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Das mit der EM

Eine kleine Randnotiz an diesem spielfreien Donnerstag zum Thema EM mit Kindern: Endlich laufen die Spiele der deutschen Nationalmannschaft zu einer Uhrzeit, zu der auch (meine Paten)kinder wachbleiben und schauen dürfen, ohne dass Schule bzw. Kindergarten (eigentlich ja die Laune der Mini-Fans) darunter leidet. Auch Patentanten schaffen es durch einen Termin in der Stadt ausnahmsweise und „endlich mal wieder, wir sehen dich viel zu selten!“, dabeizusein. Kurzer, aber wichtiger Exkurs: gemeinsame Fußballabende sind seit der WM2006 im eigenen Land mit Winzling Monsieur geschätzte Tradition. Insofern werde ich schon beim Eintreffen mit Spannung, Spaß und statt Schokolade Alben voll bunten Bildchen begrüßt. „Schau mal, mir fehlt nur noch der und der …“. Was für eine Freude, fast jedes Unternehmen hat irgendein Sammelheft auf den Markt gebracht, hab ich schon als Kind geliebt. Und wie wir anno dazumal kennen sowohl Mademoiselle als auch Monsieur samt den besuchenden Zwillingsfreunden jeden, also wirklich jeden Spieler. Nach einer kurzen Raubtierfütterung mit Wiener Würstl, Semmeln und gesunden Brotaufstrichen gehen alle in Position, natürlich muss noch das Outfit angepasst werden, Fahnen, Käppis, Shirts … Anpfiff. Die Zwillingsjungs machen es sich auf ihrem Papa bequem, das große Patenkind kuschelt sich an mich. Bis zum Tor gehts grade so, dann treiben ihn die vorhandenen Reste an den Tisch, immer wieder eine Semmel nach der anderen wird vertilgt. Das macht Bauchschmerzen. Egal ?!? Das Interesse für das Geschehen auf dem grünen Platz schwindet trotzdem von Minute zu Minute. Langweilig … Irgendwann bleiben die Erwachsenen zurück, die 4 eifrigsten Fans haben sich in ein Kinderzimmer zurückgezogen, spielen, tauschen noch mal Bilder aus, …

Die Papas amüsieren sich über weibliche Kommentare zum Spiel, das nach 90 Minuten dann auch vorbei ist. Die Zwillingsjungs sind müde, wollen heim. Und, wie ist es ausgegangen? „1:1“ kräht der ältere der zwei, „Nein, 1:0“ antwortet die Zwillingsmama. „Egal, hauptsache die Deutschen haben gewonnen“, urteilt fachkundig Monsieur 🙂

[kinderkram] 8 – Fußball

kinderkramAlle zwei Jahre gibts  Europa- oder Weltmeisterschaften. Da spielen nicht nur die besten Fußballer der jeweiligen Länder mit, sondern in diesem Zeitraum werden alle zu Fans. Das ist ein kleines bisschen Ausnahmezustand. Autos fahren mit Fahnen, die jeweils zeigen, für wen das Herz des Fahrers schlägt. Vorher kann man schön mit diskutieren, wer spielen sollte, wer nicht. Oder Bildchen sammeln. Oder sich mit Fanbekleidung eindecken. Die meisten schauen sich die Fußballspiele nicht direkt da an, wo sie passieren, denn in die Stadien gehen ja auch gar nicht alle Fußballbegeisterten rein. Und nicht jeder kann sich Urlaub nehmen und dahin reisen, wo die Spiele stattfinden. Also schaut man Zuhause am Fernseher, im Restaurant, auf einer Leinwand im Garten, mit Nachbarn und Freunden – oder gemeinsam mit ganz vielen anderen bei sogenannten Public Viewing Events auf riesengroßen Leinwänden. Und da gibts dann schnell mal viele Millionen echte Experten. Und Trainer. Das dauert so etwa 4 Wochen, dann gewinnt eine Mannschaft, die nicht immer die besten Spiele absolviert hat, aber eben das letzte Spiel gewinnt. Und danach wird gefeiert. Dann bleibt hoffentlich noch etwas gute Stimmung – und danach ist alles wie zuvor …

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Kurz und knapp ein Auszug meiner Gedanken rund um Fußball und die großen Turniere EM und WM. Ich mag diese Ausnahmezeit gerne und nehme während so einer EM auch meinen chronischen Schlafmangel und die vielen Expertenmeinungen gerne in Kauf. Nur Hooligans mag ich gar nicht. Und grob fahrlässige Fouls, wegen denen ein Spieler hinterher monatelang nicht spielen kann. Der Blickwinkel einer Erwachsenen. An Kinder. Für später. Wer Lust und Zeit hat, ist herzlich zum Gedankenaustausch eingeladen: Schaut ihr Fußball? Falls ja wo am liebsten? Wer gewinnt die EM 2016? Und guckt ihr jedes Spiel oder nur das eures Favoriten? Seid ihr immer Fußballfans oder nur zu EM und WM? …

Musik am Mittwoch: Manhattan Skyline

Ein kleiner Geburtstagsgruß an die beste Freundin, die in diesen Tagen mit aha „durch Deutschland tourt“. Auch wenns nicht meine Musik ist, aber im Titel steckt für mich eine andere Botschaft: eines Tages, wir zwei, und ganz bestimmt überglücklich. Happy Birthday!!!

Fans

Gerade landen die Weltmeister „zu Hause“ und werden in Berlin auf der Fanmeile empfangen, gefeiert. Ich bewundere, dass es Menschen gibt, denen Fußball so wichtig ist, dass sie dafür Urlaub einreichen, vielleicht sogar nach Brasilien gereist sind, um Spiele live zu erleben. Allen, und es sollen hundertttausende sein, die gleich am Brandenburger Tor mit am Start sind und die deutsche Nationalmannschaft bejubeln, wünsche ich viel Saß. Feiert die Jungs, feiert das Team, feiert alle, die beigetragen haben, diesen Weltmeister-Titel zu holen.

Ich freu mich still und leise mit – und blättere diese letzten Wochen noch mal in meinem Bilder-im-Kopf-Album nach. In Erinnerung bleiben wird mir die Geschichte des alten Mannes: Er ist Brasilianer und erlebte das Halbfinale im Stadion, kam hoffnungsvoll, hatte einen goldenen Pokal dabei, das Symbol seiner Überzeugung, dass Brasilien 2014 Weltmeister werden sollte. Dann hat er seine Mannschaft verlieren sehen, hat bittere Tränen vergossen. Und seinen Pokal einem deutschen Fan geschenkt. Im Zeitalter von Selfies und Fan-Porträts ging dieses Bild um die Welt. Dass die Fußballer sich nach einem gewonnenen/verlorenen Spiel gratulieren sieht man oft, aber dass ein Fan, ein treuer Anhänger, sich von seinem Ideal verabschiedet? Für mich besonders, eine große Geste.