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Auf geht’s beim Schichtl

Ich mag die traditionellen Aspekte der Wiesn, deshalb war ich gestern beim Schichtl. Tradition in Reinkultur. Schon draußen dürfen die Zuschauer eine Show sehen, sich unterhalten lassen, entertaint werden. Wer reingeht bekommt ein Schauspiel mit Herz zu sehen, Zuschauer werden eingebunden, als Kandidat für die Herzblattshow oder als Opfer – für die Hinrichtung. Die Inszenierung ist liebevoll bis ins Detail, die Kommentare bissig, die Kandidatin willig. Alles sehr entspannt und dennoch wunderbar spektakulär, wo sonst bekommt man einen abgeschlagenen Kopf, Blut und einen Überblick über die Anzahl der Maß Bier und Hendl, die das Opfer bereits intus hat? Alles mit so viel Humor und Passion präsentiert, dass es einfach nur Spaß macht.

Und wer nach einem Moment der Ruhe sucht: Elviras Schmetterlingstanz ist wunderschön. Schlicht und beeindruckend, stille Musik, Schmetterlinge tanzen per Installation auf ihrem Kleid, durch die fließende Bewegung sieht man die Falter förmlich mittanzen. Ich konnte die Wiesn-Musik von nebenan fast vollständig ausblenden. ich hab die 13 Minuten Schichtl einmal mehr genossen und kann jedem Wiesn-Besucher nur empfehlen, der Aufforderung zum Reinkommen zu folgen. Auf geht’s zum Schichtl!

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Bilder sind leider gar nicht gut, meinem iPhone war’s gestern Abend einfach kalt?

 

Die Welt vom Riesenrad aus

Ich bin kein Fan von Fahrgeschäften. Das darf jeder halten, wie er mag – für mich ist Looping, über-Kopf-hängen und alles, was sich einfach nur schnell dreht, nichts. Ich hab Höhenangst – oder eher Kontrollverlustangst? In jedem Fall ist das einzige Ergebnis einer Fahrt in einem typischen Jahrmarktsfahrgeschäft, dass mir übel ist. Alles ausprobiert, an der Tatsache ändert sich nichts, deshalb verzichte ich seit Jahren einfach drauf und hab Spaß am Leben.
Nur auf eines möchte ich nicht verzichten: auf die alljährliche Fahrt im Riesenrad auf der Münchner Wiesn. Da denke ich nicht an meine Höhenangst. Das ist mir heilig. Schon beim Einstiegen werde ich wieder ganz klein, bin Kind, darf mit großen, neugierigen Augen in die kleine Kabine. Es gibt noch ein paar Halts, bis alle Fahrgäste eingestiegen sind. Am schönsten ist der Moment, wenn man ganz oben ist und die Gondel stillhält. Dann schaue ich, sauge alles, was ich sehe, in mich auf, genieße den Blick von oben auf die kleine Welt zu meinen Füßen. Die vielen Menschen werden winzig, wie Ameisen. Die großen Zelte, die Fahrgeschäfte, alles leuchtet bunt, aber auch einfach nur warm und hell. Der Trubel, den man unten manchmal so gar nicht genießen kann wird so weit oben nebensächlich. Es kommt auf diesen Ausblick an.
Am einen Ende der Oktoberfestwiese thront die Bavaria, nachts hell beleuchtet. Ganz weit hinten die Paulskirche, wo in den 16 Wiesn-Tagen so ziemlich jeder Besucher einmal vorbeikommt. Die beiden und das Riesenrad könnten wahrscheinlich Milliarden von Geschichten erzählen, so viel haben sie schon gehört und beobachtet? Oben bin ich meist ziemlich still, andächtig, sauge jeden Blick in mich auf – genieße diese ganz besonderen Aus- und Augenblicke. Ich bin dankbar, dass ich das erleben darf, klar. Aber auch irgendwie größer und weiter als normalerweise. Wenn man so über allem schwebt ist es, als ob die Welt größer wird. Oder die Perspektiven sich verschieben?

Ganz egal, mir gefällts. Und es ist – jetzt mal gemessen an dem, was sonst so im Angebot ist – eigentlich nicht gefährlich. Und das gefällt mir sogar noch besser. Und meine Bitte an alle, die darüber jetzt schmunzeln, weil sie selber viel mutiger sind als ich: fahrt bitte auch in Zukunft alles andere, dann muss ich am Riesenrad nicht lange anstehen 🙂

Das ist meine schöne WiesnZeit! Falls ich zu mehr komme dann wirds hier zu lesen sein!