Schlagwort-Archive: erwachsene

[kinderkram] 11 – Sommer

Da ist diese überschäumende Freude, über die Sonne von morgens bis abends, über die Hitze. Während Kinder nur einen Wunsch haben, dass endlich das Planschbecken gefüllt wird – mehr brauchts dann auch nicht – drehen Erwachsene am ersten „gefühlten“ Sommertag des Jahres ein bisschen durch. Von der Kleidung bis zu den To-Dos des Tages … Wer nicht sowieso das ganze Jahr grillt fährt an diesem Tag in den Baumarkt, besorgt Grillkohle und die neuesten Zangen, „Wendedinger“ & anderen Schnickschnack.

Die Damen packen ihre Herren und kaufen die Pflanzenabteilung leer. Alle anderen besorgen Unmassen von Lebensmitteln und Bier – dann wird der Tag im Freien verbracht. Teenies und Twens chillen, wahlweise am See oder an einem anderen möglichst sonnigen Deck. Ab 30 bevorzugt man den Schatten, macht die Terrasse oder den Garten schön, baut den Grill auf oder es geht auf eine Fahrrad- oder (wer eins hat) Cabriotour in den Biergarten. Auch Ausflüge dahin, wo alle anderen auch hinwollen, erfreuen sich größter Beliebtheit. Und dann gibt es noch die Fraktion, die den ganzen Tag drin bleibt, Rollos zu, alles dicht …

Am Abend zieht aus so ziemlich jedem Garten Rauch auf und es wird bis spät gegrillt. Am ersten Sommertag genießt einfach jeder den Sommer in vollen Zügen – und das ist auch gut so.

————————————————————

Kurz und knapp ein Auszug meiner Gedanken rund um den Sommer. Besser beschrieben: dieser erste gefühlte Sommertag des Jahres, an dem man den Eindruck hat, dass der Sommer nur 24 Stunden bleibt. Der Blickwinkel einer Erwachsenen. An Kinder. Für später. Wer Lust und Zeit hat, ist herzlich zum Gedankenaustausch eingeladen: genießt ihr den ersten Sommertag? In der Sonne? Im Schatten? Was beobachtet ihr im Umfeld? …

Spruch zum Wochenende: Geschichten

„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.“ (Jorge Bucay)

Irgendwie sehr treffend, sich in diesen Tag Gedanken über „Geschichten“ zu machen. Ist eine Geschichte fiktiv, also erfunden, oder ist der Inhalt wahr? Warum erzählt jemand diese Geschichte? Hat er das selbsterlebt? Hat er die Geschichte bereits schon erzählt bekommen? Stimmen alle Fakten? Was ist wirklich passiert und was wurde dazuerfunden? Was wurde dem chronlogischen Erzählstrang hinzugefügt, damit es mehr Wirkung erzielt? Hat derjenige, der die Geschichte weiterverbreitet, selbst alle Fakten geprüft? Oder verlässt er sich auf andere? Wie ist das heute mit dem Recherchieren? Fragen über Fragen. Eine ehrliche Geschichte gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn die Antworten auf gestellte Fragen die Aussage noch unterstreichen. Oder es ist, als ob man Märchen erzählt …

Spruch zum Wochenende: Nachsicht

„Kinder müssen mit großen Leuten viel Nachsicht haben.“
(Antoine de Saint-Exupéry) Man kann viel von Kindern lernen – und wir großen Leute sollten uns auch immer mal wieder in die Situation der kleinen Menschen hineindenken. Am meisten hilft es aber Groß wie Klein, sich nicht immer gleich sooo wichtig zu nehmen.

Von Kindern lernen: Unbefangenheit

Sonntag war ich zum Ballet – bei Rekordhitze. Da waren Kinder von ganz klein bis groß. Und mir ist mal wieder aufgefallen, dass die Kleinen, also ich schätze mal so bis 7 oder 8 Jahre, so herrlich unbefangen sind. Die stellen sich einfach vor ein anderes Kind, um es anzuschauen, zu beobachten. Meistens, ohne zu reden. Ob das Kind eine andere Haut- oder Haarfarbe hat, größer oder kleiner ist, eine andere Sprache spricht, ob es eine auffällige Wunde oder ein Mal hat, ob es anders ist – alles, also einfach das ganze Kind, wird erst mal aus der Nähe angeschaut. Wo wir Erwachsenen manchmal nicht genau wissen, wie reagieren, tun Kinder einfach. So hat sich die bezaubernde Nichte einfach vor ein größeres Mädchen, das mit ihr in der gleichen Gruppe tanzt, gestellt und sie einfach nur angeschaut. Und die Große schaut einfach zurück. Erstkontakt ohne Reden quasi. Kein Interesse von der anderen Seite? Na und. Schau ich eben den Nächsten an. Später gab es ein Gruppenfoto nach dem Auftritt, die Fotografin sagt den Kindern, wie sie sich aufstellen sollen, die Große steht falsch, die Nichte erklärt es ihr, nimmt sie ganz unbefangen an der Hand.Sie lächeln sich an. Verabschieden sich mit „Tschüss, bis zum nächsten Mal.“

Kinder denken nicht so viel nach, sondern tun einfach. Sie nehmen ihr Gegenüber erst mal wahr, könnte ein potentieller Freund/Spielgefährte sein. Macht der das nicht mit ist das ok, ohne dass das Kind hinterfragt, warum das so ist. Durch diese Unbefangenheit steht man sich nicht so sehr selbst im Weg? Find ich jemand anderen. Unbefangenheit tut gut, mal raus aus den Denkmustern. Mehr erleben, was sich ergibt, statt theoretisch drüber nachzudenken, warum jemand so oder nicht oder was auch immer reagiert. Weniger Kopfkino, ich probiers gleich mal aus.