: Südsee 😉

Oktoberfest-Kostümierungen

Läuft man aktuell durch München fühlt man sich wie auf der größten Karnevalsveranstaltung der Welt. Was da so an Klamotten aufgefahren wird:

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Menschen aus aller Welt schmeißen sich in das, was sie für traditionelle bairische Kleidung halten. Als Lederhosenersatz tragen sie in diesem Jahr bevorzugt ein kurzes grünes Sweatshirthöschen oder dasselbe Ensemble in schlammgrau, verziert mit Hosenträgern, manchmal auch noch mit einer Blümchenbordüre. Bei den Damen sind es zwar viele Dirndl, aber schon Stoff und Länge verraten: das hat mit Dirndl oder Tracht nicht das geringste zu tun.
Wie das die bayrischen Wiesn-Besucher sehen? Schau mal genau hin: jedes weibliche Wesen, vom kleinen Mädchen bis zur Seniorin, geht aufgebretzelt auf die Wiesn. Das Dirndl oder die Tracht sitzt, die Haare werden zu kunstvollen Frisuren geflochten, die Damen tragen Schmuck und schauen „blitzsauber“ aus. Ein echter Bayer kennt keine Kälte, trägt seine kurze Lederhosen (ohne Thermounterwäsche und mit viel nacktem Bein) und hat einen Janker, eventuell eine Weste drunter (die ich übrigens in allen Farben toll finde), keine Daunenweste …
Das ist die schöne Seite der Wiesn, der Trachtenumzug, das Zeigen, was man hat, das, was es übrigens in meiner Jugend kaum zu sehen gab. Da war Tracht tragen nicht „in“. Ich sehe gern eine schöne Tracht, ein Dirndl steht jeder Frau, Männer in Lederhosen machen was her. Das, was sich Touristen antun, die Kostümierungen, die billigen Varianten … Nicht schön. Ich lache drüber oder schüttle auch manchmal irritiert den Kopf. Und frag mich dann: wer verkauft das? Denn das Angebot ist ja das eigentliche Übel.

Das sagt übrigens Harry G dazu: http://m.youtube.com/watch?v=GEhvm8tGBPQ&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DGEhvm8tGBPQ

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Das erste Faschingskostüm

Kürzlich kam meine Schwester, die weltbeste Mama, um mich, die weltbeste Tante, um tatkräftige Mithilfe zu bitten: meine Nichte hat nämlich ihre erste Faschingsveranstaltung. In der Kita. Mit einem Motto. Natürlich. Und ebenso natürlich haben sich die Eltern ein ganz großartiges Motto ausgedacht, das da lautet: auf dem großen weiten Meer …

So, was fällt uns dazu spontan ein? Da werden wohl einige Piraten, Schiffsjungen, Traumschiffkapitäne usa. am Start sein? mein wirklich sehr kreativer Vorschlag war, ein Inselkostüm zu machen. Bequem, einen großen Sack, darauf eine Palme, evtl. Sand drumrum… Wurde von den Eltern dankend abgelehnt. Jetzt wird meine Nicht ein Fisch. Und zwar nciht irgendein Fisch, ein Regenbogenfisch. Fast einen ganzen Sonntagnachmittag haben wir in mühevollster Kleinarbeit Regenbogenschuppen- und flossen auf ein T-Shirt aufgenäht. Das mit dem Kleben war zwar ein guter Gedanke, in der Praxis hätten die Schuppen nämlich dann nicht mal das Anziehen überstanden.

Der kleine Gedanke hat mir nämlich als wirklich faschingskostüm-erfahrene-kreative-Umsetzerin gefehlt: alles, was wir Erwachsene problemlos hinbekommen und was wir schon irgendwie aushalten macht eine Zweijährige nicht mit. Sie will weder schön sein, noch findet sie es toll, ein ausgefallenes Kostüm zu tragen, im Gegenteil: wenn sich was abrupfen lässt wirds abgerissen. Wenn es die Bewegungen nicht mitmacht, dann gehts eben kaputt.

Aber klar, ich denke zurück an meine ersten Kostüme, Mama hat mir ein pinkefarbenes Prinzessinnenkostüm für den Kindergarten genäht, das war wirklich toll. Später, mit Sicherheit eins meiner liebsten Kostüme, ein Cowboy: Jeans, Schnurrbart, Hut und eine Knarre. Beim Schießen musste ich nur jedes Mal blinzeln, tja. Indianer war ich auch mal. Später hatte ich eine Phase, in der wir uns wirklich sehr ausgefallene Kostüme ausgedacht haben, das war immer besonders: als Raben mit echten Federn und einem Schnabel, der kurz vor dem Abend mit Pattex geklebt werden musste und uns den ganzen Abend in einen Ausnahmezustand versetzt hat (kann ja auch keiner damit rechnen, dass das so lange dauert, bis die Wirkung nachlässt!), als Rokokodamen (wohl unser aufwendigstes Kostüm), als halb-halb-Brautpaare, bei der wir unsere weibliche und männliche Seite ausspielen konnten. Als Hexen, so schön hässlich, mit Warzen und porofessionell geschminkt, scharze, vergammelte Zähne, richtig eklig! Und ganz auffällig waren wir als Rindviecher, lange vor den vielen lila Milka-Kühen. Das war ein legendäres Kostüm, weil wir einfach sehr authentisch waren.

Einfallsreichtum ist toll, ich finde den Fisch ganz besonders toll, passt auch super zum Motto im Kita-Fasching. Und als brave Tante hoff ich natürlich, dass sie bis dahin wieder gesund ist und ich und die Mama als Angler dem bunten Treiben im Meer geruhsam zuschauen können 🙂