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Reifenpanne

Vor ein paar Monaten hab ich festgestellt, dass meinem im letzten Jahr general-überholten Radl die Luft ausging. Und irgendwas scheppert. Worauf ich beim benachbarten Fachbetrieb, einem auf Reparatur spezialisierten Geschäft, war und mal nachgefragt hab, wie das nun mit den mindestens 48 Monaten Garantie, die er mir damals sogar mit Rechnung gegeben hatte, denn zu verstehen sei. Denn schließlich sind nicht mal 12 vergangen …

Darauf ist der gute Mann abgetaucht, zu den Öffnungszeiten hab ich nicht geschafft, telefonisch war er nicht erreichbar. Seit einer Woche etwa hab ich das Fahrrad wieder (!), seine Ansage: da war alles ok, muss halt ordentlich aufgepumpt werden. Gesagt getan. Donnerstag war das Wetter schön und ich mit dem Radl in die Stadt unterwegs … leider musste ich nach wenigen Kilometern zu Fuß weiter: erneut war das Hinterrad komplett platt.

Keine Frage dass mein Vertrauen zum Spezialisten jetzt etwas getrübt ist? Deshalb durfte mein Bruder heute früh mit mir durch die samstäglich ausgestorbene Großstadt fahren (mein eigener Kofferraum ist zu klein) und mein Radl mit dem Auto abschleppen. Seitdem hat die erwachsene Tochter (selbst ist die Frau) unter der Anleitung des lädierten, aber auskunftsfreudigen Vaters den Reifen sicherlich nicht fachmännisch, aber genau untersucht, Schlauch und Ventil etwas durchgeblasen und mich so quasi Schritt für Schritt vorgetastet. Am Schluss hab ich Luft reingepumpt – und schau jetzt ungefähr stündlich, was passiert.

Aktuell bleibt der Reifen schön voll – falls die Garantie aber nicht hält, was sie verspricht, werd ich mich im Dorf schlau machen, ob jemand sich des Radls annehmen kann. Weil: die Kosten für die Inspektion letztes Jahr waren happig, ich bin nicht bereit, schon wieder einen stolzen Preis zu bezahlen. Und Punkt.

Spruch zum Wochenende: Ursache und Wirkung

Ich vermute, dass der Junge auf seinem BMX-Rad einfach nur lustig sein wollte, als er gestern, entgegen der Fahrtrichtung kommend, beim Passieren auf dem viel zu engen Radweg einen Schwenker machte, als wolle er in mich reinfahren? Ja, mag man jetzt anbringen, dass pubertierende Teenager das für Spaß halten – mir hat es einen richtigen Schrecken verpasst. Und ich hab in unmittelbarer Folge eine rote Ampel übersehen und einer Autofahrerin einen Riesenschreck eingejagt … Ist zum Glück für alle Beteiligten gut ausgegangen, aber ich frag mich immer noch ernsthaft, ob ihm bewusst ist, dass das kein harmloser Jungenstreich hätte sein können, sondern die Ursache eines Unfalls …?

Peter Hohl sagt: „Die wenigsten Menschen verstehen sich darauf, Ursachen zu beeinflussen. Die meisten vergeuden ihre Zeit mit dem aussichtslosen Versuch, Wirkungen zu verändern.“ Da ich weder den jungen Herrn noch andere unreife Verkehrsteilnehmer beeinflussen kann werde ich wohl irgendwie versuchen, mich innerlich auf solche doofen Streiche einzustellen, um mich selbst und andere nicht durch meine unvorherzusehende Reaktion zu gefährden? Oder so.

Selten [*.txt]

Tut man nicht oft, eigentlich nie – oder doch selten – radelt man nachts im Regen durchs Millionendorf. Das wetterbedingt fast wie ausgestorben wirkt. Waren an den lauen Sommerabenden die Nächte vorher unzählige Menschen unterwegs treffe ich in dieser Regennacht kaum jemanden.

Eine kleine Maus kreuzt meinen Weg, im Park hoppelt ein Hase vorbei. Es ist kilometerweit himmlisch ruhig. Und über allem hängt ein Duft, der Regen hat für eine besondere Geschmacksnote gesorgt. Zunächst bin ich nicht ganz sicher, aber spätestens beim Innehalten zum Froschkonzert am Botanischen Garten weiß ich: es riecht nach Holundersirup.

Selten, aber kommt eben vor, dass man sich mitten in München der Natur um sich herum bewusst wird.


Schreiben – lesen – konTXTualisieren: das 6. Wort im kreativen Schreibprojekt Projekt.txt für 2018 lautet: Selten

Sonntagsfreude: Routine

Schon wieder eine Woche vorbei. Wer denkt, die Zeit würde mit mir entschleunigen, der täuscht sich. Gewaltig. Ich hatte ein weiteres gutes Vorstellungsgespräch, eine interessante Option. Allerdings will ich vor einer Entscheidung ein paar Stunden Reinschnuppern, also Probearbeiten. Vom letzten Mal gelernt. Dazu kamen auch Rückmeldungen zu Bewerbungen von Februar. Absagen, aber ich bin zufrieden, weil das jetzt abgeschlossene „Projekte“ in meinem Ordner sind. Und ich habe zudem neue Bewerbungen verschickt, es sind erstaunlich viele Positionen ausgeschrieben, die mich interessieren.

Dazu hab ich es endlich geschafft, mich impfen zu lassen, habe mich einen Tag in Elster eingearbeitet und gute Bücher fertig gelesen. Habe Radtouren gemacht, Bretter abgeschliffen und der Speisekammer den Erstanstrich verpasst. Im Unterschied zu den beiden Vorwochen war ich etwas entspannter, was meine Krautgarten-Urlaubsvertretung angeht, denn es hat immer wieder geregnet. Eine gute Woche liegt hinter mir, die nächsten Tage werden dann etwas ans Ferienprogramm der bezaubernden Nichte ausgerichtet: ich bin hochoffiziell Fahrdienst für die Ferienreitwoche 🐴🏇🏻

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“